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Rostock So berichteten Rostocker Medien über Lichtenhagen
Mecklenburg Rostock So berichteten Rostocker Medien über Lichtenhagen
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15:44 02.08.2017
Ausgaben der OSTSEE-ZEITUNG vom 21. August 1992 (oben) und vom 24. August 1992 (unten) Quelle: Repros: Oz
Rostock

Der OSTSEE-ZEITUNG (OZ) und den Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN) wurden kurz nach den rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen Ende August 1992 der Vorwurf gemacht, die Gewalttätigkeiten rund um das Sonnenblumenhaus mit herbeigeschrieben zu haben. Die OZ und die NNN sollen schon im Vorfeld der Ausschreitungen auch ausländerfeindlichen Anwohnern ein Podium geboten haben. In Leserzuschriften seien konkrete Gewaltandrohungen gegen Asylbewerber vor der Zentralen Aufnahmestelle verbreitet worden.

Mehrere Tageszeitungen haben in Rostock über die rassistischen Krawalle berichtet. Vor dem Beginn sollen auch sie Stimmung gegen die Flüchtlinge gemacht haben.

Ein Blick in Ausgaben beider Tageszeitungen vor dem Ausbruch der fremdenfeindlichen Ausschreitungen fördert Beispiele, die die Vorwürfe belegen, zutage.

So lässt die OZ am 21. August 1992 unter der Schlagzeile „Lichtenhäger wollen Protest auf der Straße“ drei junge Männer aus diesem Stadtteil zu Wort kommen. Erschreckend vorausschauend lesen sich deren Ankündigungen: „Die drei wollen davon wissen, daß die rumänischen Roma ,aufgeklatscht’ werden sollen. ,Die Rechten haben die Schnauze voll!’ ,Wir werden dabei sein’, sagt Thomas, ,und du wirst sehen, die Leute, die hier wohnen, werden aus den Fenstern schauen und Beifall klatschen.'“

Die NNN veröffentlichen unter der Überschrift „Anonymer Anrufer kündigt ,heiße Nacht’ an“ am 19. August 1992 auf der Titelseite einen Beitrag, in dem der Anrufer zur Gewalt gegen Menschen in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (Zast) aufruft. „In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wolle man in Rostock-Lichtenhagen Ordnung schaffen“, heißt es. In derselben Ausgabe kommt der Anrufer unter der Überschrift „Lichtenhäger Bürgerwehr will Zast ,aufräumen’“ noch einmal zu Wort – als Vertreter einer „Interessengemeinschaft Lichtenhagen“.

Bernhard Schmidtbauer

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