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Deutschlands Karate-Elite sammelt Kräfte an der Ostsee

Warnemünde Deutschlands Karate-Elite sammelt Kräfte an der Ostsee

Die Nationalmannschaft des Deutschen Karate-Verbandes (DKV) bereitet sich mit einem Trainingslager in Warnemünde auf die Weltmeisterschaften in Bremen vor.

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Trainiert in Warnemünde: Karateka Jonathan Horne (26) ist die Medaillenhoffnung des DKV.

Quelle: DKV

Warnemünde. Ohne Fleiß keinen Preis — das gilt auch für Deutschlands Karate-Nationalmannschaft. Die 21 Männer und Frauen bereiten sich ab Freitag in Warnemünde auf die Weltmeisterschaft in dieser Kampfsportart vor, die Anfang November erstmals in Deutschland, in Bremen, stattfindet. Bis zum 4. September stehen mindestens im Ostseebad zwei Trainingseinheiten pro Tag auf dem Programm der Karatekämpfer.

„Hier in Warnemünde finden wir die besten Bedingungen für unser Trainingslager vor — und wir haben die größtmögliche Unterstützung erhalten“, sagt der Sportdirektor des Deutschen Karate-Verbands (DKV), Ralph Masella (54). Für den Rostocker gibt es natürlich auch einen anderen Grund: Er kennt die Gegebenheiten bestens, und mit vielen Partnern gibt es schon lange Zeit eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit. Wohnen werden die Sportler beispielsweise im Hotel Neptun, trainiert wird überwiegend in der Sporthalle der privaten Ecolea-Schule.

Für die Hilfe und Unterstützung beider Häuser bedankt sich Masella ganz besonders. Und schließlich ist noch ein dritter Partner mit im Boot: die Rostocker Uniklinik. Orthopäde Dr. Björn Lembcke gehört der Medizinischen Kommission des DKV an und betreut die Nationalmannschaft im Trainingslager, und auch der Chef der Rostocker Orthopädie, Professor Wolfram Mittelmeier, ist Karatekämpfer und unterstützt den DKV seit vielen Jahren.

Die 21 Sportler, acht Frauen sind dabei, sowie das sechsköpfige Trainer- und Betreuer-Team kommen fast aus ganz Deutschland. Einige werden bis Laage fliegen, andere per Bahn oder mit dem Auto anreisen: „Auch die gute Verkehrsanbindung war ein Kriterium für Warnemünde“, sagt Masella.

Mit dabei ist auch Jonathan Horne. Der Schwergewichtskämpfer, Bundeswehrsoldat aus Kaiserslautern, gilt als die Medaillenhoffnung des DKV. Er ist mehrfacher Europameister und zweimaliger Sieger der World Games. „Im Gegensatz zur koreanischen Variante unseres Sports, dem Taekwondo, ist Karate eine nichtolympische Sportart“, sagt Masella. „Die World Games haben deshalb für unsere Sportler in etwa die gleiche Bedeutung wie die Olympischen Spiele.“

Doch nicht nur auf den 26-jährigen Horne will sich der Verband stützen. „Wir hoffen, dass in Bremen so oft wie möglich zur Siegerehrung die deutsche Nationalhymne erklingt“, sagt Masella. Immerhin:

Im europäischen Ranking finden sich die deutschen Athleten regelmäßig unter den fünf besten Nationen wieder, im Weltmaßstab unter den ersten zehn.

Das Trainingslager in Warnemünde soll die Grundlage dafür liefern, dass sich die deutschen Sportler auch bei der Weltmeisterschaft in Bremen achtbar schlagen. Was durchaus nicht wörtlich zu verstehen ist, wie Sportdirektor Masella sagt. „Karate ist ein Kampf ohne jeden Körperkontakt“, klärt er über ein häufiges Missverständnis auf. „Echte Treffer im Wettkampf werden sogar bestraft.“

Trotzdem müsse der angedeutete Schlag kräftig und zielsicher sein — gerade das erfordere aber Körperbeherrschung auf höchstem Niveau.

Der Weg der leeren Hand
Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis 500 Jahre n. Chr. zurückreichen. Chinesische Mönche, die keine Waffen tragen durften, entwickelten aus gymnastischen Übungen eine Kampfkunst, die auch als Weg der Selbstfindung galt. Als Sport ist Karate relativ jung: Anfang des vorigen Jahrhunderts entstand in Japan der Kampfsport mit eigenem Regelwerk. Übersetzt bedeutet „Karate-Do“ so viel wie „der Weg der leeren Hand“: der Karateka (Karatekämpfer) ist waffenlos, seine Hand ist leer.

 



Klaus Walter

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