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Rostock So lecker ist Rostock
Mecklenburg Rostock So lecker ist Rostock
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20:00 27.07.2018
Von süß bis herzhaft - Rostock hat Feinschmeckern allerhand Leckeres zu bieten Quelle: pixabay
Rostock

„Willkommen am Eingang zur Hölle“, scherzt Johanna Fülle und lacht. Vor dem Liberty Delis haben sich zehn Hungrige um die Blondine gruppiert, heiß auf das, was jetzt gleich kommt. Fülles Versprechen hat sie hierher gelockt: Sieben Köstlichkeiten binnen drei Stunden offeriert die Stadtführerin der Truppe. Zu Häppchen will die Rostockerin Wissenswertes zur Geschichte und Architektur der Stadt servieren. Johanna Fülle ist Tourguide bei „Eat the World“. In 43 deutschen Städten werden unter diesem Titel besondere Rundgänge geboten. Johanna Fülle lädt zur Schlemmerreise durch Rostocks Altstadt.

Erste Station: Kröpeliner Straße. „Hey, ihr Piraten, wir sind da“, ruft Johanna Fülle ins Delis. „Wer hier vorbeiläuft, verpasst echt was – nämlich die besten Burger der Stadt“, erklärt sie den Tourteilnehmern. Heute ist die Kostprobe allerdings fleischfrei. Delis-Chef Jan Schernau tischt seinen Gästen Knuspriges auf: American Fries, Wedges, Süßkartoffel-Pommes, dazu Jalapeño-Dip und Mango-Curry-Sauce. „Na, dann legt mal los.“ Das lassen sich die Zehn nicht zwei Mal sagen. Binnen Minuten sind alle Schälchen leergeputzt.

Auf Kulinarik folgt Kultur: Am Alten Kantorat und der Marienkirche nimmt Johanna Fülle die Gruppe mit auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte. Fakten zur Architektur würzt sie mit Anekdoten. Immer launig, nie langweilig. Nach historischem Gemäuer darf’s dann wieder ein moderner Happen sein.

Wallnuss-Schokolade bei „Weine und Mehr“

Fastfood-Ketten lässt Johanna Fülle links liegen. Sie steuert ausschließlich inhabergeführte Betriebe an. Das „authentische Rostock“ wolle sie ihren Gästen zeigen. Und das zergeht auf der Zunge: Im „Weine und Mehr“ in der Breiten Straße reicht Thomas Altschul eine Schokotafel der Manufaktur „Kilian&Close“ aus. Joram Soch nascht ein Stück. „Hmm, lecker.“ So lässt sich der Berliner, der mit seiner Frau in Warnemünde urlaubt, den Abstecher in die City gern versüßen. „Die Walnüsse in der Schokolade wurden mit Kokosblütenzucker karamellisiert“, erklärt Johanna Fülle. „Das schmeckt man raus“, meint Jens Strietzel und liebäugelt mit dem letzten Stück. „Wenn keiner mehr möchte, nehm ich’s“, sagt er und grinst verschmitzt.

Raus aus dem kühlen Weingeschäft, hinein in die Gluthitze: 35 Grad im Schatten, die Sonne knallt. Johanna Fülle lässt sich davon nicht beeindrucken. Seit einem Jahr bietet sie ihre Schlemmertouren an. „Ich laufe bei jedem Wetter.“ Und auch in kleiner Runde: Wer „Mitesser“ nicht mag, kann sich Fülle für eine Privatführung buchen. Meist aber hat die Rostockerin viele Genießer im Schlepptau. Bis zu 16 Personen nimmt sie pro Tour mit. Darunter immer öfter Einheimische. „Die meisten sind überrascht, was es in Rostock alles gibt.“ Auch Rica Baterstradt entdeckt bislang ungekannte Seiten ihrer Heimatstadt. „Am Burgerladen von vorhin bin ich bisher immer vorbei gelaufen.“ Eine Tour, die Genuss für Geist und Gaumen bietet, sei ganz nach ihrem Geschmack.

Prasselkuchen beim Grubenbäcker

Weiter geht’s ins Gassengewirr der Östlichen Altstadt. Erster Halt: Grubenbäcker. Die Gruppe quetscht sich ins Lädchen. Johanna Fülle reicht ein Tablett mit Schinkenbrot herum. Für Süßspatzen gibt’s Prasselkuchen – Blätterteig mit Streuseln und Zuckerguss. Fülle begnügt sich mit einem Schluck aus der Wasserflasche. „Würde ich auf jeder Tour zulangen, würde ich schon durch die Straßen rollen“, sagt sie und lacht. Außerdem sei Futtern bei der Arbeit tabu. „Ich bin ja sowas wie der Gastgeber, wie ein Kellner. Und der setzt sich auch nicht mit an den Tisch.“

Durch die Sackpfeife schlendert die Gruppe auf den Alten Markt und wird prompt erfrischt. Hier pustet der Wind. Dafür wirds thematisch brenzlich: Johanna Fülle berichtet von Rostocks erstem Hexenprozess. Anschließend führt sie die Gruppe rechts an der Petrikirche vorbei und hinter dem Grabmal von Reformator Slüter durch die Stadtmauer. An der Steinwand geht's längs zum Cado’s. Die malerische Crèperie fernab aller Touri-Hotspots sei ein Geheimtipp, sagt Fülle. Hier kehren fast nur Rostocker ein. „Wir wollten ein Café aufmachen, in das Einheimische immer wieder gern gehen“, erklärt Dominique Trommer. Mit seiner Frau Cati hat der Koch für die Truppe Buchweizen-Galettes mit Ziegenkäse, Feigensenf und Rucola vorbereitet. Petra Strietzel gönnt sich dazu den hausgemachten Eistee. „Der ist so gut“, schwärmt sie und lässt sich einen zweiten Becher für unterwegs mitgeben. Seit 16 Jahren machen sie in der Region Urlaub, sagt ihr Mann Jens. „Und wir lernen immer wieder etwas Neues kennen. Rostock hat sich toll entwickelt.“ Hannover, in dessen Nähe er lebt, könne da bei Weitem nicht mithalten.

Mango-Cupcakes im Törtcheneck

Die Tour führt in die Altschmiedestraße. Im Schatten einer Häuserzeile erzählt Johanna Fülle, wie ein Bäckerlehrling hier 1677 die größte Brandkatastrophe Rostocks entfachte. „Da haben Sie ein heißes Thema für den nächsten Party-Smalltalk“, scherzt Fülle. Zuckersüß geht’s weiter: Vor dem Törtcheneck schwelgen die Teilnehmer in Mango- und Schoko-Cupcakes. Auch wenn’s schwerfällt – satt essen sollte sich daran niemand. Drei weitere Stationen hat Fülle noch in petto.

Nach drei Stunden sind alle pappsatt und haben dennoch Appetit – auf Rostock und seine tollen Lokale.

„Eat the World“

43 Städte in allen Teilen Deutschlands stehen aktuell im Portfolio von Eat the World. Jede Tour bietet sieben Kostproben von Bistros, Cafés und Feinkostläden an. Gleichzeitig erfahren Teilnehmer Wissenswertes über die Geschichte, Kultur und Architektur des jeweiligen Stadtviertels. In Rostock werden aktuell zwei Touren angeboten: Die erste für durch die Altstadt, die zweite durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt.

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