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Schüler lernen spielend: Ich darf nein sagen

PAPENDORF Schüler lernen spielend: Ich darf nein sagen

Das Gewaltpräventionsprojekt „Cool and Safe“ wurde gestern an der Warnowschule den Fünftklässlern vorgestellt. Das interaktive Trainingsprogramm ist kostenfrei nutzbar.

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Luisa Lorenz (10) testet im Computerkabinett der Warnowschule Papendorf das interaktive Programm „Cool and Safe“.

Quelle: Doris Kesselring

Papendorf. Gespannt schauen die Fünftklässler auf den Bildschirm. Mit Kopfhörern verfolgen sie das Geschehen: Ein Junge wird auf der Bank von einer Frau angesprochen. Sie will ihm Schokolade geben. Könnte die Situation gefährlich werden oder nicht? Luisa Lorenz (10) drückt auf den Ja-Button. Känguru „Smoggy“ sagt ihr, dass ihre Entscheidung richtig war.

Lea Roßmann hat sich gerade eine Spielplatzszene angeschaut. „Da sind große Jungs gekommen, die gefährlich wirkten“, erzählt die Elfjährige. Die Kleinen hätten sich dann angefasst und zusammen den Spielplatz verlassen. „Denn zusammen ist man stärker“, so ihr Fazit.

An der Warnowschule in Papendorf wurde gestern erstmals in Mecklenburg-Vorpommern das interaktive Lernprogramm „Cool and Safe“ vorgestellt. Es ist ein von der EU gefördertes Projekt, mit dem Kinder ab sieben Jahren im Internet über ganz unterschiedliche Gefahren aufgeklärt werden.

„Es ist ein Training, das Kindern hilft, nicht Opfer zu werden“, erläutert Erwin Maisch, Vorsitzender des hessischen Vereins Schule machen ohne Gewalt (Smog), der dieses gewaltpräventive Lernspiel initiiert und mit Unterstützung von Wissenschaft und Wirtschaft umgesetzt hat. Die Notwendigkeit belegt Maisch mit statistischen Daten, wonach in jeder deutschen Klasse mit 24 Schülern im Schnitt ein Kind sexuell missbraucht wird und drei bis vier Kinder im Internet gemobbt werden. Das Programm erhielt das Comenius-Siegel als pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragendes didaktisches Multimedia-Produkt.

Die Fünftklässler in Papendorf und ihre Lehrerin Dorothea Dietrich sind begeistert. „Im ersten Modul lernen die Kinder: Der Körper gehört mir, ich darf nein sagen, es gibt gute und schlechte Geheimnisse, was sind meine ganz persönlichen Dinge. Es ist ein Spiel mit tiefem Sinn, das in der Schule zu spielen, gefällt den Kindern natürlich besonders“, sagt die Lehrerin.

Insgesamt umfasst das Programm fünf Module und dauert rund 120 Minuten. Kindgerecht werden mit 44 Kurzfilmen und Bildergeschichten Handlungsstrategien zum Umgang mit Gefahrensituationen vermittelt.

Es geht um alltägliche Gefahren im Umfeld, um Risiken des Internets, um körperliche Misshandlung und Missbrauch. Für Lehrer werden in Handbüchern Zusatzinformationen angeboten.

In Papendorf wird „Cool and Safe“ künftig in den Lernzeiten genutzt. „Wir werden es in das Sozialtraining der fünften Klassen einbauen, und natürlich sollen die Kinder es zu Hause zusammen mit den Eltern nutzen“, sagt Schulleiterin Brigitte Willert. Denn das Trainingsprogramm ist weltweit rund um die Uhr kostenfrei nutzbar. Es ist voll vertont, zunächst in Deutsch und Französisch, und die Kinder werden von dem lustigen Känguru stets begleitet.

Nach Mecklenburg-Vorpommern geholt wurde das einmalige Projekt von der Landesgruppe der International Police Association (IPA). Ihr Vorsitzender Roland Sielaff hofft, dass auch andere Schulen bald dabei sind.

Kostenfrei im Internet
„Cool and Safe“ ist ein interaktives Trainingsprogramm über insgesamt 120 Minuten. Es wird seit Juni des Jahres in mehreren deutschen Städten und Luxemburg vorgestellt. Gestern waren die Initiatoren das EU-geförderte Projekt in der ersten Schule in Mecklenburg-Vorpommern. Es eignet sich für den Unterricht, kann aber auch zu Hause von Kindern ab sieben Jahren und Eltern gespielt werden. Seit 1. Juli steht „Cool and Safe“ kostenfrei im Internet zur Verfügung:

• Spiel:
www.coolandsafe.eu

 

 

Doris Kesselring

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