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Rostock Societät: Ein Museum für 800 Jahre Hansestadt
Mecklenburg Rostock Societät: Ein Museum für 800 Jahre Hansestadt
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06:22 08.03.2018
Die Societät in Rostock: Bislang sollte sie der Sitz des neuen Archäologischen Landesmuseums werden. Nun plant die Stadt hier aber ein Museum zur Stadtgeschichte. Quelle: OZ-Archiv
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Rostock

Ausgerechnet die Regierung in Schwerin macht den Weg für ein neues städtisches Museum frei: Eigentlich sollte das Land das denkmalgeschützte Haus gleich gegenüber des Steintores nutzen – als Standort für das geplante Archäologische Landesmuseum. Dort die Alterstumsforscher und auch die Ministerien wollen die Societät nicht mehr. Sie planen stattdessen – zusammen mit Rostock – einen Museumsneubau am Stadthafen. Rund 40 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. „Im Moment sieht es so aus, als würde das Landesmuseum nicht in die Societät ziehen. In der Bürgerschaft zeichnet sich eine Mehrheit, sich an den Neubau auch finanziell zu beteiligen“, sagt Henning Wüstemann (Grüne), der Vorsitzende des Rostocker Kulturausschusses. Folge: „Wir brauchen deshalb einen neuen Plan für das Haus August- Bebel-Straße 1“.

Pläne liegen bereits vor

Den gibt es bereits seit 2013: Seit mehr als vier Jahren liegt das Konzept für ein neues Historisches Museum in den Schubladen der Stadtverwaltung. Damals war es an den Kosten gescheitert: „Der Umbau der Societät wurde dereinst mit mehr als acht Millionen Euro beziffert“, sagt Wüstemann. Für die vor Jahren noch hoch verschuldete Hansestadt zu viel Geld. Ab 2019 aber ist Rostock nun alle Schulden los, macht Millionen- Überschüsse – und könnte die alten Museumspläne umsetzen. „Wir müssen uns eh um die Societät kümmern. Das Haus steht unter Denkmalschutz, muss erhalten und saniert werden. Warum also nicht gleich etwas Vernünftiges daraus machen?“, sagt Grünen-Politiker Wüstemann. Im Kulturhistorischen Museum könne Rostock bisher nur einen kleinen Teil seiner Geschichte zeigen, ein Ausbau des alten Kloster ist kaum möglich. „Wir hätten an der Bebel- Straße endlich die Gelegenheit, die ganze Stadtgeschichte darzustellen – auch das Industrie-Zeitalter mit Heinkel, die DDR-Vergangenheit. Ein Museum für 800 Jahre Rostock“, so Wüstemann. Der Ausschuss fordert deshalb, spätestens bis 2027 die alten Museumsträume wahr werden zu lassen.

Vize-OB: Umbau bis 2021 denkbar

Doch es könnte sogar viel schneller gehen: Das neue Museum sei bereits Thema im Rathaus. „Wir könnten das Vorhaben bereits in den Haushalt 2020/2021 aufnehmen“, sagt Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Und auch Michaela Selling, die Leiterin des Kulturamtes und Chefin der städtischen Museen, begrüßt den Vorstoß des Ausschusses: „Wir haben die Pläne für die Sanierung und den Umbau fertig, das Konzept für ein neues Museum liegt komplett vor – und zwar für jeden einzelnen Raum der alten Societät.“ Theoretisch müsse die Bürgerschaft nur das Geld bereitstellen. Mehr als zehn Millionen Euro werde allein die Sanierung heutzutage kosten, schätzt Selling. „Und da sind die Kosten für die inhaltliche Ausgestaltung noch nicht inbegriffen.“ Dennoch ist sie überzeugt, dass das Geld gut angelegt wäre: „Wir werden immer wieder gefragt, warum wir kein Museum für die Stadtgeschichte haben – von Einwohnern, die mehr über ihre Heimat wissen wollen, und auch von Schülern und Lehrern, die lernen und lehren wollen“, so Selling. Und dann wäre da noch die steigende Zahl von Tagestouristen – von Kreuzfahrtgästen aus dem Ausland zum Beispiel.

Andreas Meyer

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