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Sport Rostock Wahner schreibt Box-Geschichte
Mecklenburg Rostock Sport Rostock Wahner schreibt Box-Geschichte
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17:47 25.11.2018
Sie feierte in Indien einen historischen Erfolg: Ornella Wahner. Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal
Neu Delhi/Rostock

Als ihr historischer Triumph feststeht, springt Ornella Wahner vor Freude dreimal in die Luft und reißt jubelnd ihre Arme in die Höhe. Sie kann ihr Glück kaum fassen. „Es fühlt sich super an, ich habe Gänsehaut“, jubelt der Schützling von Bundestrainer Michael Timm.

Ornella Wahner hat bei den Weltmeisterschaften in Neu-Delhi Geschichte geschrieben. Sie holte das erste Gold in der Geschichte des deutschen Frauen-Boxens der Amateurinnen. Timm vergleicht die Federgewichtlerin (bis 57 Kilo) mit der ehemaligen Profiweltmeisterin Regina Halmich. „Größe und Gewicht sind bei Regina und Ornella ähnlich. Sie stehen für offensives Boxen, sind sehr ehrgeizig und starke Charaktere.“

Vor gut drei Jahren gab Ornella Wahner ihre Wohnung in Alt-Hohenschönhausen auf und wechselte an den Olympiastützpunkt nach Schwerin. Die Jugend-Weltmeisterin von 2011 war bei vielen internationalen Meisterschaften dabei, doch der Durchbruch gelang ihr erst im vergangenen Jahr, als sie mit Silber von den Europameisterschaften aus dem italienischen Cascia zurückkehrte. Jetzt gelang der große Coup. „Meine größte Stärke ist die Liebe zum Boxen. Ich bin im Kopf stark und mit dem Herzen dabei“, verrät sie.

„Wir haben das Training in den zurückliegenden anderthalb Jahren umgestellt, mehr auf Athletik gesetzt und die Anzahl der Trainingseinheiten und Trainingsstunden erhöht“, berichtet Michael Timm, der mit Wahner seinen insgesamt 17. WM-Titel feierte. „Ornella hat akribisch gearbeitet, denn sie hat immer an sich geglaubt.“ Die 1,64 Meter große Kämpferin habe sich als Persönlichkeit weiterentwickelt, lobt der Meistermacher.

Wahner, die in Wismar Betriebswirtschaft studiert, brauchte nach ihrem historischen Erfolg einige Zeit, um Worte zu finden. „Das ist Wahnsinn“, sagt die gebürtige Dresdnerin, die lange in Berlin lebte und für den Verein Tabea Halle/Saale startet. „Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, die Nationalhymne zu hören. Da kommen die Tränen ganz von allein.“ Fünf Siege waren nötig, bis sie die Goldmedaille in Empfang nehmen konnte.

Einmal ganz oben, soll das für Ornella Wahner so bleiben. Auch bei den Olympischen Spielen in zwei Jahren. „Mein Ziel dort ist eine Medaille“, versichert die hübsche Sportsoldatin, deren klangvoller Vorname auf die italienische Schauspielerin Ornella Muti zurückzuführen ist. Vater Gerd war bei der Namenssuche die treibende Kraft. Er hatte sie einst auch von Dresden nach Berlin gebracht, wo sie erst mit Trainer Otto Ramin arbeitete, dann beim Berliner TSC und im Sportgymnasium zur Box-Lady reifte.

Mit ihrem souveränen Sieg über die Inderin Sonia (4:1) hat die sechsmalige deutsche Meisterin Pionierarbeit geleistet. „Im Verhältnis zu anderen Ländern ist das deutsche Frauen-Boxen ziemlich jung. Der Titel und die Bronzemedaille von Nadine Apetz zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg“, betont Jürgen Kyas, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes. Die 32 Jahre alte Kölnerin hatte Bronze im Weltergewicht (bis 69 kg) gewonnen.

Heute muss der Verband in Frankfurt/Main sein Konzept und seine Erfolgsaussichten für die die nächsten zwei Jahre verteidigen. Der Deutsche Olympische Sportbund und Vertreter des Bundesinnenministeriums wollen danach die finanzielle Unterstützung festzurren. „Punktlandung. Die beiden Medaillen kamen gerade richtig“, sagt Kyas. „Das macht die Sache leichter.“

Ähnlich äußerte sich Michael Timm: „Für das deutsche Boxen ist dieser Titel ein Meilenstein. Er gibt das Signal für die Olympischen Spiele 2020. Aufgrund ihrer Leistungen ist Ornella ein Favorit für Tokio.“

Stefan Ehlers und Franko Koitzsch

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