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Rostock Ernüchterung beim Förderkader
Mecklenburg Rostock Ernüchterung beim Förderkader
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00:00 09.09.2013
Stefan Kalweit (l.) schied mit dem Förderkader in der zweiten Pokalrunde gegen Waren aus. Quelle: Daniel Heidmann

Fußball2. Runde Landespokal: FC Förderkader — SV Waren 2:6 (1:3). Dem großen Optimismus folgte beim Landesligisten die große Ernüchterung. In der zweiten Runde des Landespokals war wie im Vorjahr Schluss. Es setzte eine deutliche Pleite gegen den aktuellen Zweiten der Verbandsliga — das sagt zumindest der Blick auf das Ergebnis. Am Ende wurde der Förderkader allerdings unter Wert geschlagen. „Spielerisch haben wir auch heute gezeigt, dass wir auf Augenhöhe sind“, merkte Lars Rother an. Sein Trainer Stephan Malorny ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich sehe uns spielerisch sogar besser, aber Waren ist viel abgezockter als wir. Das ist auch eine Qualität. Wir haben heute dagegen stark Lehrgeld gezahlt.“

Dabei begann sein Team konzentriert und hatte von Beginn an mehr Spielanteile. Waren ließ den Gastgeber machen, wartete auf Fehler und schlug dann eiskalt zu. Das erste Mal in der neunten Minute, als die Defensive des Landesligisten nicht gut geordnet stand. Eine scharfe Hereingabe verwertete Stefan Voß zur Führung für die Müritzer. Doch die Hausherren blieben am Drücker und kamen zu Chancen.

Pierre Malorny erzielte den vermeintlichen Ausgleich, wurde aber wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen. Rother lupfte den Ball wenig später über die Latte. In der 27. Minute verfehlte Sven Schimanski eine Flanke nur um wenige Zentimeter mit dem Kopf. Als sich Schimanski daraufhin verärgert abdrehte, lief schon der blitzschnelle Waren-Konter. Voß bediente Tobias Täge per Diagonalball.

Der Torjäger nahm das Leder trotz Bedrängung perfekt an, umkurvte Keeper Hannes Kowal und schob zum 0:2 ein. Als die Gäste nach einer Ecke durch Stefan Geers das 0:3 erzielten (33.), war es ruhig geworden am Damerower Weg.

„Das 1:3 kurz vor dem Pausenpfiff war ein Signal für uns. Da haben wir dann nochmal fest an die Wende geglaubt“, so Trainer Stephan Malorny. Der eingewechselte Marc Mauersberger bediente Sekunden vor dem Pausenpfiff Schimanski mustergültig. Der Treffer brachte nach dem Seitenwechsel neuen Mut. Und die Gastgeber hatten die große Chance, das Spiel nochmal richtig spannend zu machen. Marc Mauersberger tauchte in der 50. Minute allein vor dem Warener Tor auf. Sein Abschluss klatschte an den Innenpfosten und sprang von dort ins Aus. „Dieser Pfostenschuss war der Knackpunkt. Wenn Marc dort trifft, bin ich mir sicher, dass wir das Spiel noch drehen“, betonte Malorny.

In der Folge scheiterte Falk Orlowski noch zweimal am Gäste-Keeper Daniel Schultze, während die Müritzstädter in der 71. Minute mit einfachen Mitteln das Spiel endgültig entschieden. Ein langer Ball auf Täge reichte zum 1:4. Die Defensivreihe des Förderkaders zeigte nicht nur hier Schwächen im Stellungsspiel. „Die Viererkette hat heute taktische Fehler gemacht, von denen wir dachten, dass sie schon längst der Vergangenheit angehören. Wir wussten, dass sie vor allem lange Bälle auf Täge spielen werden und genau das lassen wir zu“, haderte Malorny. Es kam noch schlimmer: Ein katastrophaler Querpass ermöglichte den dritten Täge-Treffer (75.). Die Luft war raus, daran änderte auch der Treffer zum 2:5 von Pierre Malorny (84.) nichts mehr. Das letzte Wort behielten die Gäste, die durch Danny Koop den alten Abstand wiederherstellten (90.).

„Man kann schon von Ernüchterung sprechen. Wir können mithalten, aber wenn man in einem Spiel sechs Gegentore fängt, hat man als Mannschaft etwas Grundsätzliches falsch gemacht“, schüttelte Kapitän Rother den Kopf. Das sah sein Trainer ähnlich: „Bei sechs Gegentoren ist das natürlich nicht unverdient. Für uns geht damit jetzt aber keine Welt unter. Wir werden daraus lernen und unsere Hausaufgaben in der Liga machen.“

Statistik - 2. Runde Landespokal
FC Förderkader — SV Waren 2:6 (1:3). Tore: 0:1 Voß (7.), 0:2 Täge (27.), 0:3 Geers (39.), 1:3 Schimanski (45.), 1:4 Rakowski (69.), 1:5 Täge (74.), 2:5 Malorny (84.), 2:6 Koop (90.)

FCF: Kowal — Hopfmann (77. Suarez), M. Radanke, C. Radanke, Köster (34. Mauersberger), Rother, Kalweit, Schimanski, Malorny, Jankowski, Hampel (46. Orlowski)

TSG Gadebusch — Sievershäger SV 0:5 (0:0). Tore: 0:1 Hermann (46.), 0:2 Passehl (65.), 0:3 Franke (67.), 0:4 Grahl (86.), 0:5 Grahl (90.)

SSV: Jagusch — Wilke, Hermann, Reimann (70. Abbasov), Palahnyuk, Grahl, Brandt, Thoms (75. Niemann), Pohanka (60. Passehl), Schmitt, Franke

SV Prohner Wiek — FSV Bentwisch 0:5 (0:2). Tore: 0:1 Tarra (27.), 0:2 Kaminski (42.), 0:3 Pustolla (52.), 0:4 Schindel (64.), 0:5 Pustolla (81.)

FSV: Storm — Piepelow, Lau, C. Boy, Stefan (84. Lagnaoui), Kaminski, Schindel, Tarra, Schröpfer (68. Klaus), Pustolla, Leutert (79. Johl)

Penkuner SV Rot-Weiß — Rostocker FC 2:5 n.V. (0:1, 2:2). Tore: 0:1 Hojenski (8.), 1:1 Ehrke (60.), 2:1 Schölzke (63.), 2:2 Stahl (71.), 2:3 Wozniak (94./Eigentor), 2:4 Nerius (116.), 2:5 Kullat (120.)

RFC: Schmidt — Henning (65. Kambs), Rosenkranz, Schleese, Kirschnick, Hojenski (53. Ben-Cadi), Kullat, Stahl (99. Kliebes), Ehlert, Wießmann, Nerius

Die Viererkette hat heute taktische Fehler gemacht, von denen wir dachten, dass sie schon längst der Vergangenheit angehören.“Stephan Malorny,

Trainer FC Förderkader

Daniel Heidmann

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