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Rostock Sexarbeit in Rostock: Beratung und Krankheitsprävention
Mecklenburg Rostock Sexarbeit in Rostock: Beratung und Krankheitsprävention
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00:17 18.05.2018
Sandra Kamitz und Nadine Herrmann vom Sela und Tom Scheel und Robert Holz vom CSG. Quelle: Fotos: Susanne Gidzinski
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

„Sexarbeit ist in unserer Gesellschaft ein stark tabuisiertes und negativ assoziiertes Thema“, erklärt Sandra Kamitz, Beraterin der Sela-Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit. Ebenso verhält es sich mit sexuell übertragbaren Infektionen wie beispielsweise HIV, bestätigt Tom Scheel vom Centrum für sexuelle Gesundheit (CSG): „Noch immer müssen an Aids erkrankte Menschen damit rechnen, diskriminiert, ausgegrenzt und sogar angefeindet zu werden.“ Damit dem entgegengewirkt und gleichzeitig den Betroffenen geholfen werden kann, haben die Beratungsstellen beschlossen, ein gemeinsames Büro in der Doberaner Straße zu beziehen.

Beide Einrichtungen profitieren vom Zusammenschluss.Ulrike Bartel Frauen helfen Frauen

„Wir beraten in zwei Themenbereichen, die sehr eng miteinander verknüpft sind, da bietet sich die Zusammenarbeit an. Oftmals sind Sexarbeiter von sexuell übertragbaren Krankheiten betroffen“, berichtet Scheel. „Mit den gemeinsamen Räumlichkeiten ermöglichen wir unseren Klienten kurze Wege.“

„Beide Einrichtungen profitieren von diesem Zusammenschluss, weil regelmäßig ein Fachaustausch stattfinden kann“, sagt Ulrike Bartel, Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen, zu dem die Sela gehört. In der Vergangenheit haben zwischen den Beratungsstellen bereits mehrere Kooperationen und Projekte stattgefunden. „Man merkt, die Chemie stimmt zwischen den Teams“, so Bartel weiter.

Seit 2002 leiten Robert Holz und Tom Scheel das CSG. Zu ihren Aufgaben gehört es in erster Linie, über sexuell übertragbare Infektionen und Prävention aufzuklären und zu beraten und gleichzeitig auch Betroffene zu begleiten. „Es handelt sich dabei um ein sehr schwieriges Thema, vor dem viele Menschen Angst haben. Für Betroffene oder all jene, die befürchten betroffen zu sein, ist es kein leichter Schritt, sich jemandem anzuvertrauen“, meint Scheel. Aus genau diesem Grund wird in der Beratungsstelle Wert auf Anonymität gelegt, und das gilt auch beim HIV-Schnelltest.

Die Aufgaben der Sela unterteilen sich in zwei Bereiche. Zum einen in die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbereiche von Sexarbeitern und zum anderen in den Abbau von Vorurteilen gegenüber diesem Beruf. „Im Gesetz ist Prostitution klar definiert, dennoch möchten viele nicht wahrhaben, dass sie ein Teil unserer Gesellschaft ist“, betont Kamitz. „Leider findet ein großer Teil der Sexarbeit im Geheimen statt. Der öffentlich sichtbare Bereich umfasst nicht einmal die Hälfte der tatsächlichen in Rostock existierenden Sexarbeiter.“

Um zumindest den gemeldeten Sexarbeitern gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, besuchen die beiden Beraterinnen Sandra Kamitz und Nadine Herrmann zwei Mal wöchentlich Arbeitswohnungen der Prostituierten. Sie beraten sowohl in Hinsicht auf die Arbeitssituation als auch im Bereich Steuern und Recht. „Uns ist es wichtig, dass die Frauen und Männer eine Anlaufstelle haben und wissen, dass sie hier Rat und Unterstützung bekommen", sagt Kamitz weiter.

Mit dem Umzug in die KTV sei es nun für viele Klienten leichter, die Beratungsstelle aufzusuchen. „Der letzte Standort in der Südstadt war weniger optimal. Da die meisten Sexarbeiter im Zentrum arbeiten, bedeutete es für sie viel zu lange Wege“, sagt Bartel.

Doch ganz so einfach war der Umzug für die beiden Einrichtungen nicht. Knapp ein Jahr lang suchten sie nach geeigneten Räumlichkeiten. „Wir haben zwar vorher schon passende Büros gefunden, doch wurde uns immer abgesagt“, erzählt Kamitz. Woran es letzten Endes gelegen hat, lässt sich nur spekulieren.

Wer das Angebot der Beratungsstellen in Anspruch nehmen möchte, der findet sie in der Doberaner Straße 7 oder kann sie unter den Mailadressen Sela@fhf-rostock.de und beratung@csg-rostock.de erreichen.

Susanne Gidzinski

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