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Rostock Stadt soll den Teepott behalten
Mecklenburg Rostock Stadt soll den Teepott behalten
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10:56 29.01.2018
Was passiert mit dem Grundstück, auf dem der Teepott steht? Die Frage beschäftigt viele Rostocker. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Erst 2015 hat Scanhaus-Chef Friedemann Kunz den Warnemünder Teepott gekauft. Da das Gebäude jetzt stark sanierungsbedürftig ist, will er nun auch das Grundstück von der Stadt kaufen. Bei diesem Thema kochen die Emotionen hoch. Vor allem alteingesessenen Rostocker Bürgern bereitet dieser Vorstoß Kopfschmerzen. Es sei erstaunlich, dass eine Immobilienfirma ein solches Objekt kaufe, ohne vorher ein Gutachten einzuholen, machte sich Leserin Ute Utech gegenüber der OZ Luft. Ihrer Meinung nach würde die Stadt einen Fehler begehen, wenn sie das Grundstück verkauft, so die 65-Jährige. Auch Klaus Kröhnert ist dagegen. „Es gibt keine Garantie, dass das Gebäude dann wirklich saniert wird“, sagt er. „Wenn der Eigentümer einmal freie Hand hat, gibt es wenig Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.“ Alrun Rehbock spricht sich auch gegen den Verkauf aus. „Wenn die Stadt es aus der Hand gibt, hat sie auch jegliches Mitspracherecht aus der Hand gegeben.“

Nachdem er erst 2015 den Warnemünder Teepott gekauft hat, will Scanhaus-Chef Friedemann Kunz nun auch das Grundstück von der Hansestadt erwerben. Bei den Rostocker Bürgern kommt dieser Vorstoß gar nicht gut an. Auch in den Bürgerschaftsfraktionen wird das Thema kontrovers diskutiert.

Hintergrund

Der Teepott weist starke Mängel am Tragwerk auf. Seit Monaten klagen Mieter über Wasserschäden, Schimmel und rostende Leitungen. Besitzerin ist die Friedemann Kunz Familienstiftung, in der das Vermögen der Unternehmensgruppe Scanhaus Marlow liegt. Die Eigentümerin möchte angesichts der hohen Investitionssumme das Grundstück kaufen.

Auch in den Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft wird das Thema derzeit heiß diskutiert. Sybille Bachmann, Vorsitzende des Rostocker Bunds, spricht sich für eine gründliche Absicherung der Stadt aus. Sollte die Stadt das Grundstück verkaufen, dann nur mit Vereinbarung einer Rückfallklausel, so Bachmann. Falls der Teepott sich als nicht sanierbar herausstellen sollte, würde es dann zu einer Rückabwicklung kommen. „Sollte das juristisch nicht möglich sein, bleibt es beim Erbbaurecht“, so Bachmann.

Die Linksfraktion ist bislang noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Aber: „Nach den ersten Gesprächen sagt mir mein Gefühl, dass die Skepsis überwiegt“, so Vorsitzende Eva-Maria Kröger.

Grundsätzlich sei man dafür, dass öffentliches Eigentum nicht verkauft werden sollte – es sei denn, es gibt gute Gründe dafür. Die Ängste der Bevölkerung kann Kröger nachvollziehen, macht aber deutlich: „Sollte das Grundstück verkauft werden, ist das immer noch kein Freifahrtschein.“

Die übrigen Fraktionen lassen bislang kaum Tendenzen erkennen. „Das Denkmalschutzamt prüft jetzt die Unterlagen der Friedemann Kunz Familienstiftung. Vorher gibt es keine Grundlage für uns, darüber zu befinden“, sagt CDU-Mann Daniel Peters. Grundsätzlich sei das Ansinnen des Investors nachvollziehbar, nun müsse lösungsorientiert gearbeitet werden. Auch die SPD hat für sich noch kein Ergebnis gefunden. Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider-Kastell: „Das Übertragen von Erbbaurecht ist ein sensibles Thema, das sollte man grundsätzlich erstmal nicht machen.“ Um sich ein klareres Bild von der Siuation machen zu können, hat sich die SPD für ihre nächste Fraktionssitzung Vertreter der Stiftung eingeladen. „Sie sollen uns das alles noch einmal detailliert darstellen“, sagt Wandschneider-Kastell.

Grünen-Vorsitzender Uwe Flachsmeyer spricht sich ebenfalls für den Erhalt des Erbbaurechts aus, dieses habe prinzipiell Vorrang vor Verkauf. Dennoch: „Wenn man Friedemann Kunz kennt, weiß man, dass er ein durchaus verlässlicher Geschäftspartner ist“, sagt Flachsmeyer, der wie sein CDU-Kollege erst die Ergebnisse der aktuellen Prüfungen abwarten will, bevor seine Fraktion eine klare Positionierung einnimmt.

Wie lange sich die Prüfverfahren hinziehen, ist zur Zeit nicht klar. Erst wenn diese abgeschlossen sind, kann es auch eine entsprechende Beschlussvorlage geben, über die die Rostocker Bürgerschaft schließlich entscheidet.

Solange brodelt in der Stadt weiter die Gerüchteküche. Von einer Betrugsmasche spricht gar der Rostocker Peter Neumann. „Der Teepott wurde doch vor gar nicht langer Zeit saniert. Das waren ordentliche Bauunternehmer, da wäre doch sonst schon längst was hochgekommen“, findet der 63-Jährige. Für ihn ist klar: Der Grundstückskauf soll dazu dienen, die aktuellen Mieter aus dem Gebäude zu schmeißen.

Arno Pöker, Geschäftsführer der Scanhaus Immobiliensparte, weist den Vorwurf entschieden zurück: „Es gibt langfristige Mietverträge, die müssen eingehalten werden.“ Auch das Mitspracherecht der Stadt im Falle eines Verkaufs steht für Pöker außer Frage. Er sagt: „Jeder einzelne Schritt der Sanierung wird mit der Stadt abgestimmt.“

Christina Milbrandt

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