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Rostock Schwerer Start für Fahrgastreedereien
Mecklenburg Rostock Schwerer Start für Fahrgastreedereien
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00:06 09.05.2018
René Weishaupt ist Kapitän der Käpp’n Brass, mit den Kreuzfahrtgästen werden die Hafentouren immer internationaler. Quelle: Fotos: Michael Schissler
Warnemünde

Der Herrentag steht vor der Tür – und den Fahrgastreedereien in Warnemünde verheißt der Wetterbericht schon jetzt nichts Gutes: Sturm und Regen sind für den traditionellen Ausflugstag angesagt. Dabei hatten die Fahrgastschiffer schon zu Beginn der Saison mit einigen Wetterwidrigkeiten zu kämpfen.

Schon Ostern und am 1. Mai nur wenig Passagiere / Geschäft mit Gruppen sichert Einnahmen

„Zum Ostern gab es Schnee und am 1. Mai hatten wir Sturm“, sagt Reeder Reinhard Kammel und verweist auch nun auf den Herrentag. Die Fahrgastzahlen lagen dann auch unter seinen Erwartungen. „Petrus hat uns ganz einfach im Stich gelassen.“ Auch die Kundschaft selbst wird nach Kammels Einschätzung derzeit nicht zahlreicher oder steigt nicht mehr so häufig auf die Fahrgastschiffe. „Die Leute halten entweder ihr Geld zurück oder sie geben es für etwas anderes aus“, sagt er. Aber Kammel will nicht ins Jammern verfallen: „Die Saison geht jetzt ja erst richtig los und nach meinen Erfahrungen gleicht sich dann im Laufe des Jahres dann auch wieder alles aus.

Mit Gelassenheit sieht derzeit auch Britta Heckmann von der Fahrgastschifffahrt Heckmann die derzeitige Entwicklung. „Das Wetter ist doch pillepalle“, sagt sie, „bei uns läuft das Geschäft seit 28 Jahren.

Wenn es stürme und schneie, dann gehöre das ganz einfach zum Norden und auch zu Schifffahrt, „wenn es dann einmal ganz hart wird, bleiben wir eben einen Tag im Hafen“, sagt Britta Heckmann. Für den bevorstehenden Herrentag hat sie auch keine Befürchtungen, allerdings zum Schnatermann wird es diesmal nicht gehen, weil die Gaststätte dort geschlossen ist.

„Wir hatte eigentlich einen guten Start“, sagt Silvia Grahl von der Fahrgastreederei Käpp'n Brass GmbH, sie ist dort für die Organisation und für das Personal verantwortlich. „Der Januar und der Februar waren eisfrei, so dass wir ohne Probleme unsere Touren machen konnten“ und natürlich habe es eine Einbruch zu Ostern und zum 1. Mai bei den Gästezahlen gegeben“, sagt die Reedereimitarbeiterin, die schon seit Jahren sieht, dass sich das Geschäft verändert. „Man muss die Leute schon ansprechen, wenn sie aufs Schiff holen will“, sagt sie. Aber wenn sie dann mitgefahren seien, dann freuten sich auch darüber. Denn die Bootsführer sorgten bei den Touren für die entsprechende Unterhaltung und die richtigen Informationen über den Hafen. „Da muss man schon sagen, dass sich die Leute dafür interessieren, wer dort wieder investiert und was an Neuem entstanden ist – und das ist ja jetzt nicht so wenig.“ Allerdings müsse man auch einfach sagen, dass wir von Touristen, die hier sind nicht leben können“, fügt Silvia Grahl hinzu. Denn die Entscheidungskriterien für die Gäste seien einfach dazustellen: „Das geht einmal über den Preis und das geht über die Abfahrtzeiten“, so die Mitarbeiterin der Reederei. Keiner will viel zahlen und keiner will lange warten. Zudem stehen die Fahrgastreedereien in einem weiteren Wettbewerb. Viele Hotels in Warnemünde bieten Wellness, Pool und Sauna und jede Menge Aktivitäten an. „Dagegen müssen wir auch ankommen“, sagt Silvia Grahl, die sich noch gut an die Zeiten erinnern kann, als die Hotels die Hafenrundfahrten mit ihren Arrangements verkauft haben und nahezu wöchentlich mit ihren Gästen auf den Schiffen vertreten waren. Heute seien auch die Open-Air-Veranstaltungen in Warnemünde ein Alternativangebot für die Touristen.

Deswegen setzt man bei der Fahrgastreederei Käpp'n Brass GmbH auf Veranstaltungen. „Wir halten Kontakt zu den Firmen in der Stadt und in der Umgebung“, sagt Silvia Grahl, „und organisieren für sie Feste an Bord oder wir bieten Familienfeiern an.“ Gute Nachfrage habe man immer mit den Belgleitfahrten für die Kreuzfahrtschiffe. René Weishaupt ist seit 15 Jahren in der Branche tätig, unter anderem auch als Kapitän: „Die Rundfahrten sind internationaler geworden“, sagt er, und bedauert etwas, dass es nicht mehr die Schlangen wie früher am Kai gibt.

Michael Schißler

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