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Rostock Hansa-Reserve schlägt sich selbst
Mecklenburg Rostock Hansa-Reserve schlägt sich selbst
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00:00 02.09.2013
Selcuk Can Tidim (l.), hier im Laufduell mit BFC-Kapitän Björn Brunnemann, verlor mit Hansa II in der DKB-Arena mit 1:3. Quelle: Daniel Heidmann

FußballOberliga: FC Hansa Rostock II — BFC Dynamo 1:3 (1:1). Axel Rietentiet brachte es am Sonnabend schnell auf den Punkt: „Wir haben uns selber geschlagen.“

Bei der 1:3-Niederlage in der DKB-Arena gegen den BFC Dynamo leistete sich sein Team die gleichen Patzer wie in den Vorwochen. „Wir machen wieder zwei dumme Fehler“, zuckte Hansa-Kapitän Maximilian Rausch mit den Schultern. Diese kosteten weitere wertvolle Punkte. Nach vier Spielen stehen erst drei Zähler auf dem Konto der noch sieglosen Rostocker. „Das kann man wohl als Fehlstart bezeichnen“, nickte Rausch zustimmend.

Trainer Rietentiet hatte im Vorfeld bereits angekündigt: „Gegen den Spitzenreiter muss alles passen.“ Und es fing so gut an: Rausch brachte die Hanseaten nach zehn Minuten in Führung. Er zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern und halbrechter Position in die Maschen. Doch der BFC riss das Spiel an sich und kam prompt zurück. Hansas Keeper Dominik Schütz vereitelte in der 14. Minute eine hochkarätige Möglichkeit noch mit dem Fuß. Bei der anschließenden Ecke und dem maßgenauen Kopfball von Patrick Brendel war er aber chancenlos. „Danach haben wir eine vernünftige erste Hälfte gespielt“, empfand Rietentiet. Die Teams gingen beim Stand von 1:1 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schlich sich bei der Hansa-Reserve wieder der Fehlerteufel ein. Eine Kombination unglücklicher Hansa-Aktionen brachte den Tabellenführer aus Berlin in Führung: Erst konnte der BFC ungehindert flanken, dann flog Torhüter Schütz an der Hereingabe vorbei. Der Kopfball des Berliners Kevin Gutsche wäre daraufhin wohl klar am Tor vorbeigerauscht, aber Abwehrspieler Hannes Grundmann fälschte den Ball so ab, dass er ins eigene Tor trudelte (52.). Das Pech blieb dem Innenverteidiger treu. Nur drei Minuten später sprang Grundmann ein einfaches Zuspiel über den Fuß. Zwei Berliner liefen auf den Hansa-Kasten zu. Gutsche netzte zum 3:1 für den BFC ein.

„Manchmal läuft es einfach nicht. Diese Fehler macht ja niemand absichtlich“, versuchte sich Kapitän Rausch die aktuelle Misere zu erklären. Die Fülle der Unkonzentriertheiten sorgt auch bei Trainer Rietentiet für Kopfschütteln und Erklärungsnot: „Da steckst du nicht drin. Aber es ist einfach sehr ärgerlich.“

Während die Hanseaten zuletzt nach Fehlern tolle Moral bewiesen und jeweils einen Punkt retten konnten, war es am Sonnabend eine zu schwere Hypothek. Maurice Eusterfeldhaus packte nach 72 Minuten eine weitere Belastung drauf. Der linke Außenverteidiger sah wegen Nachtretens die rote Karte und darf sich nun auf ein eindringliches Einzelgespräch mit seinem Coach freuen. „Der Platzverweis war in dieser Situation eine Oberfrechheit. Das wird intern angesprochen“, so Rietentiet deutlich. Hansa war im Unterzahl endgültig der Zahn gezogen. Mit einem Mann mehr spielte der Berliner Spitzenreiter die Führung unaufgeregt herunter. Rietentiet: „Der Sieg geht total in Ordnung.“

Für die noch sieglose Hansa-Reserve kommt das punktspielfreie Pokalwochenende vielleicht gerade recht. „Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um uns zu fangen und zu finden. In Lichtenberg brauchen wir dann schon dringend einen Sieg“, macht Rietentiet deutlich.

Manchmal läuft es einfach nicht. Diese Fehler macht ja niemand absichtlich.“Maximilian Rausch, Kapitän FC Hansa II

Daniel Heidmann