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Zupacken auf der „Santa Barbara Anna“

Marienehe Zupacken auf der „Santa Barbara Anna“

Mitglieder des Vereins Bramschot e.V. bereiten das Rostocker Segelschiff in Handarbeit auf die neuen Saison vor.

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Viele freiwillige Helfer möbeln gerade die „Santa Barbara Anna“ auf. Frank Schmoll befestigt Ketten am Bug.

Quelle: Fotos: Dennis Lemm (3)/Ove Arscholl

Marienehe. Der Geruch von Farbe liegt in der Luft. Auf und an der „Santa Barbara Anna“ im Fischereihafen wird fleißig gearbeitet. In einem Beiboot steht Skipper Gerd Simonn und streicht mit zwei Vereinsmitgliedern des „Bramschot e.V.“ die Außenwand des 44 Meter langen Schiffes. „Es ist noch ein ganzes Stück Arbeit, ehe es im Mai zur ersten Fahrt wieder losgeht“, erzählt Vereinsvorsitzender Olaf Kalweit. „Am ersten Aprilwochenende wird die alte Lady aufgetakelt.“

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Viele freiwillige Helfer möbeln gerade die „Santa Barbara Anna“ auf. Frank Schmoll befestigt Ketten am Bug.

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Seit Beginn des Jahres hat der Verein die Verantwortung für den Traditionssegler von Inhaber Joey Kelly übernommen. „Aus einem Hobby ist nun auch eine Verpflichtung geworden“, sagt Hartmut Illing.

„Andere Schiffe haben Reedereien. Wir machen den Job hier allein, tragen die Verantwortung für das Schiff.“ 54 Mitglieder zählt der Verein, der den Dreimast-Bramsegelschoner vom vorherigen Betreiber „Odin 1“ übernommen hat.

Zum Geruch der Farbe mischt sich der Duft von gebratenem Fisch. In der Kombüse stehen Martina Weich und Thomas French. In der übersichtlichen Schiffsküche bereiten sie das Essen für die Crew zu. In der kleinen Messe sitzt Marga Gnoth. Sie ist in ein Buch vertieft. Doch sie liest nicht, sie schreibt. Die freundliche Dame verfasst handschriftlich die Chronik der „Santa Barbara Anna“.

Ein Deck tiefer befindet sich die große Messe. Dort kommen die Gäste bei Tagesfahrten unter. „Wenn jetzt 70 Fahrgäste an Bord sind, ist das Schiff voll.“ An der Wand hängen alte Fotos. Komfort und einzelne Kabinen für die Gäste und die Crew sucht man aber vergebens. Kalweit amüsiert: „Das ist ein wenig wie im Ferienlager.“

Der Ausbau hätte fast das Ende der „Santa Barbara Anna“ als Traditionssegler bedeutet. Die bundesweite Richtlinie fordert 100 Prozent Originalzustand. „Die historische Traditionsschifffahrt würde sterben“, wenn es bei der Regelung bliebe, so Kalweit. Zahlreiche weitere Segelschiffe in der Nord- und Ostsee haben das gleiche Problem. Derzeit diskutiert eine Kommission mit der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft über eine neue Richtlinie. Ausgang ungewiss. „Wir hoffen, dass wir weitermachen dürfen“, so Illing.

Traditionelles Segeln heißt vor allem auch Einsatz von Muskelkraft. Insgesamt vier Kilometer Taue müssen im Winter abgetakelt und zum Frühjahr wieder aufgetakelt werden. Anstelle von motorisierten Winden wird hier alles per Hand bewerkstelligt. „Hier steht man noch an Deck am Steuerruder, muss die Segel im Auge behalten und den Wind spüren“, beschreibt Kalweit.

Fast jedes Vereinsmitglied steht mindestens einmal pro Woche an Deck oder in der eigenen Werkstatt, um am Schiff zu bauen. „Wir haben sogar jemanden, der einmal die Woche extra aus Röbel kommt“

erzählt Illing. Neben seinem Tisch steht ein Bücherstapel. Ganz oben liegt das Abenteuerbuch „Kon tiki“, das von Pazifikreisen Thor Heyerdals auf einem Floß aus Balsaholz erzählt. „Wir haben ein Durchschnittsalter von 65“, sagt Illing. Die Arbeit mit Jugendlichen soll weiter ausgebaut werden.

Verein Bramschot
Der Verein Bramschot in Rostock sucht nach weiteren helfenden Händen, die ehrenamtlich an der Erhaltung der „Santa Barbara Anna“ arbeiten wollen. Der Verein ist zu erreichen über den Vorsitzenden Olaf Kalweit unter ☎ 0176/966 129 09.
• www.santa-barbara-anna.de.

 



Dennis Lemm

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