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Rostock Schulleiter und Malteser
Mecklenburg Rostock Schulleiter und Malteser
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00:00 01.12.2017
Seit 2008 ist Clemens Kastner (43) Schulleiter an der Grundschule „Don Bosco“, seinem täglichen Arbeitsplatz. Dazu ist der studierte Pädagoge als Ortsbeauftragter bei der Hilfsorganisation Malteser ehrenamtlich tätig. Quelle: Foto: Lea-Marie Kenzler
Südstadt

Clemens Kastner sitzt in seinem Büro in der Grundschule „Don Bosco“, als es an der roten Tür klopft. Ein kleiner Junge steht im Rahmen, das linke Auge rot und geschwollen. „Mit einem Kühlkissen wird es gleich besser sein“, verspricht der Schulleiter mit einem aufmunternden Lächeln. Als Malteser werde er oft zu Rate gezogen – ein Nebeneffekt der ehrenamtlichen Tätigkeit am eigentlichen Arbeitsplatz.

Seit 25 Jahren ist Kastner für die Hilfsorganisation Malteser in Rostock tätig. Er habe nach dem Zivildienst vergessen, dort aufzuhören, sagt der Pädagoge und grinst. Am Wochenende wird er für sein jahrelanges Engagement vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit der Ehrenamtsnadel ausgezeichnet.

Kastner ist ein großer, schlanker Mann, seine freundliche und offenherzige Art steht ihm ins Gesicht geschrieben. Die Arbeit bei den Maltesern begann für Kastner schon 1992 als er nach dem Abitur eine Zivildienststelle bei der Hilfsorganisation bekam. „Ich machte Fahrdienste und teilte Mahlzeiten aus, so hat alles angefangen“, erinnert sich der 43-Jährige. Schon damals habe den Abiturienten die 900-jährige Tradition des Vereins fasziniert. Gerade für die Notdürftigen da zu sein, erfülle Kastner bis heute mit Stolz. „Sich immer auf gleicher Augenhöhe zu begegnen, ist ein wichtiger Leitgedanke meiner Tätigkeit. Menschen brauchen einander.“

Nach einem Jahr war für Kastner zwar der Zivildienst vorbei, aber nicht die Arbeit bei den Maltesern. Als Student der Sonderpädagogik baute er gemeinsam mit einem Freund die Kinder- und Jugendarbeit im Verein auf, er wurde auch zum Erste-Hilfe-Ausbilder. „Wir haben einmal mit einer braunen Tasche angefangen“, erinnert sich Kastner, „kaum ein Vergleich zur Ausstattung von heute.“ Im Laufe der Jahre bekamen die Malteser einen ausrangierten Krankenwagen, die braune Tasche wich dem Notfall-Rucksack, der weiße Kittel einer professionellen Arbeitskleidung.

Kastner ging mit dem Verein aber nicht immer nur durch goldene Zeiten. Zwischendurch habe Malteser gewerbliche Dienste einstellen müssen. Das Büro des Vereins wurde 2000 in Kastners Wohnzimmer verlegt. Als Lagerraum diente eine angemietete Garage. „Das war nicht immer einfach, als meine Privatnummer zum Nottelefon für Bedürftige wurde.“ Trotzdem blieb das ehrenamtliche Engagement der Rostocker Malteser auch während der Durststrecke bestehen. 2002 wurde ein neuer Raum bezogen, auch der Sanitätsdienst weiter ausgebaut. Von nun an waren die Malteser bei großen Veranstaltungen präsent und auch beim Katastrophenschutz im Einsatz.

Kastner kümmert sich heute vor allem um die organisatorischen Tätigkeiten des Vereins. „Es ist oft ein großer Zeitaufwand, die Zusammenarbeit zu koordinieren und Synergien zu schaffen. Ich möchte die Ehrenamtler so unterstützen, dass sie ihre Arbeit gut machen können“, so der Schulleiter.

Das weiß auch Mitarbeiterin Heidemarie Bohn: „Herr Kastner investiert Herzblut und Leidenschaft. Seine Unterstützung ist deutlich spürbar.“ Dafür bekommt er die Ehrenamtsnadel des Landes. „Die Arbeit bei den Maltesern und insbesondere im Katastrophenschutz verdient eine Auszeichnung“, erklärt Pressereferentin Marita Moritz von der Staatskanzlei M-V.

Dem Spannungsfeld zwischen Vollzeitjob, Ehrenamt und Familie begegne Kastner durch offene Kommunikation. „Meine Familie kennt mich gar nicht anders. Die Arbeit bei den Maltesern ist ein Teil von mir.“

Jährliche Auszeichnungen zum Tag des Ehrenamtes

Seit 1999 würdigt der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern jährlich die ehrenamtliche Arbeit besonders engagierter Menschen.

Die Ausgezeichneten sind seit vielen Jahren freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwesen tätig. Oft sogar in mehreren Funktionen gleichzeitig.

Gewürdigt wird das besondere Engagement im Sport, in der Kultur, im sozialen Bereich, bei den Freiwilligen Feuerwehren oder im Rettungs- und Hilfsdienst, beim Schutz von Natur und Umwelt, in der Kommunalpolitik oder in der Nachbarschaft.

Seit 2013 gibt es die Ehrenamtsnadel. Die versilberte Ehrennadel ist rund und hat einen Durchmesser von 18 Millimetern. Sie zeigt das große Landeswappen und den umlaufenden Schriftzug "Für besondere Verdienste im Ehrenamt – Mecklenburg-Vorpommern".

Lea-Marie Kenzler

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