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Rostock Straßenreinigung wird teurer, Müllgebühren sinken
Mecklenburg Rostock Straßenreinigung wird teurer, Müllgebühren sinken
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00:20 18.10.2017
Die Vorbereitung auf den Winterdienst beginnt, die Kosten für die Straßenreinigung steigen im nächsten Jahr. Quelle: Foto: Katharina Ahlers
Stadtmitte

Es ist ein Ritual, das die Bürgerschaft jährlich zu erledigen hat. Die Abstimmung über die Gebühren für die Müllentsorgung sowie Straßenreinigung und Winterdienst. Ersteres wird für Mieter und Hausbesitzer in der Hansestadt leicht günstiger, für die Sauberkeit der Straßen muss dagegen etwas mehr bezahlt werden.

„Eine saubere Stadt kostet Geld“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne). Auch, weil zunehmend auf manuelle Reinigung gesetzt werde. So wird zwischen April und Oktober 2018 ein vierter „Handreiniger“ unterwegs sein, der den Bereich Petrischanze und Holzhalbinsel säubert. „Wenn wir mehr Menschen beschäftigen, erhöht das die Kosten.“ Zudem kam annähernd eine Fläche von einer Million Quadratmetern bei der Gehwegreinigung dazu. Insgesamt 5,8 Millionen Euro sind für die Reinigung vorgesehen, wovon 4,3 Millionen auf die Gebührenzahler umgelegt werden. Der Rest kommt als Zuschuss von der Stadt. Die Gesamtkosten steigen nach den Planungen um rund 150000 Euro. Ein Grund sei die Steigerung bei den Tarifen für die Mitarbeiter der Stadtentsorgung. „Da habe ich überhaupt kein schlechtes Gewissen, wenn sich die Ausgaben erhöhen“, so Senator Matthäus.

Bei den Gebühren werden die tatsächlichen Kosten umgelegt. Je nach Reinigungsklasse sind zwischen 1,3 und 3,9 Prozent mehr fällig. Ein Anlieger in der Gutenbergstraße mit einem 600 Quadratmeter großen Grundstück zahlt in der Reinigungsklasse 6 bei einer wöchentlichen Reinigung im kommenden Jahr 235 Euro statt bisher 232 Euro. Im Jahr 2010 waren es allerdings noch 35 Euro weniger. Die größten Steigerungen betreffen die Innenstadt und Warnemünde. „Das ist bei diesen Summen dort zu verkraften“, sagt Holger Matthäus. Der Anstieg fiel etwas geringer aus, weil der Winterdienst im vergangenen Jahr aufgrund gesunkener Dieselpreise günstiger als geplant war. Die an die Stadtentsorgung zu viel gezahlten 58000 Euro werden 2018 verrechnet.

Während für die Straßenreinigung etwas mehr Geld ausgegeben werden muss, sparen die Rostocker im nächsten Jahr beim Müll – ein wenig zumindest. Zwar steigen die Gesamtkosten der Abfallbeseitigung in der Hansestadt um knapp eine halbe Million auf 17,2 Millionen Euro, dennoch sinken die Preise für jeden einzelnen Haushalt, wenn auch nur leicht. Weil neue Häuser gebaut wurden und die Einwohnerzahl steigt, verteilt sich die Gesamtsumme nun auf mehr Rostocker, die laut Prognose 2018 wieder mehr als 45000 Tonnen Haus- und Geschäftsmüll produzieren.

Wer vor dem Haus eine graue 80-Liter-Tonne stehen hat und diese jede Woche leeren lässt, zahlt im nächsten Jahr 143,94 Euro, also 4,13 Euro weniger als 2017. Beim 240-Liter-Behälter liegt die Ersparnis sogar bei knapp fünf Euro. Bei größeren Tonnen und einer Leerung im Zwei-Wochen-Rhythmus ist die Einsparung deutlich geringer, bei der 240-Liter-Tonne liegt sie lediglich im Centbereich.

Im Müllgebührenranking 2016 des Eigentümervereins Haus & Grund liegt Rostock bei den Gebühren im Mittelfeld unter den 100 einwohnerstärksten Städten. Danach sind Flensburg, Chemnitz und Nürnberg die günstigsten Kommunen, die Hansestadt rangiert auf Platz 44.

Über die Höhe der Gebühren für Straßenreinigung und Müllentsorgung entscheidet die Bürgerschaft im November.

Mehrkosten für Personal, aber beim Diesel wird gespart

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Tonnen Haus- und Geschäftsmüll produzieren die Rostocker laut Prognose 2018. Das Aufkommen ist seit sechs Jahren relativ konstant. Rund eine Million Mal werden die Abfallbehälter pro Jahr geleert, angesichts der wachsenden Bevölkerung mit leicht steigender Tendenz. Die Kosten für die Abfallentsorgung steigen von 16,7 (2017) auf 17,2 Millionen Euro, insbesondere wegen höherer Tarife für die Mitarbeiter. Die Stadtentsorgung profitiert allerdings von gesunkenen Dieselpreisen.

Thomas Niebuhr

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