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Rostock Sie bringen auch Ärzte ins Netz
Mecklenburg Rostock Sie bringen auch Ärzte ins Netz
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00:18 04.05.2018
Haben gestern gemeinsam mit den Projektpartnern das neue Kompetenzzentrum eröffnet: Frank Fischer (2. v. l.) vom Bundeswirtschaftsministerium, Christian Schmidt (3. v. l.), Ärztlicher Direktor der Rostocker Unimedizin, und Zentrumsleiter Andreas Müller (2. v. r.). Quelle: Foto: Ove Arscholl

Ärzte, Kleinunternehmer und mittelgroße Betriebe sollen hier ab sofort Hilfe bei der Umstellung auf digitale Technik bekommen: Im Biomedizinischen Forschungszentrum an der Schillingallee ist gestern das sogenannte Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum eröffnet worden. Zum Angebot gehören kostenlose Schulungen, Kontakte zu anderen Betrieben und Beispiele für erfolgreiche digitale Lösungen. Auch erarbeitet das Kompetenzzentrum gemeinsam mit den Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie.

Der Bund investiert rund 3,5 Millionen Euro in das Projekt, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist. Insgesamt gibt es nun bundesweit 23 Kompetenzzentren, die helfen sollen, die Digitalisierung voranzutreiben. Denn diese sei maßgeblich für die Entwicklung des Industriestandortes Deutschland, sagt Frank Fischer, Leiter des Referates Mittelstand-Digital im Bundeswirtschaftsministerium.

„Bisher liegen wir hier nur im Mittelfeld.“ Auf dem Weg von Berlin nach Rostock habe Fischer zudem zu spüren bekommen, wie schlecht die Internetverbindung ist. „Die Möglichkeiten online zu arbeiten, waren beschränkt.“ Auch Ralf Svoboda, Leiter des Referates Technologie im Landeswirtschaftsministerium, betont: „Wir haben Nachholbedarf.“

Wie groß jedoch die Berührungsängste mit der digitalen Technik sind, stellt Frank Richter täglich fest. Der Wismarer bietet mit seiner Firma „Richtersystem“ IT-Lösungen für Mediziner an. „Viele Ärzte befürchten, den Kontakt zu ihren Patienten zu verlieren.“ Das Gegenteil sei jedoch der Fall: „Es werden neue Kommunikationswege geschaffen“, betont Richter. Er schätzt, dass gerade einmal 35 bis 40 Prozent der Arztpraxen in MV derzeit intern digitalisiert seien – heißt: Der Rest führt noch handschriftlich geführte Aktenordner.

Auch werde mit den Patienten so gut wie gar nicht auf digitalem Wege kommuniziert – weniger als ein Prozent der Ärzte greife zum Beispiel auf eine Patienten-App zurück. Einer der Vorreiter ist hier Allgemeinmediziner Marco Krüger aus Gnoien (Landkreis Rostock). Bei ihm können Patienten via Smartphone Medikamentenpläne herunterladen, Folgerezepte anfordern, Messwerte für den Blutdruck eingeben und direkt mit der Hausarztpraxis via Chat kommunizieren. „Die Digitalisierung vereinfacht Abläufe. Ich kann effizienter arbeiten und mir stehen alle Dateien sofort zur Verfügung“, sagt Krüger.

Allerdings sei die Patienten-App nicht für jeden geeignet. „Es kommt immer auf die Person an. Wer mit einem Smartphone vertraut ist, steht dem offener gegenüber“, sagt der 36-Jährige.

Das Rostocker Kompetenzzentrum soll helfen, Hemmschwellen bei Ärzten und in Unternehmen abzubauen. Denn langfristig werde keine Praxis und kein Betrieb daran vorbeikommen, die Arbeitsabläufe zu digitalisieren, ist sich Zentrumsleiter Andreas Müller sicher. Das gelte zum Beispiel auch für den Bäcker, der mit Wetterdaten den möglichen Bedarf an Backwaren ermitteln könne. Oder für den Handwerker, der mit modernsten Messinstrumenten seine Arbeit vereinfachen und verbessern könne.

Die Schwerpunkte des Kompetenzzentrums liegen auf Medizintechnik und Tourismus. Doch auch Unternehmen aus den Bereichen Ernährung, Handwerk, Logistik und dem Bauwesen sollen perspektivisch angesprochen werden. Als Beispiel nennt Müller einen Produzenten von Sanddorn-Marmelade auf dem Darß: „Wenn er einen E-Shop eröffnen will, stehen wir ihm zur Seite, und helfen auch bei Fragen des Datenschutzes.“An das Zentrum seien zudem Start-up-Firmen angeschlossen, die bei der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen helfen können.

Kontakt: ☎ 0381 / 4031800

André Wornowski

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