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Rostock Strandreinigungen brechen Rekorde
Mecklenburg Rostock Strandreinigungen brechen Rekorde
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15:49 13.01.2019
Frank und Ines Köpcke sammeln gemeinsam mit Maik Gutmann (M.) Unrat vom Strand. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Müllsack um Müllsack reißt Klaus Teumer von der dicken Rolle. Dabei bekommt der Rostocker das freudige Strahlen kaum aus dem Gesicht, auch wenn der Anlass, der ihn am Sonnabend in den Torfbrücker Wald führt, ein trauriger ist. „Wir werden von der Beteiligung überrannt“, so Teumer.

Rund 300 Menschen jedes Alters kommen zur großen Müllsammelaktion, zu der die von Teumer gegründete Initiative „De Strandlöpers“ zusammen mit dem Stadtforstamt und der Umweltorganisation Bund aufgerufen haben, um die Schäden der beiden Januar-Sturmfluten einzudämmen. Was die Organisatoren besonders freut: „Die Menschen wollen für ihren Strand etwas tun, etwas zurückgeben – und das nicht nur bei schönem Wetter“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth.

Auch für Alfred (6) und Johann Barlen (10) aus Rostock war sofort klar, dass sie helfen wollen. „Wir gehen hier immer baden“, erzählt der größere der Brüder. Gemeinsam mit Mama Claudia haben die Jungs rund zwei Stunden lang alles abgesucht und neben größeren Dingen wie einem Türstopper und Metallhaken vor allem kleinen Müll aus dem Waldboden und Sand entfernt. „Das ist schon mühsam, mir tun ein bisschen die Finger weh“, sagt Johann. Eine zerfledderte Mülltüte hätte zum Beispiel richtig lange gedauert, bis sie restlos ausgebuddelt war.

Am Ende 100 Säcke auf dem Hänger

„Eine Person braucht für das Absammeln von einem Quadratmeter rund eine Stunde – und dann ist noch nicht alles weg“, weiß Mitorganisator Teumer. Deshalb sei das Engagement aller Beteiligten mit Blick auf diese Kleinteiligkeit noch beachtlicher. Am Ende sind es 100 gefüllte blaue Säcke, die bei den Forstamtsmitarbeitern auf dem Hänger landen und abgefahren werden.

Stadtforstamt, De Strandlöpers und die Umweltorganisation Bund freuen sich über hunderte Rostocker, die im Revier Torfbrücke den Müll aufsammeln, den die Sturmfluten angespült haben.

Dass der Müll, den die Sturmfluten „Benjamin“ und „Zeetje“ angeschwemmt haben, nicht nur vom vergangenen Sommer oder der Silvesterparty stammt, bewies ein Fund von Ines Ueckert. Sie entdeckte eine Milchtüte aus DDR-Zeiten, deren Beschriftung noch gut zu lesen war. „Wir nehmen bei jedem Strandspaziergang etwas mit“, sagt Uecker. Vergangenes Wochenende hätte sie zehn Kilogramm Unrat in Ahrenshoop aufgelesen, darunter eine Makrelenbüchse vom VEB Fischkombinat Rostock. „Sie war noch mit dem Preis ausgezeichnet: 1,30 Mark“, erzählt die engagierte Rövershägerin.

Lieber am Strand als Schnee zu schippen

Mit Greifzange, Müllbeutel und Handschuhen haben sich auch drei Graal-Müritzer auf den Weg gemacht, Strand und Wald vom Unrat zu befreien. „Gefunden haben wir unter anderem zahlreiche Feuerzeuge und Lollistiele“, sagt TSV-Fußballer Maik Gutmann mit Blick in seinen Müllbeutel.

Wieso sich die Freunde an der großen Sammelaktion teilnahmen? „Wir haben die Bilder gesehen und wollten für den Ort etwas tun“, benennt Ines Köpcke die Motivation des Trios. „Und besser hier mithelfen, als so viel Schnee schippen zu müssen wie gerade im Süden der Republik“, ergänzt ihr Mann Frank.

Senator sammelt in Hohe Düne

Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) hat am Sonntag zum Müllsammeln an den Strand Hohe Düne geladen – und rund 100 Menschen waren seinem Aufruf gefolgt. „Rund ein Drittel davon Kinder und alle waren mit Spaß dabei“, sagt Matthäus. Der Kurbetrieb, der die Aktion mit Technik unterstützte, schätzt die gesammelte Menge an Unrat auf „rund eine Tonne und acht Kubikmeter“, so der Senator. Er kann sich vorstellen, eine solche Aktion zu wiederholen. Ein kleiner Teil der Gruppe sei am Sonntag noch bis zum Dünenhotel Markgrafenheide weiter gezogen, wo auf die fleißigen Müllsammler nach zweieinhalb Stunden Einsatz ein kleiner Imbiss wartete. „Am Montag wird am Strand in Hohe Düne dann noch mit großem Gerät nachgearbeitet“, so Matthäus.

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