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Rostock Schiffszulieferer eröffnet Werk in Kavelstorf
Mecklenburg Rostock Schiffszulieferer eröffnet Werk in Kavelstorf
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Kreative Firmeneröffnung: Geschäftsführer Sven Torbeck (li.), Wirtschaftsminister Harry Glawe und Geschäftsführerin Petra Boelkow-Anderwald beobachten die Enthüllung einer Miniaturlandschaft. Quelle: Gerald Kleine Wördemann
Kavelstorf

Im Industriegebiet von Kavelstorf hat ein maritimer Zulieferer ein neues Werk eröffnet. Das Unternehmen Deckma produziert hier offiziell seit Mittwoch unter anderem Lichtsysteme, Heizungen, Alarm- und Feuerwarnanlagen für Schiffe und die Offshore-Industrie. „Der neue Standort ist ein Zeichen für den weiter wachsenden Bedarf der maritimen Branche im Zulieferbereich“, sagte Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bei der Eröffnungsfeier. Bestehende Arbeitsplätze würden mit der Ansiedlung gesichert, bis zu zehn neue kämen hinzu.

Deckma steht für Decksmaschinen und Automation, das Unternehmen aus Rosengarten bei Hamburg eröffnete bereits 1991 eine Niederlassung in Rostock. Der zurzeit florierende Schiffbau im Nordosten gab den Ausschlag, das bisherige Konstruktionsbüro zu einer Fertigungsstätte auszubauen. „Es ist bereits die zweite Ansiedlung aufgrund der guten Entwicklungen auf den MV Werften“, sagte Michael Sturm von der Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV. In Wismar hat unlängst das finnische Unternehmen NIT ein Werk, das komplette Inneneinrichtungen für die Kreuzfahrtschiffe liefert, die der Genting-Konzern aus Malaysia in Wismar, Warnemünde und Stralsund bauen lässt.

Betriebsleiter des neuen Werks ist der Rostocker Torsten Holtz. Er war der erste Mitarbeiter des Unternehmens in der Hansestadt. In der großen Halle sollen die Projektierung, die Produktion und die Logistik erfolgen. Der Spezialzulieferer beschäftigt die unterschiedlichsten Fachkräfte, wie zum Beispiel Lichtdesigner. Die Kunden sind auf der ganzen Welt, aber auch gleich um die Ecke. Die unzähligen Flusskreuzfahrtschiffe, die seit vielen Jahren auf der Warnemünder Neptun Werft gebaut wurden, haben beispielsweise ebenfalls Technik von Deckma an Bord. Das Land fördert die Ansiedlung mit 400 000 Euro, das Unternehmen investiert weitere 1,1 Millionen Euro.

Deckma ist ein Familienbetrieb. Geführt wird er von den Geschwistern Petra Boelkow-Anderwald und Sven Torbeck. Sie verantwortet das Kaufmännische, er ist technischer Geschäftsführer. Wie eng Familienleben und Firma in der Anfangszeit zusammenhingen, schilderte Torbeck in seiner Rede. Als Kinder mussten er und seine Schwester Teile ihrer Zimmer hergeben, damit dort Material gelagert werden konnte. Der Vater baute währenddessen im Keller Anlagen für Schiffe zusammen, die Mutter machte im Wohnzimmer die Buchhaltung. Gegründet wurde die Firma 1974, mittlerweile gibt es drei Standorte – Rosengarten, Bremerhaven und nun Kavelstorf (bisher Rostock). 39 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen insgesamt, Tendenz steigend.

Bei der Eröffnungsfeier geizten die Mitarbeiter nicht mit Nachweisen ihrer Kreativität. Während eine Band das Titelstück von „Piraten der Karibik“ spielte, wurde per Seilwinde ein blaues Tuch von einer detailreichen Modell-Landschaft gezogen – mit den Nachbildungen von Firmen aus der Umgebung, Zügen, Autos, bewachsenen Bergen und einem großen Flusskreuzfahrtschiff auf einem großen Fluss. Alles selbstredend mit besonders ausgefeilter Beleuchtungstechnik. Recht zünftig geriet im Vergleich dazu der anschließende Taufakt für die neue Fabrik, bei der eine Champagnerflasche auf einem großen, rostigen Anker zerplatzte.

Mit 11 500 Beschäftigten, 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und 300 Unternehmen ist die maritime Industrie der industrielle Kern von MV, sagte Glawe. Die Firmen sind im Schiffs- und Bootsbau, als maritime Zulieferer sowie in der Meeres- und Offshore-Technik tätig. Die Branche sei „bedeutsam und zukunftsträchtig“, heißt es im Wirtschaftsministerium.

Gerald Kleine Wördemann

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