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Rostock Streit um Abriss: Die Wogen glätten sich
Mecklenburg Rostock Streit um Abriss: Die Wogen glätten sich
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19:16 27.09.2018
Sind unzufrieden mit der Entwicklung in der Südstadt: Helmut Laun von der Bürgerinitiative und Mieter Olaf Grundke. Quelle: Gerald Kleine Wördemann
Südstadt

Im Streit um den Abriss eines Wohnblocks in der Erich-Weinert-Straße zeichnet sich eine Lösung ab. Die Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen (WGSH) hat nach eigenen Angaben mit 31 der 34 betroffenen Mieter Gespräche geführt, die sich daraufhin für einen Umzug in einen Neubau oder in eine Wohnung aus dem Bestand der Genossenschaft entschieden haben. Bei drei Mietern sei unklar, wie es weitergeht, weil sie Gespräche ablehnten, so WGSH-Vorstand Roland Blank.

Der Ende der 1960er Jahre gebaute und weitgehend unsanierte Wohnblock soll 2021 abgerissen oder entkernt werden, um Platz für einen altersgerechten Neubau zu machen (die OZ berichtete). „Die Entscheidung, was genau passiert, ist noch nicht gefallen“, sagt Blank. Bewohner und die Bürgerinitiative „Südstadt lebenswert erhalten“ protestierten gegen die Pläne. Manche haben fast ihr ganzes Leben in dem Haus verbracht.

„Schifffahrt-Hafen hat sich transparent verhalten“, sagt die Ortsbeiratsvorsitzende Kristin Schröder (Linke). Sie habe den Eindruck, dass die Genossenschaft fair mit den Mietern umgehe. „Ich kann den Ärger der Anwohner aber verstehen“, sagt sie. Allerdings sei auch klar, dass etwas mit dem Haus geschehen müsse. Dass dabei günstiger Wohnraum verschwindet, müsse man abwägen. In ihren alten Wohnungen zahlen die Mieter oft weniger als fünf Euro je Quadratmeter kalt. Für das geplante Hochhaus an der Ziolkowskistraße und einen Block in der Erich-Weinert-Straße sind Kaltmieten im Gespräch, die 100 bis 150 Euro höher sein sollen.

Für altersgerechten Neubau sei so eine Steigerung derartig günstig, so Roland Blank von Schifffahrt-Hafen, dass sich jeder Kommentar erübrige. Nicht alle Mieter sehen das genauso. „Ich habe nur eine kleine Rente“, sagt eine ältere Frau, die ihren Namen nicht nennen will, bei einer kurzfristig verabredeten Versammlung, zu der sich die Bürgerinitiative mit der OZ verabredet hat und zu der drei Mieter erschienen sind. „Es kann doch nicht sein, dass hier günstige Wohnungen plattgemacht werden“, sagt Helmut Laun von „Südstadt lebenswert erhalten“. Er verweist auf den benachbarten Block Erich-Weinert-Straße 5-8, der behutsamer saniert worden sei: Die Fassade wurde erneuert und bei einer Strangsanierung Gas- gegen Stromleitungen ausgetauscht. Die Mieter konnten bleiben. Warum wird Block 1-4 nicht genauso saniert, fragt Laun.

„Noch vor zwei Jahren sind Familien eingezogen, denen keiner gesagt hat, dass das Haus bald abgerissen wird“, kritisiert Olaf Grundke, der mit seiner Lebensgefährtin in einer Erdgeschosswohnung in der Nummer 2 lebt. Seine Miete soll in der neuen Wohnung 130 Euro mehr kosten, das sei keine Kleinigkeit. Außerdem stünden viele Wohnungen schon lange leer. Das sei unwirtschaftlich und belastete alle Genossenschaftsmitglieder. „Warum vermietet man nicht befristet an Studenten?“

Bei Schifffahrt-Hafen heißt es, man hätte neue Mieter nicht früher informieren können, Abriss beziehungsweise Entkernung seien vor zwei Jahren noch kein Thema gewesen. Eine befristete Vermietung sei erst möglich, wenn endgültig klar sei, was mit dem Block geschieht. Sobald das der Fall sei, werde man die Wohnungen bis zum Um- beziehungsweise Rückbau befristet vermieten. Mieter, die umziehen müssten, bekämen großzügige Hilfen.

Die Bürgerinitiative warnt vor einem Verschwinden der prägenden und beliebten Grünflächen in der Südstadt. Mit der Verdichtung durch Neubauten gehe Lebensqualität verloren, so Laun. Das sei schon vor langer Zeit ein Thema gewesen, erzählt ein Mieter der Weinert-Straße der ersten Stunde. „Wie könnt ihr nur so großzügig bauen? Das muss mehr verdichtet werden“, soll DDR-Staatschef Walter Ulbricht bei einem Besuch in der Südstadt vor rund 50 Jahren gesagt haben.

Gerald Kleine Wördemann

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