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Rostock Schulgarten soll Kräuter-Oase werden
Mecklenburg Rostock Schulgarten soll Kräuter-Oase werden
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02:35 10.10.2014
Kompost ist „Männersache“: (v.l.) Justus, Niclas, Jonas, Len und Lionel kümmern sich. Fotos (2): Doris Kesselring

Die Kartoffeln sind raus. „Das hat richtig Spaß gemacht, die zu ernten“, sagt Luca. Und danach gab‘s Kartoffelsuppe in der Schule. „Lecker“, schwärmen die Viertklässler der Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz.

Jetzt sind sie damit beschäftigt, ihren Schulgarten winterfest zu machen. Schulleiterin Carmen Möller verteilt die Aufgaben und die Geräte. Hanna, Emilie und Ellen schneiden die Pfefferminze im Kräuterbeet — aus der wurde schon Tee für die Schüler gekocht. Niklas und Christian sind zum Unkrautjäten eingeteilt. „Na ja, nicht so lustig, muss aber gemacht werden“, finden die beiden. Der Kompost ist „Männersache“. Justus, Niclas, Jonas, Len und Lionel machen sich mit Spaten, Schaufel und Schubkarre an die Arbeit.

„Alle sind eifrig dabei“, lobt Carmen Möller die Neun- und Zehnjährigen. Aber es gibt auch viel zu tun auf dem etwa 600 Quadratmeter großen Gelände. Der Schulgarten gehört seit Bestehen des Schulgebäudes dazu und umfasst verschiedene Bereiche. Es gibt eine Wiese mit Teich und kleinen Apfelbäumen, einen mit Buchshecken eingefassten Bauerngarten, Kräuterschnecke, Gartenhaus, Barfußpfad, Bienenwagen, Blumenbeete. „Wir haben eine Naschecke mit Beerenfrüchten eingerichtet“, erzählt die Schulleiterin, „und gerade viele Kürbisse geerntet zum Basteln und Essen.“ Die Grundschüler sollen erleben, wie ihre Saat aufgeht, wächst und am Ende im Topf und im Magen landet.

So stecken die Erstklässler im Frühjahr die Zwiebeln, die größeren legen die Kartoffeln. Radieschen werden gesät, „aber da ist immer so schnell der Wurm drin“, haben die Kinder festgestellt. „Und die Maulwurfsgrille frisst die Wurzeln ab, hier, die Kohlrabis sind nichts geworden“, sagt Christian und wirft die Minis in den Kom-

posteimer. 101 Mädchen und Jungen besuchen die Ostsee-Grundschule. Alle Klassen haben Unterricht im Schulgarten. „Das lässt sich auch mit Deutsch und Mathe verbinden“, erklärt Carmen Möller. „Wenn wir gemeinsam kochen, müssen Rezepte gelesen und Mengen berechnet werden.“

Dennoch: Der Schulgarten soll pflegeleichter werden, ist gerade in der Sommerferienzeit sonst kaum zu bewältigen. Deshalb bewerben sich die Graal-Müritzer in der Gartenkinder-Aktion von OSTSEE-ZEITUNG, Grönfingers, Alpina, dem Verband der Gartenfreunde Rostocks und dem Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau MV.

„So viele Experten, da kann uns vielleicht auch jemand mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Carmen Möller. Um den Pflegeaufwand zu minimieren, soll der Schulgarten umstrukturiert werden. „Wir wollen mehr auf Kräuter umstellen — zum Essen, Heilen, Würzen“, sagt die Schulleiterin, die zudem Rat sucht, warum beispielsweise die kleinen Apfelbäume nicht tragen. Den Schulgarten wollen Schüler und Lehrer der Ostsee-Grundschule auf jeden Fall weiterpflegen. „Vielleicht kann uns aber in den Sommerferien ein Kleingärtner beim Gießen helfen“, so Möller.

OZ-Aktion
Drei neue Schulgärten sollen mit fachlicher Hilfe kostenlos errichtet werden, auf einer Fläche von 300 Quadratmetern, auf dem Schulgelände oder in Kleingartenanlagen. Schulen, Horte, Kitas können sich bis 31. Oktober bewerben: OSTSEE-ZEITUNG, Lokalredaktion Rostock, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock, E-Mail: lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de.



Doris Kesselring

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