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Tessiner Kickboxer ist heiß auf EM-Titel

Fight Tessiner Kickboxer ist heiß auf EM-Titel

Aram Mutafjan kämpft am Sonnabend in Rostock um den Gürtel des World Kickboxing Network (WKN).

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Der Tessiner Aram Mutafjan (l.) will am Sonnabend den Europameistertitel im K 1 erkämpfen.

Quelle: Tommy Bastian

BoxenHochkarätiges Kickboxen gibt es am Sonnabend bei der Fight Night im Allround Sport Gym (ASG) in Schmarl zu sehen. Den Veranstaltern um Cheforganisator Christian Bürki (36) von BM Event ist es gelungen, einen Europameisterschaftskampf nach Rostock zu holen. Der Tessiner Lokalmatador Aram Mutafjan (22) trifft im Hauptkampf des Abends auf den französischen K

1-Meister Kamel Mohamed (23), der für den erkrankten Italiener Paolo Nicolosi (27) einspringt. „Das ist ein noch härterer Gegner. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe“, weiß ASG-Trainer Percy Michatz (37). Er beobachtete Mohamed mehrfach. Der Franzose wurde von Stephane Cabrera, dem Präsidenten des World Kickboxing Network (WKN), für den Kampf um den vakanten K 1-Titel angesetzt. Mohameds Bilanz: zwölf Kämpfe, zehn Siege, davon neun durch K. o..

Deshalb hat Percy Michatz seinen Schützling so hart wie nie auf den Kampf vorbereitet. „Drei Monate haben wir akribisch gearbeitet“, betont der 37-Jährige. Er schickte Aram Mutafjan sogar für knapp zwei Wochen nach Holland, die Hochburg im K 1. Michatz: „Dort durchlief Aram verschiedene Gyms und bestritt Sparringskämpfe gegen Profis. Damit wollte ich seine Motivation erhöhen.“ Dies gelang.

„Ich wurde zwar nicht vermöbelt. Aber die Profis waren schon ein Tick besser“, gab Mutafjan lächelnd zu. „Die Trainer in Holland nutzen ganz andere Trainingsformen. Es war sehr abwechslungsreich. Ich konnte viel lernen“, verdeutlichte der Armenier, der beinahe täglich nach der Arbeit trainiert. Mutafjan bestritt in seiner Laufbahn 18 Kämpfe. 16 Mal verließ er das Ringquadrat als Sieger, davon zehn Mal nach K.o.. Er wurde dreimal Deutscher Meister und gewann das „8-Men-Tournament“ (dt. Acht-Kämpfer-Turnier). Dennoch war dem angehenden Groß- und Außenhandelskaufmann die Anspannung beim Abschlusstraining anzumerken. „Das ist doch ganz normal. Ich freue mich auf den Kampf“, so Mutafjan selbstbewusst. Kurios: Seine Eltern werden dann nicht dabei sein. „Das habe ich verboten. Meine Mutter ist sehr emotional. Ich mache mir viele Gedanken, wenn sie vor Ort ist. Aber ich muss den Kopf frei haben. Und alleine darf mein Vater eben auch nicht kommen. Das wäre ungerecht“, sagt der bodenständige 22-Jährige. Dafür fiebern Freunde, Kollegen und der Bruder am Boxring mit. Erstaunlich: Eine Siegprämie durch den WKN gibt es nicht. „Kickboxen in diesem Verband ist reiner Amateursport. Es geht einzig und allein um den Titel, und das ist auch gut so“, verdeutlicht Organisator Christian Bürki. Angesetzt ist der EM-Kampf auf viermal zwei Minuten.

Bevor es um den EM-Gürtel geht, stehen weitere K 1-Superfights an. Im Schwergewicht (über 96 kg) trifft der Kieler Marc Schwarz auf den Neubrandenburger Stephan Kreienbrinck (26), der sich zwei Wochen lang in Thailand vorbereitet hat. Für Kreienbrinck ist es die Krönung seiner bisherigen Karriere. Außerdem stellen sich vier Deutsche Meister dem Publikum vor. Der Kieler Majvand Argandival, der Hamburger Sascha Alexander und die Rostocker Torsten Wieck und Mathias Delf messen sich mit Kämpfern aus dem Norden. Rostocker Unterstützung bekommen die Superfights durch Lokalmatadoren wie Jure Praljak, Siegfried Hille, Christian Weckert, Philipp Orlowski, Max Pontus, Andreas Kühl, Kostantin Pantelejew, Alex Nisgutski und Maxi Knitter. Insgesamt gibt es 15 Kämpfe im Boxen, Kickboxen und nach K 1-Regeln. Los geht es um 19 Uhr.

Internet: www.fightnights.de.

Meine Eltern dürfen nicht zugucken.“Aram Mutafjan (22)

Tommy Bastian

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