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Rostock Spatenstich am Umspannwerk
Mecklenburg Rostock Spatenstich am Umspannwerk
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07:42 10.05.2017
Auf dem Gelände des bestehenden Umspannwerkes in Bentwisch wird die neue Konverter-Anlage gebaut, viele Gäste kamen zum Auftakt. Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Der Boden ist verdammt hart und der erste Spatenstich für die neue Konverteranlage auf dem Gelände des bestehenden Umspannwerks in Bentwisch verlangt etwas Kraft von Investoren, Erbauern, Vizelandrat und Bürgermeisterin. Doch für das 132-Millionen-Euro-Projekt strengen sich alle Beteiligten gern an.

Am Umspannwerk in Bentwisch wurde mit dem symbolischen ersten Spatenstich der Baustart für eine neue Anlage zum Stromaustausch über die Ostsee gegeben. Für 132 Millionen Euro wird hier eine Konverter-Anlage errichtet. Investor 50Hertz und Projektpartner haben den Baustart gefeiert.

Die geplante Doppelkonverter-Anlage ist Teil des deutsch-dänischen Kooperationsprojektes „Kriegers Flak – Combined Grid Solution“, das der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz zusammen mit dem dänischen Pendant Energinet.dk. realisiert. Ein europaweit einmaliges Vorhaben, denn es wird über die sogenannte Konverter-Kurzkupplung in Bentwisch nicht nur Strom zwischen Dänemark und Deutschland ausgetauscht, sondern gleichzeitig auch die Windparkanbindung beider Länder genutzt.

„Wir schaffen eine weitere Stromverbindung nach Dänemark“, erklärt Dr. Henrich Quick, Leiter des Bereichs Offshore bei 50Hertz. Ohne neue Leitungen zu verlegen, denn es können die bestehenden Seekabel zu den Offshore-Parks genutzt werden. Nur ein 25 Kilometer langes Seekabel zwischen den Windparks Baltic I und II und Kriegers Flak müsste noch verlegt werden.

Der Strom fließt durch die schon seit 1996 existierende 170 Kilometer lange Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstrasse (HGÜ) durch die Ostsee zwischen Deutschland und Dänemark, das sogenannte „Kontek-Kabel“. Angekommen im Umspannwerk Bentwisch wird er hier „umgepackt“, wie Quick erklärt. Da die beiden Ländernetze nicht synchron arbeiten, werde der Strom je nach Bedarf im Konverter für die dänische Seite oder die deutschen Abnehmer umgewandelt. „Wir brauchen unbedingt weitere Kapazitäten“, betont Quick, denn bislang würden am Standort Bentwisch maximal 600 Megawatt übertragen. „Künftig kommen 400 Megawatt dazu.“ Die neue Anlage soll Ende 2018 fertig werden und Anfang 2019 in Betrieb gehen.

Lieferung und Bau der hochmodernen Technologie übernimmt der Anlagenbauer ABB. „Wir haben das Vergnügen, dieses interessante Projekt ausführen zu dürfen“, sagt Stefan Habild. Die Technologie der Hochspannungsgleichstromübertragung habe ABB vor über 60 Jahren erfunden und immer weiter entwickelt. „Mit einem technologischen Trick“ müsste der Strom für die Netze in Deutschland und Dänemark passend gemacht werden.

Bürgermeisterin Susanne Strübing ist froh über die Rieseninvestition in ihrer Gemeinde. „Dass sich 50Hertz nach über 20-jähriger Geschichte hier zur Weiterentwicklung des Standorts entschlossen hat, macht mich stolz“, sagt Strübing. Die Entscheidung war auch eine Kostenfrage. „Ursprünglich sollte die Stromumwandlung auf See passieren“, erläutert Quick, „aber das war zu teuer. Und dann hat die technische Analyse ergeben, dass der Standort hier auf dem Gelände des Umspannwerkes gut geeignet ist.“ Das Projekt wird finanziell gefördert durch das Europäische Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (EEPR). Anwohner seien von Anfang an in Baupläne und Maßnahmen einbezogen worden, lobt die Bürgermeisterin. Und so sind denn einige Bentwischer und Neuendorfer gestern auch zum symbolischen Spatenstich erschienen, um bei Bratwurst und Bier auf dem sonst streng abgeschirmten Gelände des Umspannwerkes einige Fragen an die Experten loszuwerden.

Dänischen und deutschen Strom verbinden

132 Millionen Euro kostet die Investition in eine sogenannte Konverter-Kurzkupplung im Umspannwerk Bentwisch. Damit die Windparks in der Ostsee in das deutsche und das dänische Übertragungsnetz einspeisen können und Strom über die Verbindung zwischen beiden Ländern ausgetauscht werden kann, ist die Konverteranlage notwendig. Die Frequenzen der Stromnetze von Dänemark und Deutschland arbeiten zwar mit gleicher Frequenz, aber leicht verschobenem Takt (Phase). Die Windparks werden deswegen mit der dänischen Phase arbeiten. In Bentwisch wird der auf See erzeugte Wechselstrom dann in Gleichstrom und unmittelbar danach in Wechselstrom nach kontinentaleuropäischer Phase umgewandelt. Die auf See erzeugte Windenergie in das Stromnetz an Land zu bringen, ist Aufgabe des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz.

Doris Kesselring

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