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Rostock Schutow wird zum Möbel-Mekka
Mecklenburg Rostock Schutow wird zum Möbel-Mekka
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00:23 14.06.2018
Noch segeln hier die Schwalben, aber Ende 2020 soll an der Messestraße in Schutow eine neue Filiale von Möbel Höffner stehen. Quelle: Foto: G. Kleine Wördemann

Schutow ist auf gutem Weg, das Zentrum des Möbelhandels in Mecklenburg-Vorpommern zu werden: Nach jahrelangem Hin und Her will die Berliner Krieger-Gruppe nun doch am Schutower Kreuz ein Höffner-Möbelhaus und einen Sconto-Mitnahmemarkt eröffnen – im Idealfall Ende 2020, direkt gegenüber von Ikea und in unmittelbarer Nachbarschaft von Poco und Möbel Wikinger.

Höffner plant neue Filiale mit 1000 Mitarbeitern – gegenüber von Ikea, Poco und Wikinger

70 bis 80 Millionen Euro will der Möbelkonzern investieren. Anfangs sollen 1000 Mitarbeiter bei Höffner eingestellt werden. Deren Zahl soll sich dann bei 500 Vollzeitstellen einpendeln, erklärte Krieger-Geschäftsführerin Edda Metz. Sie stellte das Vorhaben am Dienstagabend im Ortsbeirat Evershagen vor. Der Günstig-Anbieter Sconto werde 30 bis 35 Mitarbeiter beschäftigen.

Bisher wollte Krieger in Schutow ein Möbelhaus der Marke Kraft errichten, die ebenfalls zum Konzern gehört. Nun läuft es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Höffner hinaus, so Metz. Die direkte Nachbarschaft zu Ikea wäre kein Problem, versichert die Managerin: „Wir ergänzen uns ganz gut.“

Mit 33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche bliebe die neue Höffner-Filiale knapp unter der in Bentwisch, die gerade erst von 27000 auf 35000 Quadratmeter vergrößert wurde. Zusammen mit Sconto (7000 Quadratmeter) erfüllten die Neueröffnungen die Auflagen des 2015 von der Bürgerschaft beschlossenen Branchenkonzepts, das einen Zuwachs von maximal 40000 Quadratmetern im Rostocker Möbelhandel vorsieht.

Wer braucht denn so viele Möbelgeschäfte? Diese Frage wurde in der Ortsbeiratssitzung immer wieder laut. Ralph Maronde vom Stadtplanungsamt erklärte, Schutow könne sich als überregionaler Standort für Wohneinrichtungen etablieren. Wer beispielsweise aus Barth herkommt, könne dann sicher sein, an einem Samstagvormittag das passende Bett zu finden. Bei der Stadt läuft zurzeit das Verfahren für den Bebauungsplan. Frühestens 2020 könnte es Baurecht geben, so Maronde. Dann könnten die Bagger loslegen. Elf Monate später könnten die neuen Möbelmärkte stehen, so Edda Metz.

Besucher und Mitglieder des Beirats meldeten Bedenken an. „Das bringt uns feuchte Keller, davon können wir ausgehen“, sagte Anwohnerin Ricarda Willam. Das Grundstück an der Messestraße ist zurzeit eine große Wiese, die regelmäßig überschwemmt wird. Eine Versiegelung könnte zum Problem werden, befürchtet auch der Beiratsvorsitzende Niels Schönwälder (SPD). Auf der Wiese gibt es außerdem Biotope, geschützte Fledermäuse, Amphibien und Singvögel.

Für kritische Fragen sorgte das Verkehrskonzept. Die Angst vor Dauerstau auf der B 105 geht um, wenn Leute aus halb MV zum Möbelkaufen anreisen. Alles noch offen, sagte eine Verkehrsplanerin, die das Konzept erstellt. Solche Probleme zu lösen, „ ist unser Alltagsgeschäft“, versprach Edda Metz.

Der Einzelhandelsverband Nord hat keine Einwände, solange die Branchenvorgaben zum Möbelhandelskonzept der Stadt eingehalten werden. Peter Volkmann von der IHK befürchtet eine Konzentration zulasten von Mittelständlern wie Möbel Harrmann und City Möbel. Zudem könne ein überbordendes „Randsortiment“ der Möbelhäuser mit kleineren Küchen- und Einrichtungsartikeln den Handel in der Innenstadt bedrohen. Bei Höffner in Bentwisch spiele das Randsortiment eine große Rolle, meint Peter Magdanz vom Citykreis Rostock. „Wo liegt denn die Rostocker Innenstadt, etwa in Schutow?“, fragt Magdanz. Bei der Konkurrenz aus dem Netz wäre es gut, den Handel in der Innenstadt zu fokussieren. Das gelte auch für die geplante Decathlon-Filiale (siehe Kasten).

Decathlon in die Innenstadt?

Seit zehn Jahren versucht der Sportartikel-Anbieter Decathlon in Rostock eine Filiale zu eröffnen. Seit 2015 läuft ein Zielabweichungsverfahren, bei dem das Land prüft, ob Decathlon in Schutow dem Innenstadthandel schaden würde. In vier Wochen kommt das Ergebnis, kündigt das Infrastrukturministerium an. Die Stadt habe nötige Unterlagen erst Ende 2017 eingereicht. Der Citykreis spricht sich indes für einen Abbruch des Verfahrens aus – Ziel müsse sein, Decathlon in die Innenstadt zu holen, etwa an den Glatten Aal oder die Nordkante des Neuen Marktes.

Gerald Kleine Wördemann

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