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Rostock Schöner Schein trügt: Landwirte verdienen mit Raps weniger
Mecklenburg Rostock Schöner Schein trügt: Landwirte verdienen mit Raps weniger
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00:22 09.05.2018
So sehr Studentin Amelie (21) aus Rostock den Duft der Rapsblüten in einem Feld bei Sildemow (Landkreis Rostock) genießt, die Bauern haben dieses Jahr weniger Freude am Raps. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Leuchtendes Gelb, betörender Duft: Mecklenburg-Vorpommerns Rapsfelder breiten im Mai jetzt wieder ihren Blütenteppich aus. „Ohne Raps wäre Mecklenburg-Vorpommern um vieles ärmer“, meint Agrarminister Till Backhaus (SPD). Das bis zu 1,50 Meter hohe Kreuzblütengewächs bringt nicht nur viel Farbe in die Landschaft, sondern nach der Ernte auch gutes Geld in die Kassen der Bauern. Auch privat hat Backhaus ein besonderes Verhältnis zum Raps. Schließlich lernte der Minister beim Blütenfest einst seine Frau Ivonne kennen, eine Rapsblütenkönigin.

Der Landesbauernverband in Neubrandenburg rühmt ebenfalls die Vorzüge der öligen Frucht. „Raps gehört zu den wirtschaftlichsten Kulturen“, sagt Pflanzenbau-Referent Frank Schiffner. In diesem Jahr stünden die Chancen dafür jedoch nicht so gut. Viele Schlägen hätten „große Lücken und mickrige Bestände“. Fachleute sprechen von „Kümmerwuchs“: Viele Pflanzen hätten sich nicht genug verzweigt. Wo im Frühjahr noch Wasser auf dem Acker stand, sei zudem ein Großteil der Pflanzen verfault. Schiffner: „Wenn es eine durchschnittliche Ernte wird, können wir zufrieden sein.“

Aus ökologischer Sicht problematisch

Der Agrarexperte der Umweltorganisation BUND, Burkhard Roloff, meint: „Der schöne Schein trügt sowieso.“ Er hält den gelben Blütenteppich „aus ökologischer Sicht für problematisch“. Raps werde mit viel Insektengift gespritzt und großen Mengen Stickstoff gedüngt, Reste davon würden immer wieder in Gräben und Flüsse gespült. Mancherorts werde außerdem zu viel Raps angebaut. Roloff: „Über 20 Prozent Raps gehören nicht in eine gute Fruchtfolge, in einigen Regionen sind es aber bis zu 30 Prozent.“ Dadurch würden sich Schädlinge stärker ausbreiten.

Rapsland Nummer eins

Laut Schweriner Agrarministerium wächst die Ölfrucht auf rund 204 500 Hektar, in „Spitzenzeiten“ waren es schon fast 250 000 Hektar. Damit ist MV bundesweit das Rapsland Nummer eins.  Mit einem Marktanteil von 41 Prozent gilt Rapsöl als wichtigstes einheimisches Speiseöl. Auch bei der Produktion von Farben, Schmierfetten und in der Kosmetikindustrie wird Rapsöl verwendet. Der beim Ölpressen entstehende Rapsschrot dient als Tierfutter und ersetzt Import-Soja.

Ehlers Elke

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