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Rostock Steht das Waschzuber-Rennen vor dem Untergang?
Mecklenburg Rostock Steht das Waschzuber-Rennen vor dem Untergang?
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00:09 15.05.2018
30 Jahre hat der IHS Faschingsverein das Waschzuber-Rennen organisiert. Nun wird ein Nachfolger gesucht. Quelle: Fotos: Ove Arscholl

30 Jahre war das Waschzuber-Rennen in einer Hand: Die „Macher“ des IHS Faschingsvereins haben eine Schnapsidee in einen Besuchermagneten und einen festen Programmpunkt der Warnemünder Woche verwandelt. Doch mit dieser Tradition ist jetzt Schluss. „Ich habe die Reißleine gezogen“, sagt Manfred Schliephake, der seit 2008 das Rennen ehrenamtlich organisiert hat. Nach dem 30. Waschzuber-Rennen sollte dafür eine neue Personalie aus dem Verein gewonnen werden. „Das Problem ist nur, niemand hat den Staffelstab übernommen.“

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Rennen fällt in diesem Jahr aus / 2019 könnte es in neuer Struktur weitergehen

Was war passiert? „Es kostet viel Zeit und viel Nerven, damit die Veranstaltung eine runde Sache wird“, sagt Schliephake. Aus beruflichen Gründen habe er das nicht mehr investieren können, denn der Aufwand habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das liegt auch an der Baustelle am Alten Strom. Hier wird seit 2017 die Sturmflutschutzmauer vollständig erneuert. Noch bis Sommer 2019 sollen die Arbeiten anhalten. „Die Stadt hat ihre Hilfe angeboten, die wir gern angenommen haben. Aber dann bleibt immer noch das meiste an uns kleben.“

Die Baustelle erschwert und verhindert einige Veranstaltungen auf der Warnemünder Woche. „Das Waschzuber-Rennen, das Drachenboot-Rennen und das Stand-Up-Paddling können deshalb in diesem Jahr nicht stattfinden“, erklärt Jörg Bludau, einer der Veranstalter der Festwoche. Die Warnemünder Woche werde trotzdem ein reichhaltiges und maritimes Programm bieten. „Ich würde es bedauern, wenn das Waschzuber-Rennen ganz ausfällt, es ist wirklich eine tolle Tradition.“ Er sei jedoch guter Hoffnung, dass es irgendwie weiter gehe.

Ganz so optimistisch ist Ingeborg Regenthal vom Warnemünde Verein nicht. „Wenn erst einmal etwas weggefallen ist, ist es nur schwer wiederzuholen.“ Sie hofft, dass es für das lustige Rennen eine Zukunft gibt „Es ist ein ganz wichtiger Baustein der Festwoche, hoffentlich raufen sich die Akteure zusammen, damit es 2019 mit der Tradition weitergehen kann.“ Doch Schliephake stellt klar: So wie bisher, wird das nicht möglich sein.

Doch für das bunte Rennen auf dem Alten Strom gibt es eine Chance. Denn schon hätten sich Interessenten außerhalb des Faschingsvereins gemeldet. Einer davon ist der Studenten-Club „Sumpf“ in Warnemünde. „Interesse besteht auf jeden Fall. Wir wollen, dass die Tradition aufrechterhalten bleibt“, sagt Christian Dudat vom Vorstand. Er betont, dass bisher nichts spruchreif sei. „Bisher ist es ein Hirngespinst.“ Dennoch ist schon Unterstützung in Sicht. „Wenn es etwas gibt, um das Waschzuber-Rennen wiederzubeleben, dann würden wir das gern tun. Es wäre sonst zu schade“, sagt Christoph Krause, einer der Geschäftsführer des Container-Hotels „Dock Inn“. Schon bisher habe man häufiger mit dem Studenten- Club zusammengearbeitet und auch in diesem Fall sei das nicht ausgeschlossen. „Wir hätten Kapazitäten, um sie zu unterstützen.“

Manfred Schliephake machen diese Ansätze froh. „Das ist auch eine Chance für das Waschzuber-Rennen.“ Als das Rennen 1986 ins Leben gerufen wurde, sollte es vor allem eine studentische Veranstaltung sein. In den vergangenen Jahren habe aber die Zahl der teilnehmenden Studenten merklich abgenommen. Durch einen neuen Organisator hofft er, dass dann auch jüngere Menschen mit dem Waschzuber um die Wette fahren. „Wir werden unseren Erfahrungsschatz gern an die neuen Macher des Rennens weitergeben.“

Für den IHS Faschingsverein geht es auch in Zukunft auf der Warnemünder Woche weiter. „Wir stürzen uns dann wieder mehr in den Warnemünder Umgang.“ Dort nehmen der Verein und sein Neptun bereits seit Anfang der 80er Jahre teil. Nun soll gerade die Neptuntaufe wieder ausgebaut werden.

Johanna Hegermann

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