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Rostock REC beendet Saison mit Party auf dem Eis
Mecklenburg Rostock REC beendet Saison mit Party auf dem Eis
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02:25 31.03.2014

Bewegender Abschied für eine Ikone! Eishockey-Trainer Wolfgang Wünsche (75) wurde gestern Abend auch offiziell vom Rostocker EC (REC) verabschiedet. Fans, Spieler, Verantwortliche und alte Weggefährten aus aktiven Zeiten überhäuften den langjährigen REC-Coach in der Schillingallee mit Präsenten, Umarmungen und anerkennenden Worten. „Wolfgang, du hast hier Großartiges geleistet. Für die Zukunft wünsche ich dir im Namen des Vorstands alles Gute“, sagte REC-Schatzmeister Bernd Radtke in einer rührenden Ansprache. Hauptsponsor Jens Dethloff vom gleichnamigen Autohaus betonte: „Wolfgang, du bist der Mann des Abends.“

Während Fans auf dem Eis ein Banner mit dem Konterfei Wünsches und den Worten „Danke für alles, Opa“ ausrollten, kämpfte der Umjubelte gegen die Tränen. „Mit dieser großen Anteilnahme hätte ich nicht gerechnet. Vielen Dank den Fans, der Mannschaft und dem Verein für eine tolle Zeit“, sagte der rüstige Rentner, der fortan mehr Zeit mit seiner Ehefrau Erika verbringen möchte. Dem Rostocker EC bleibt er als Berater verbunden, vor allem für den Nachwuchsbereich.

Aus dem Nachwuchs in den Männerbereich geht‘s für den Nachfolger des Rostocker Trainerfuchses. Sergej Hatkevitch wechselte vom EHC Nürnberg, wo er zuletzt hauptamtlicher Jugendtrainer war, an die Ostseeküste. Der gebürtige Weißrusse hielt sich in der Schillingallee noch im Hintergrund. „Der Tag gehört Wolfgang Wünsche, der hier eine erfolgreiche Eishockey-Ära geprägt hat. Das wird ein schweres Erbe für mich“, meinte der 47-Jährige, der noch bis Ende April an die Bayern gebunden ist. Mitte August will er mit dem Sommertraining in Rostock beginnen. Er freut sich auf die neue Aufgabe. „Der REC ist ein bekannter Oberliga-Verein, seit Jahren dabei. Das wird für mich eine tolle Herausforderung“, betonte Hatkevitch, der gut Deutsch spricht und im Besitz eines deutschen Passes ist. Der Trainer soll beim REC nicht nur die erste Mannschaft trainieren, sondern auch für den gesamten Nachwuchs verantwortlich zeichnen.

„Wir wollen ein einheitliches Trainingskonzept für alle Mannschaften“, fordert Peter Dickmanns. Der REC-Präsident fädelte die Verpflichtung des neuen Cheftrainers ein und verspricht: „Es wird sich viel ändern. Hatkevitch ist detailbesessen, überlässt nichts dem Zufall und ist sehr streng, ein Disziplinfanatiker.“ Dickmanns wollte seinen Wunschtrainer schon einst als Spieler holen. Doch der damalige Piranhas-Coach Sergej Yashin wollte ihn nicht. Im zweiten Versuch klappte es nun doch mit einem Engagement an der Warnow.

Das Gaudi-Spiel zwischen dem Rostocker EC und den Freibeutern, der zweiten Mannschaft des REC, endete 12:11 nach Penaltyschießen. Nach regulärer Spielzeit hatte es eigentlich 10:3 für den Favoriten gestanden. Aber die Spielleitung manipulierte zur Freude der rund 900 Fans die Anzeigetafel. Für die Entscheidung sorgte Karol Bartanus mit einem Trick-Treffer, als er sich fallen ließ, den Puck mit der Hand zur Seite spielte, um ihn dann mit einem langen Arm und dem Schläger am Torwart vorbei über die Linie zu bugsieren. Die drei Oldie-Referees Wolfgang Peters (66), Eckhard Lettow (74) und Karl Petruschka (74) entschieden auf Tor. Alle drei sind langjährige Weggefährten Wünsches, die ihm zum Abschied die Ehre erweisen wollten. „Eine tolle Idee des Vereins, der auf uns zukam“, freute sich Peters, Torwartlegende des Rostocker EC.



Tommy Bastian

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