Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Schonzeit statt Aalfangverbot: Naturschützer enttäuscht
Mecklenburg Rostock Schonzeit statt Aalfangverbot: Naturschützer enttäuscht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:58 13.12.2017
Für Aale gilt in der Ostsee 2018 erstmals eine dreimonatige Schonzeit. Quelle: Greenpeace
Anzeige
Rostock/Brüssel

Erstmals wird es im kommenden Jahr eine dreimonatige Schonfrist für den Aal in der Ostsee, Nordsee und im Atlantik geben. Sie gilt für Aale ab einer Länge von zwölf Zentimetern. Darauf haben sich die EU-Staaten angesichts der bedrohten Bestände jetzt geeinigt. Den Zeitraum können die Länder selbst bestimmen, solange er zwischen Ende September 2018 und Ende Januar 2019 liegt. Die EU-Kommission hatte zuvor ein Aalfangverbot für das ganze Jahr vorgeschlagen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

In MV reagierten Fischer verhalten auf die Entscheidung. Michael Schütt von der Fischereigenossenschaft „Peenemündung“ in Freest (Vorpommern-Greifswald) sagte: „Das ist ein fauler Kompromiss. Wir hatten auf eine gesamteuropäische Lösung gedrängt.“ So seien die hiesigen Fischer von der Schonzeit betroffen, aber die französischen Fischer, die die deutlich kleineren Jungaale (Glasaale) fangen, beispielsweise nicht. „Um den Aal wirklich zu schonen, hätte man richtig durchgreifen müssen“, sagt der stellvertretende Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, in dem rund 150 Berufsfischer organisiert sind. Mit der dreimonatigen Schonfrist könnte man in MV grundsätzlich aber leben.

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern befürwortet das Ergebnis der Verhandlungen. Der LAV leiste seit Jahren den „höchsten Anteil des Aalbesatzes in unserem Land“. 350 000 Aale wurden allein 2017 hierzulande in die Gewässer entlassen. Geschäftsführer Axel Pipping kündigte an: „Wir werden die bisherigen Anstrengungen deutlich erhöhen und mit noch umfangreicheren Aal-Besatzmaßnahmen die gefährdete Art weiter stärken.“

Deutsche Fischer fangen auf See pro Jahr etwa 49 Tonnen Aal. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent am EU-Aalfang. Das Umweltministerium in MV betont, dass der marine Aalfang landesweit bei ca. 35 Tonnen im Jahr liege – das seien nur noch 35 Prozent der Menge, die noch 2006 angelandet wurde. „Diese Aalfangmenge ist aber angesichts der erheblichen Quotenkürzungen für die Dorsch- und Heringsfischerei von wirtschaftlicher Bedeutung. Die geplante Schonzeit ist damit eine Einschränkung für unsere Fischer“, unterstrich Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Entsetzt zeigte sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace von dem EU-Beschluss. „Die kurze Schonzeit wird den Aal nicht retten“, betont Thilo Maack. Die Minister nähmen in Kauf, dass der europäische Aal aussterbe. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in MV begrüßt, dass die Fischereiminister sich endlich dem Schutz des Aals widmen. Skepsis sei jedoch angebracht, ob der beschlossene Fangstopp ausreichen werde, um den Aal zu retten. In MV hätten Schonzeiten bisher keinen Einfluss auf zurückkehrende Jungaale gehabt. Das natürliche Aufkommen der in die Flüsse aufsteigenden Aale tendiere gegen Null.

„Auch die Binnengewässer müssen mit in einen Fangstopp einbezogen werden“, kritisiert Susanna Knotz, BUND-Meeresschutzreferentin. Sollten die Änderungen die Bestände nicht positiv beeinflussen, müsse spätestens 2019 ein umfassendes EU-weites Fangverbot für Aale aller Altersstufen durchgesetzt werden, fordert Knotz.

Virginie Wolfram

Wer hätte das gedacht? 33 Jahre Weihnachtsmann, rund eine Million Lichter und ein Lob vom Verein deutsche Sprache. Auch das ist der Rostocker Weihnachtsmarkt.

09.02.2018

Überall in Rostock wird früh am 6. Dezember in blank geputzte Stiefel geschaut. Denn in der Nacht legt der Nikolaus braven Kindern etwas Süßes in die Schuhe. In Rostock gibt es jedoch auch andere Geschichten und Traditionen rund um den Nikolaustag.

09.02.2018

Zwei Jugendgruppen haben sich in Rostock kurz nach der Schließung des Weihnachtsmarktes am Freitagabend attackiert. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

10.02.2018
Anzeige