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Rostock Sievershagen besiegt Bentwischer Notelf
Mecklenburg Rostock Sievershagen besiegt Bentwischer Notelf
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00:00 24.03.2014
Robert Franke (r.) traf gegen Bentwisch doppelt. Hier kommt FSV-Kapitän Christoph Lüth gegen den Sievershäger zu spät. Quelle: Daniel Heidmann

Rostock — Fußball-Verbandsliga: Sievershäger SV — FSV Bentwisch 5:0 (0:0). Eine gute zweite Halbzeit reichte dem amtierenden Landesmeister am Samstagnachmittag, um die Bentwischer Notelf deutlich zu bezwingen. Während es für Bentwisch im Abstiegskampf weiter sehr ungemütlich bleibt, haben sich die Sievershäger für den Pokalkracher am Mittwochabend gegen Anker Wismar eingeschossen.

„Wir haben die erste Halbzeit ziemlich verpennt, waren unbeweglich. Die letzten Pässe sind nicht angekommen. Es gab insgesamt wenig Chancen“, fasste Sievershagens Trainer Jens Hillringhaus die ersten 45 Minuten zusammen. „In der zweiten Halbzeit waren wir dann von Beginn an viel agiler und wacher“, ergänzte er.

Auch der Unparteiische Matthias Falk musste mit dem Wiederanpfiff sofort wach sein. Denn nur wenige Sekunden waren gespielt, als er zum ersten Mal auf den Elfmeterpunkt zeigen musste. Nach einer Freistoßhereingabe rannte Christian Schindel Sievershagens Markus Thoms im Strafraum um — Gelb für Schindel. Paul Maletzke legte sich die Kugel hin und verwandelte gegen sein ehemaliges Team zur 1:0-Führung (47.). Nicht einmal 120 Sekunden später gab es wieder einen Pfiff, wieder Elfmeter für Sievershagen. Und wieder hatte Schindel seinen Gegner — dieses Mal Tim Schmitt — regelwidrig zu Fall gebracht. Schiri Falk zückte die Ampelkarte. Keeper Florian Kirsch hielt den Elfmeter von Maletzke zwar, doch für die ersatzgeschwächten Bentwischer, die am Samstag gerade einmal auf vier Positionen besetzt waren wie in der Vorwoche, war die Herunterstellung des erfahrenen Schindel der Genickbruch. „Danach war mit dieser unerfahrenen Truppe gegen diesen Gegner nichts zu holen“, zuckte Christoph Lüth, der vom gelbgesperrten Christopher Kaminski die Kapitänsbinde übernahm, die Schultern. Doch sein Coach wollte den Platzverweis nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir machen in der zweiten Hälfte alles verkehrt, was man verkehrt machen kann. Es nur auf die gelb-rote Karte zu schieben, wäre zu einfach. Es fehlte der Biss, der Kampf. Jeder hätte sich mehr reinhauen müssen“, kritisierte Enrico Neitzel.

Er sah, wie ein Angriff nach dem anderen auf das Tor seines Teams zurollte. Robert Franke (63./70.), Markus Thoms (72.) und Tom Rönsch (80.) erhöhten gegen die verbleibenden, überforderten zehn Bentwischer. „Die Situation ist gerade sehr schwierig. Aber wir müssen anfangen zu punkten. Vor allem unsere Heimspiele müssen wir gewinnen“, nimmt Neitzel seine Mannschaft in die Pflicht.

Für seinen Trainerkollegen Jens Hillringhaus geht es in der Liga um nichts mehr. Der Fokus der Saison liegt auf dem Landespokal-Wettbewerb, wo Sievershagen am Mittwochabend (19 Uhr) im Halbfinale Anker Wismar empfängt. „Wir können noch besser spielen und das müssen wir am Mittwoch abrufen“, sagte Hillringhaus, der Anker häufiger beobachten ließ. „Wir sind fußballerisch auf Augenhöhe und ich denke, dass wir die Spielertypen haben, die Wismar nicht liegen. Immerhin haben wir sie in der Liga schon schlagen können. Es ist ein 50-50-Spiel“, so Hillringhaus weiter. Sievershagen kann bis auf den gesperrten Tim Hermann und den verletzten Torhüter Johannes Jagusch auf das gesamte Personal zurückgreifen.

SV Pastow — Rostocker FC 2:5 (2:1). Die aktuellen Trends könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Pastower bereits ihr drittes Rückrundenspiel verloren, stellt der RFC nach Pampow und Waren die drittbeste Rückrundenmannschaft. „Zehn von zwölf möglichen Punkten, das ist schon geil“, betonte Jan Kistenmacher nach dem zweiten Derbysieg innerhalb von sechs Tagen. Sein Team holte dabei erneut einen Rückstand auf und drehte die Partie in Halbzeit zwei. „Unser Konzept ist gut aufgegangen. Pastow war konditionell letztlich nicht in der Lage, mitzuhalten“, meinte Kistenmacher. Sein Gegenüber Andreas Seering war enttäuscht, nahm die Schlappe aber auch mit auf die eigene Kappe: „Wir hatten nach der Halbzeit einen Bruch und haben den Kampf nicht angenommen.

Vielleicht haben meine Wechsel zur Pause nicht ganz gepasst.“

Oberliga: BFC Dynamo — FC Hansa Rostock II 2:0 (0:0). Vor fast 1400 Zuschauern hielt die Hansa-Reserve beim Tabellenführer lange gut mit und gestaltete das Spiel ausgeglichen. „Wir waren sehr gut auf den Gegner und die langen Bälle eingestellt. Dann sieht Martin Pett sehr strittig die gelb-rote Karte. Wenig später geraten wir in Rückstand“, beschrieb Hansa-Coach Robert Roelofsen. Nach dem Führungstor in der 73. Minute durch Paul Grischok entschied der BFC die Partie fünf Minuten vor Schluss durch Christian Preiss. „Trotzdem ein Lob an die Jungs. Es ist unglücklich gelaufen“, so Roelofsen.

Statistik
NOFV Oberliga: BFC Dynamo — FC Hansa Rostock II 2:0. Tore: 1:0 Grischok (73.), 2:0 Preiss (85.).

Hansa II: Brinkies - Pett, Pägelow, Nauermann, Eusterfeldhaus, Kalkavan, Rausch, Srbeny (72. März), Uecker (34. Kreyssig), Tidim, Haufe.

Verbandsliga: Sievershäger SV — FSV Bentwisch 5:0. Tore: 1:0 Maletzke (47./Strafstoß), 2:0, 3:0 Franke (63./70.), 4:0 Thoms (72.), 5:0 Rönsch (80.). Sievershagen: Lange - Wilke, Franke, Ebeling (68. Hermann), Rönsch, Bullerjahn (58. Reimann), Grahl, Thoms, Schulz (46. Schmitt), Pohanka, Maletzke. Bentwisch: Kirsch - Arnold, Schindel, Groß, Vogt, Lüth, Vu Minh, Zielke, Johl, Tr. Cong, Knaak.

SV Pastow — Rostocker FC 2:5. Tore: 1:0 Sievert (1.), 1:1 Ehlert (33.), 2:1 Ernst (42.), 2:2 Wießmann (49.), 2:3 Ehlert (62.), 2:4 Meschter (69.), 2:5 Wießmann (70.). Pastow:
Zimmermann - Stroteich (46. C. Seering), S. Seering (79. Brzezinski), Hickstein, Weinkauf, Donner, Hinzmann, Ernst, Schmidt, Waterstraat (46. Strelow), Sievert.

RFC: Brencic (90. Schmidt) - Haase, Rosenkranz, Schleese, Bockholt, Meschter, Kirschnick (90. Wilken), Ehlert, Siegmund, Kambs, Wießmann (87. Ben Cadi).

Landesliga Nord: SV Hafen Rostock — VfL Bergen 2:3. Tore: 0:1 Zeggert (4.), 1:1 Duwe (26.), 1:2 Zeggert (43.), 2:2 Duwe (66.), 2:3 Pawzik (90.).

Hafen: Eick - Zimmermann, Büttner (64. Lange), Liedtke, Heinrich, Holtz, Duwe, Weitkunat, Krenth (64. Michallik), Thom, Moritz (90. Demmin).

1. FC Binz — FC Förderkader 1:2. Tore: 0:1 Rother (38.), 1:1 Rüting (54./Strafstoß), 1:2 Jankowski (75.). Förderkader: Krause - Rother, M. Radanke, C. Radanke (74.
Köster), Jankowski, Malorny, Kalweit, Schimanski, Hampel (46. Hann), Mauersberger, Orlowski (60. Hopfmann).

Laager SV — TSV Graal-Müritz 3:0. Tore: 1:0 Klein (18.), 2:0 Topp (83.), 3:0 Kretschmann (84.). Graal-Müritz: Schindler - Winter, Waasener, Pohle, Wolff, Jabs, Lange, Martinek, Presser (56. Seitz), Baeck, Neumann.



Daniel Heidmann

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