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Rostock Sperrung B 105: Wer kommt für Schäden in den Dörfern auf?
Mecklenburg Rostock Sperrung B 105: Wer kommt für Schäden in den Dörfern auf?
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00:01 20.10.2017
Mönchhagens Bürgermeister Karl-Friedrich Peters zeigt, wie die Randstreifen der Straßen durch den massiven Verkehr kaputt gehen. Quelle: Foto: Ove Arscholl

Häschendorf und Mönchhagen versinken weiter im Chaos. „Bei Unfällen und Bauarbeiten sind schon immer Fahrzeuge über die Straßen hier ausgewichen, aber so schlimm wie dieses Mal war es noch nie“, sagt der Bundestagsabgeordnete Peter Stein (CDU), der in Mönchhagen wohnt. Bernd Fey aus Häschendorf spricht inzwischen von „Verkehrsterror“. Zwei Schilder verbieten die Einfahrt in sein Dorf – beide werden weiter ignoriert. „Das geht schon so weit, dass die Schilder einfach beiseite gelegt werden“, sagt Polizeisprecher Gert Frahm. Laut Mönchhagens Bürgermeister Karl-Friedrich Peters haben einige Anwohner schon überlegt, ihre Autos auf die Straße zu stellen, um den Verkehr zu blockieren – aus Verzweiflung. „Aber das ist ja auch keine Lösung“, sagt Peters.

Kreistag-Ausschuss schaltet sich ein / Polizei fehlt Personal für mehr Kontrollen

Die Häschendorfer könnten ab morgen erlöst sein: Dann soll der zweite Bauabschnitt der Deckenerneuerung der B 105 fertig sein und die Vollsperrung aufgehoben werden. Doch es bleiben Fragen, eine Übersicht:

AWarum bestraft die Polizei die massiven Verkehrsverstöße nicht?

Anwohner fordern, dass sich die Beamten in Mönchhagen bei der Feuerwehr postieren und sämtliche Fahrer herausziehen, die sich über die Einfahrt-Verboten-Schilder hinweggesetzt haben. Laut Bußgeldkatalog drohen hier 20 Euro Strafe pro Verstoß. Laut Sprecher Gert Frahm behält sich die Polizei solche Kontrollen auch noch vor. „In erster Linie wollen aber wir verhindern, dass die Autos überhaupt durch das Dorf fahren.“

Allerdings sind die Beamten nur zu Spitzenzeiten morgens und nachmittags da. „Sobald sie weg sind, fährt jeder wieder, wie er will“, sagt Anwohner Bernd Fey. Polizeisprecher Frahm: „Wir haben nicht genug Personal, um die Zufahrt ständig zu kontrollieren.“

AWer bezahlt die Reparatur der entstandenen Schäden?

Zerstörte Grünstreifen, kaputte Gehwege und abgenutzte Straßen – laut Gesetz bleiben die Kosten für die Reparatur bei der Gemeinde hängen. „Es gibt ein Budget für die Instandhaltung der Bundesstraßen und ein Teil ist für die Beseitigung von Schäden vorgesehen – aber nur auf der ausgeschilderten Umleitungsstrecke“, sagt Bundestagsabgeordneter Stein. Auch gebe es einen Sonderfördertopf beim Land – dafür hätte der Straßenzustand jedoch vorab dokumentiert werden müssen. Stein will nun, dass sich der Wirtschaftsausschuss des Kreistages mit dem Thema befasst. Der 49-Jährige ist dort Vorsitzender.

Für Mönchhagens Bürgermeister Peters ist der Fall hingegen klar: „Es gilt das Verursacher-Prinzip: Wer für die Schäden sorgt, muss sie bezahlen. So ist es im Privatbereich auch.“ Der Bund sei daher als Bauherr in der Bringschuld.

AWarum meiden so viele die ausgeschilderte Umleitung?

Anwohner bemängeln, dass die Umleitung in Richtung Graal-Müritz auf der Autobahn nicht ausreichend ausgeschildert worden sei. Tatsächlich wollen die Behörden hier nachbessern: „Die Ausschilderung soll ergänzt werden“, sagt Helge Bothur von der Straßenmeisterei. Laut Polizeisprecher Frahm gibt es zwei Gruppen: Die Ortskundigen, die eines Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung in Kauf nehmen, um über die Schleichwege zu fahren. Zur zweiten Gruppe gehören die sogenannten Navi-Fahrer. „Sie sagen sich, es wird schon irgendwie funktionieren.“ Helge Bothur fordert eine Vorschrift, dass Navi-Geräte bei Baustellen nur Umleitungen auf Kreis- oder Landesstraßen anzeigen dürfen. Auch aus Sicht von Peter Stein müsste hier eine eindeutige gesetzliche Regelung getroffen werden.

Zweiter Bauabschnitt ist morgen fertig – B 105 übers Wochenende frei

Die Bundesstraße 105 soll über das Wochenende wieder frei befahrbar sein. Das teilt die Straßenmeisterei Pastow mit. Die Arbeiten auf dem zweiten Bauabschnitt zwischen Häschendorf und Kreuzung Mönchhagen sollen spätestens morgen beendet werden. Danach ist die Vollsperrung bis Montag aufgehoben. Mit der neuen Woche beginnt dann der dritte Bauabschnitt bei Purkshof. Es folgen weitere Bauarbeiten bis zur Kreuzung Bentwisch und bis nach Rövershagen. Am 7. November soll alles fertig sein.

André Wornowski

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