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Rostock „Schneller Adler“: Bundeswehr übt Rettung von Touristen
Mecklenburg Rostock „Schneller Adler“: Bundeswehr übt Rettung von Touristen
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19:24 05.09.2018
Das Seebataillon der Deutschen Marine und Marineinfanteristen der Königlichen Niederländischen Marine haben am Mittwoch eine gemeinsame Übung im Rostocker Seehafen veranstaltet. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Marlow, macht mit wenigen Worten die Notwendigkeit der mehrtägigen Übung „Schneller Adler“ zur Rettung deutscher Staatsbürgern im Ausland klar. „Die Welt wird immer unberechenbarer, was die Sicherheitslage in vielen Staaten angeht“, sagt er am Mittwoch in Rostock. Die Aufgabe seiner Truppe sei es, im Notfall Deutsche im Ausland in Sicherheit zu bringen. Dazu sei viel Übung und Training nötig, um in dem Augenblick, in dem es notwendig sei, zu 100 Prozent bereit zu sein.

Das Szenario: In einem fiktiven Staat sind deutsche Bürger etwa durch einen Umsturz in Not geraten und müssen schnell außer Landes gebracht werden. Im ungünstigsten Fall kann nur noch die Bundeswehr helfen. Dafür wird in Rostock-Warnemünde geübt.

Der Aufwand, den die Bundeswehr für „Schneller Adler“ treibt, ist immens. Dazu wurden möglichst realitätsnahe Bedingungen geschaffen. Das holländische Schiff „Karel Doorman“ liegt im Rostocker Seehafen. Der Kai ist vollständig abgeriegelt, martialisch anmutende Soldaten sichern das Terrain. Mit dem kleinen Unterschied zu einem realen Einsatz, dass ihre Waffen nicht geladen sind – eine Auflage des Hafens.

Fast 200 Soldaten im Einsatz

Insgesamt sind mehr als 50 deutsche Soldaten aus Eckernförde und die rund 130 Niederländer an Bord der „Karel Doorman“ beteiligt. Für Marlow ist die Zusammenarbeit mit den Niederländern ein exemplarisch gutes Beispiel für die Kooperation mit Streitkräften anderer Staaten.

In dem fiktiven Szenario irgendwo auf der Welt kommt ein Bus mit rund 40 Menschen an Bord - extra engagierte Statisten aus Rostock - bei dem mehr als 200 Meter langen Schiff an. Die Aufgabe der teils schwer bewaffneten Soldaten ist es, die Insassen zu registrieren, medizinisch zu untersuchen und dann mit Proviant zu versorgen. Dabei wurden schon in der Planung Schwierigkeiten eingebaut. So gibt es zwei Leute, die per Rollstuhl aufs Schiff gebracht werden mussten, mehrere Verletzte und auch solche, bei denen durchaus die Gefahr besteht, dass sie an einer infektiösen Krankheit leiden. Diese werden zumindest kurzfristig isoliert. Manche haben auch gefährliche Gegenstände dabei.

Erinnerungen an Libyen oder Jemen

Aufgabe der Soldaten ist es, auf all diese Situationen und Herausforderungen adäquat zu reagieren. Bei solchen Übungen könnten Erkenntnisse gewonnen werden, damit im Ernstfall sicherer und schneller agiert werden kann, betont ein Sprecher der Marine. Das in Rostock geübte Manöver habe in dieser Form noch nicht real stattgefunden. Er erinnert aber Szenarien in Libyen oder im Jemen in den vergangenen Jahren, bei denen die Bundeswehr an der Rettung von Deutschen beteiligt war.

In den kommenden Tagen sollen bei „Schneller Adler“ noch die „Schnelle Luftevakuierung“, die „Luftlandeoperation mit Fallschirmjägern“ und eine „Luftlandeoperation mit Hubschrauber“ geübt werden. Insgesamt sind 1500 Soldaten aus allen Teilstreitkräften beteiligt, wie Marlow sagt.

Dpa Joachim Mangler

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