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Seilschaft mit Ausblick

Warnemünde Seilschaft mit Ausblick

Industriekletterer nehmen die Welle vom Dreizack an der Nordseite des Hotels „Neptun“ ab. Die Bronzeskulptur soll restauriert werden.

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Auf H�he des 16. Stockwerks demontieren die Kletterer die Bronzewelle am Hotel Neptun.

Quelle: Karsten Wilke

Warnemünde. Ein leichter Wind umweht das Hotel Neptun in Warnemünde. Trotz diesigen Wetters und leichten Nieselregens ist die Aussicht über die Promenade und den Strand des Ostseebades atemberaubend. Dafür haben Falko Weise Schmidt (46) und Perry Schmidt (50) jedoch zunächst keinen Blick. An Kletterseilen befestigt baumeln sie auf Höhe des 16. Stockwerks an der Nordseite des Hotels. Ruhig sprechen sie ihre Handgriffe ab, denn es gilt die Welle aus Bronze unterhalb des Dreizacks zu lösen. Das Wahrzeichen des Hotels soll restauriert werden.

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Wir sind stolz auf den Dreizack und die Welle. Sie sind unser Markenzei- chen, und wir werden sie auch in Zukunft turnusmäßig warten lassen.“Guido Zöllick, Hoteldirektor Neptun

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„ Das ist mal eine schöne Baustelle mit tollem Ausblick. Sonst arbeiten wir viel im Denkmalschutz und für die Industrie“, erklärt Falko Weise Schmidt. So sind die beiden Berufskletterer unter anderem am Schweriner Dom und der Stadtkirche Ludwigslust im Einsatz. „Vorige Woche sind wir im Ölhafen Rostock geklettert“, erzählt er. Beide sind schon seit ihrer Jugend aktive Kletterer. „Wir sind als Freizeitsportler vor allem in der Sächsischen Schweiz und später in den Alpen geklettert“, erzählt Schmidt. „Vor 20 Jahren haben wir dann unsere Firma gegründet“, ergänzt sein Kletterpartner.

1990 war das Wahrzeichen des Neptun schon zwei Jahrzehnte alt. 1970 ist die Bronzeskulptur vom Schweriner Gebrauchsgrafiker Jürgen Selke vom Produktionsgenossenschaftlichen Handwerk Werbung in Schwerin entworfen worden. Nun kehrt es an den Ort seiner Entstehung zurück. Denn in Schwerin sollen die Unterkonstruktion der Welle erneuert und Schäden ausgebessert werden. „Die 40 Jahre in der salzigen Seeluft haben eben das Material angegriffen“, erklärt Falko Weise Schmidt.

Der eigentliche Dreizack kann aber an der Hausfassade bleiben. „Der ist noch fest verschraubt“, erzählt Perry Schmidt, als sie das 2,50 Meter breite und 1,20 Meter hohe Wellen-Teilstück sicher zur Erde herabgelassen haben. „Es ist schwerer, als es aussieht. Ich denke, es wiegt so um die 40 bis 50 Kilogramm“, schätzt Perry Schmidt.

Ungefährlich war der Auftrag nicht. Am Dienstag hatten die beiden Industriekletterer einen ersten Demontageversuch aufgrund des Wetters abbrechen müssen. In drei Wochen hoffen die Kletterer erneut auf gutes Wetter, denn dann soll die Neptun-Welle von der Restaurierung zurück sein.

Dann werden sich Falko Weise Schmidt und Perry Schmidt wieder über die Brüstung des 68 Meter hohen Hotels wagen. Auch in Zukunft will Hoteldirektor Guido Zöl- lick das Hotelsymbol warten lassen. „Wir sind stolz auf unser Markenzeichen. Wir werden es turnusmäßig überprüfen. Damit die Sicherheit gewährleistet bleibt“, sagt der Hotelchef.

Neptun
Der römische Gott Neptun war der Gott der fließenden Gewässer, der springenden Quellen und des Wetters. Dargestellt wird er zumeist mit seinem Symbol, dem Dreizack, einem Speer, der als Waffe und Jagdgerät dient. Häufig wird Neptun mit Bart und langen Haaren dargestellt.

Karsten Wilke

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