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Straße dicht: Anwohner hilflos zwischen Stadt und Investor

Stadtmitte Straße dicht: Anwohner hilflos zwischen Stadt und Investor

Weil sich das Tiefbauamt und der Bauherr noch nicht einig sind, ist die Straße „Beim Elektrizitätswerk“ an einer Seite gesperrt. Für die Betroffenen ist das nicht zu verstehen.

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Die neue Straße ist seit Monaten fertig. Die Anwohner Thomas Buchmann, Jürgen Schicht, Maik Amelang und Gundula Gerant verstehen nicht, warum sie Umwege fahren müssen.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Schön ist die neue Straße inklusive Gehweg — und seit Monaten fertig. Nur Autos dürfen „Beim Elektrizitätswerk“ nicht durchfahren. Das Tiefbauamt hat den Kreuzungsbereich an der Bahnhofsstraße gesperrt, seit dieser Woche sogar mit schweren Betonbarrieren. Anwohner Thomas Buchmann spricht von einem Schildbürgerstreich.

Mehrere 100 neue Bewohner auf dem Gelände des ehemaligen Friedrich-Franz-Bahnhofs und in den schon länger stehenden Häusern in der Bleicherstraße sind betroffen. Buchmann hat ein Schreiben formuliert und an die Nachbarn verteilt, mit der Aufforderung, die Briefe einzeln an die Stadt zu schicken. Die Forderung: Die Straße müsse umgehend so hergerichtet werden, dass sie befahren werden kann.

Obwohl seit Monaten fertig, ist die Straße dennoch gesperrt. Zunächst mit Barken, die regelmäßig beiseite geräumt wurden. Jetzt liegen dort Betonpoller. Die Bewohner selbst haben keine Erklärung für die Sperrung. Was sie nicht wissen: Sie sind offenbar zwischen die Front von Tiefbauamt und der Wohnpark-Gesellschaft von Jan-Peter Nissen und Reinhard Köster geraten. Die hatte die Verbindung als Erschließungsträger gebaut. „Wir haben die Straße schon vor mehr als einem halben Jahr mängelfrei an die Stadt übergeben“, sagt Jan-Peter Nissen. Die vertraglichen Verpflichtungen aus dem Bebauungsplan seien erfüllt, eine sechsstellige Summe investiert. Für die Sperrung trage die Wohnpark-Gesellschaft keine Verantwortung. Nissen vermutet einen Zusammenhang mit dem diskutierten Kreisel an dieser Stelle in der Bahnhofsstraße.

Dieser werde in diesem Jahr von der Rostocker Gesellschaft für Stadtsanierung (RGS) geplant und dann 2015 gebaut, kündigt Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius an. Mit der Sperrung habe das nichts zu tun. Die technische Abnahme der Straße sei tatsächlich erfolgt. Aber: „Das Gesamtpaket ist noch nicht geliefert.“ Die Investoren müssen noch Verpflichtungen erfüllen, beschreibt Tiburtius die Position der Stadt. So lange bleibt die Straße gesperrt. „Das ist das Druckpotenzial, das wir nicht aus der Hand geben.“ Tiburtius weiß, dass die Bewohner die Leidtragenden sind.

Die dürften derartige Aussagen mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. In seinem Brief beschreibt Thomas Buchmann die Auswirkungen für die Bewohner. Sie wären jetzt gezwungen, die problematische Kreuzung an der Ecke Ernst-Barlach-Straße zu nutzen. „Eine legale Abbiegemöglichkeit in die Bleicherstraße besteht überhaupt nicht.“ Durch den zusätzlichen Verkehr erhöhe sich das Unfallrisiko an dieser Stelle für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger.

Friedrich-Franz-Bahnhof
Der Friedrich-Franz-Bahnhof wurde 1850 gebaut und war Rostocks erster Bahnhof. Fast alle Gleise und Bahnanlagen sind verschwunden. Die letzten Baumaßnahmen auf dem Gelände werden voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen. Neben einer Pflegeresidenz im alten Bahnhofsgebäude sind in den ehemaligen Güterabfertigungshallen sowie der Zollabfertigung Lofts und Stadtreihenhäuser entstanden. Das ehemalige Stellwerk wird zum Wohnhaus umgebaut, im südlichen Teil befinden sich Ein- und Mehrfamilienhäuser. Dort gibt es auch eine Kindertagesstätte sowie einen neu geschaffenen Spielplatz. In dem Gebiet entstehen insgesamt rund 150 Eigentums- und Mietwohnungen.

 



Thomas Niebuhr

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Rostock
Eigentlich mündet die Straße „Beim Elektrizitätswerk“ in die Bahnhofstraße. Die Anwohner Thomas Buchmann, Jürgen, Schicht, Gundula Gerant und Maik Amelang (v. l.) verstehen nicht, warum sie nun gesperrt ist.

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