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Rostock „Uns Senioren geht es gut in Warnemünde“
Mecklenburg Rostock „Uns Senioren geht es gut in Warnemünde“
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18:12 08.11.2018
Horst Döring ist als Leiter des Seniorenausschusses im Ostseebad Warnemünde unterwegs. Im kommenden Jahr will er den Staffelstab jedoch abgeben. Quelle: Johanna Hegermann
Warnemünde

Warnemünde ist gemessen an der Bevölkerung der älteste Stadtteil Rostocks (Stand: 2017). Demnach ist auch die Gruppe der Rentner hier relativ groß – um für sie einzustehen, hat sich im Ortsbeirat vor rund vier Jahren der Seniorenausschuss gegründet. „Es gibt rund 750 bis 800 Senioren in Warnemünde und Diedrichshagen. Für die wollen wir da sein“, sagt Horst Döring (Linke), der Ausschuss-Leiter.

„Leute außerhalb des Berufs wollen auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Sie wollen lebenswerte Bedingungen vorfinden“, erzählt der 81-Jährige. Diese würden nicht nur vom Geld abhängen, sondern vielmehr von der Akzeptanz der Gesellschaft. „Viele ältere Menschen haben keine oder zu wenige Kontakte“, spricht Döring das Thema „Einsamkeit im Alter“ an. Das liege gerade hier im Osten an den „gebrochenen Biografien“ der Einwohner. „Viele leistungsfähige Personen sind nach der Wende in die alten Bundesländer gegangen. Ihre Eltern sind oft hiergeblieben.“ So hätten viele Senioren keine Familie mehr in der Nähe. Der Seniorenausschuss will seine Bemühungen auf das Ostseebad Diedrichshagen ausweiten. Denn dort gebe es eine ganz andere Struktur. „In Diedrichshagen gibt es viele Eigenheime und darin sitzen viele Ältere, die Kontakte suchen. Zunehmend auch Witwen“, erklärt Döring.

Gerade daher seien Veranstaltungen und Angebote speziell für diese Altersgruppe so wichtig. Als Konkurrenz zur Arbeiterwohlfahrt, zur Volkssolidarität oder zum Arbeiter-Samariter-Bund sieht sich der Ausschuss nicht, sondern eher als ergänzendes Angebot.

Jeden ersten Mittwoch im Monat veranstaltet der Ausschuss eine Sprechstunde für Senioren. Hier können diese von ihren Problemen, aber auch Ideen erzählen. Auch Bildungsangebote hat der Ausschuss im Repertoire. „Wir haben eine Zusammenarbeit mit der Ecolea-Schule“, verrät Döring. In unregelmäßigen Abständen erklären Schüler den älteren Mitbürgern, wie moderne Technik, wie Smartphones oder Tablet-PCs, funktionieren. „Diese Aktion mit jüngeren Leuten pusht die Teilnehmer total“, schwärmt der Vorsitzende.

„Ein Grundsatzproblem ist, dass wir kein Begegnungszentrum in Warnemünde haben“, bemängelt Horst Döring. Seit Jahren wünscht sich der Ortsbeirat einen solchen Treffpunkt für Senioren, aber auch für Jugendliche. „Wenigstens 200 Personen müssen dort Platz finden.“ Das habe man zuletzt beim Seniorentag in Warnemünde feststellen müssen, der im Vereinsheim der Kleingartenanlage „Am Moor“ stattfinden konnte. „Da wurde es ganz schön eng.“ Denn mit so einer hohen Nachfrage habe man nicht gerechnet. 70 Sitzplätze gab es, doch rund 130 Besucher kamen. Ein großer Erfolg. Dennoch: „Wir müssen daraus unsere Lehren für die kommenden Seniorentage ziehen.“

Warnemünde, der älteste Stadtteil

Der Durchschnitts-Warnemünder ist 55 Jahre alt – damit ist das Ostseebad gemessen an der Bevölkerung der älteste Stadtteil Rostocks. Am jüngsten ist die Kröpeliner-Tor-Vorstadt mit rund 37 Jahren. Das geht aus dem aktuellen Statistischen Jahrbuch der Hansestadt für 2017 hervor. Im Durchschnitt sind die Rostocker 44,9 Jahre alt – acht Jahre älter als 1992. Und mit steigendem Alter verändern sich auch die Anforderungen in den einzelnen Stadtteilen.

Die Infrastruktur sei in Warnemünde für Rentner durchweg positiv. Gerade das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs sei hervorragend. „Hier haben wir mit der RSAG auch bereits eine Busschule veranstaltet, in der Senioren lernen können, wie sie mit Gehhilfen den Bus nutzen können“, erklärt Döring.

Ein kleineres Problem gebe es in der medizinischen Betreuung. „Die ist bei uns eher durchschnittlich. Fachärzte zieht es eher in die Innenstadt“, sagt Döring. Apotheken gebe es hingegen genug.

Auch die Situation der Straßen verbessere sich zunehmend. Durch die grundlegende Instandsetzung würden Barrieren für Menschen mit Gehhilfen oder auch im Rollstuhl wegfallen. So auch bei der Erneuerung des Kirchenplatzes, der Kirchenstraße und der Alexandrinenstraße. Bald reihe sich hier auch die Seestraße ein, an der noch gebaut wird. Probleme gebe es unter anderem noch in der Mühlen-, Heinrich-Heine- und der Dänischen Straße. Sie wurden auch in den aktualisierten „Katalog für kaputte Gehwege“ eingetragen, der an die Verwaltung weitergeleitet wurde.

Auch im kommenden Jahr plant der Seniorenausschuss in Warnemünde zahlreiche Veranstaltungen – darunter auch den vierten Seniorentag. Doch im Frühjahr 2019 gibt Horst Döring seinen Sitz in der Bürgerschaft und im Ortsbeirat sowie seine Funktion als Leiter des Seniorenausschusses ab. „Man sollte schließlich aufhören, solange die Leute noch ein bisschen traurig sind, wenn man geht“, erzählt er schmunzelnd.

Johanna Hegermann

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