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Rostock Aufbruchstimmung im Rostocker Sport
Mecklenburg Rostock Aufbruchstimmung im Rostocker Sport
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00:00 25.03.2014

Aufbruchstimmung im Rostocker Sport: Handballer und Segler haben ehrgeizige Ziele, die Basketballer gerade den Aufstieg hinter sich, die Vereine, die US-Sportarten, wie American Football, Baseball und Lacrosse, anbieten, arbeiten an einem gemeinsamen Zentrum, Leichtathleten oder Kanuten intensivieren die Nachwuchsarbeit. „Es tut sich was, davon bin ich überzeugt“, sagt Herbert Pankau, Präsident des Stadtsportbundes (SSB).

Jährlich gewinnen die gut 190 Vereine bis zu 2000 neue Mitglieder dazu. Fast 46 000 seien es jetzt, berichtet Pankau. Ehrgeizige Ziele haben beispielsweise die Handballer des HC Empor. Die Zweitliga-Mannschaft wolle ab nächster Saison um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mitspielen, sagt Vorstandschef Jens Gienapp. Für ein professionelleres Umfeld plant der Verein nach wie vor ein großes eigenes Trainingszentrum, in dem von den Knirpsen bis zu den Männern alle auflaufen. „Wo das sein wird, ist derzeit offen“, so Gienapp. Zuletzt war das frühere Werftgelände im Gespräch.

„Wenn eine solche Anlage entsteht, wird es wieder 1. Liga geben“, davon ist Herbert Pankau überzeugt. Dann könne auch der Nachwuchs gezielt gefördert werden. „Der Handball liegt mir am Herzen“, sagt der einstige Spitzenfußballer. „Als Präsident des Stadtsportbundes muss ich mich für alle einsetzen.“ Und so freut Pankau auch die positive Entwicklung bei den US-Sportarten American Football, Baseball und Lacrosse.

Deren Mitgliederzahlen gehen rasant nach oben, nur die geeignete Spielstätte fehlt. Die könnte entstehen, zumindest will die FDP einen „American Sports Club“ prüfen lassen. In der Verwaltung stößt dieser Wunsch auf offene Ohren, versichert Siegfried Schwadtke, Sportkoordinator im Büro des Oberbürgermeisters. Was die Vereine auf die Beine stellen, verdiene Respekt, und die Stadt helfe bereits.

So können die Footballer in der Saison zweimal das Leichtathletikstadion nutzen.

Das reiche nicht aus, sagt Jens Putzier von den Footballern der Rostock Griffins. „Eine eigene Anlage ist elementar für den Fortbestand unserer Sportarten.“ Die Footballer verzeichneten einen Riesenzulauf an Jugendlichen. Ein US-Sportzentrum „wäre eine Riesenchance und ein Fortschritt. Dann ist man nicht mehr auf das Wohlwollen anderer Mieter angewiesen“, erklärt Steffen Baxalary von den Bucaneros. Die Baseballer stellen mit 80 Mitgliedern derzeit eine Erwachsenen- und eine Jugendmannschaft. „Und es rückt glücklicherweise immer Nachwuchs nach.“ Jens Putzier hofft, dass eine geeignete Fläche gefunden wird, wenn jetzt öffentlich diskutiert werde, sei das schon ein Fortschritt. Putzier ist froh, dass die „US-Sportler“ gemeinsam handeln.

„Es funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt auch der ehemalige Segelweltmeister Mike Knobloch vom Vorstand des 2012 gegründeten Regattavereins, der inzwischen zehn Segelvereine vereint. Die hätten sogar eine gemeinsame Mannschaft gegründet. „Wir haben die Chance, am Wochenende in die Segel-Bundesliga aufzusteigen. Das wäre eine Riesensache“, sagt Knobloch.

Die 2. Liga haben gerade die Basketballer der „Seawolves“ geschafft, die weiter am Erfolg arbeiten wollen. „In unseren Planungen wollten wir in diesem Jahr die 500-Mitglieder-Marke knacken. Wir haben jetzt fast 600“, freut sich EBC-Marketingchef Christian Stecher. Ein Problem teilen aus Sicht von SSB-Präsident Pankau alle. „Leider hängt vieles am Geld.“ Sponsoren stehen in Rostock nicht Schlange, und für den Bau von Sportstätten habe die Stadt nicht genug finanzielle Mittel.

46 000 Mitglieder

194 Vereine bieten laut Stadtsportbund (SSB) ein breites Angebot mit 128 Sportarten. Die Palette reicht von den klassischen Mannschaftsport- arten, über Einzeldisziplinen und Wassersportarten, wie Rudern, Kanu oder Segeln, bis hin zu neuen Trendsportarten, wie American Football, Baseball oder Lacrosse. Selbst ein Ski-Club existiert in Rostock. Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, derzeit liege die Zahl bei etwa 46 000, erklärt SSB-Präsident Herbert Pankau. Zuletzt habe es jährlich einen Zuwachs von bis zu 2000 Mitgliedern gegeben.



Thomas Niebuhr, Frank Pubantz und Daniel Heidmann

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