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Streit um Laptop wird zum versuchten Totschlag

Stadtmitte Streit um Laptop wird zum versuchten Totschlag

Nando H. und Christian H. haben gestanden, einen Bekannten halbtot geprügelt zu haben.

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Nando H. (26, r.) mit Verteidiger gestern vor Gericht.

Quelle: Karsten Wilke

Stadtmitte. Hirnblutungen, Rippenserienbrüche, Leberquetschung — das sind nur einige der Folgen eines zunächst harmlosen Streits. Für diesen müssen sich seit gestern die Rostocker Nando H. (26) und Christian H. (22) vor dem Landgericht Rostock wegen versuchten Totschlags verantworten. Zum Prozessauftakt gestanden die beiden ihren Gewaltexzess gegen den gemeinsamen Bekannten Michael H. Auslöser der Tat war der Streit um einen angeblich gestohlenen Laptop.

Der Tag habe normal begonnen, erzählt Christian H. in seinem Geständnis. „Normaler Alltag, was ich so tue. Mich besaufen, um die Ex-Freundin zu vergessen“, erklärt er. Am Nachmittag des 16. Oktober hätten er und Nando H. zufällig ihr Opfer getroffen. Daraufhin hätten sie sich in der Wohnung von Michael H. in Evershagen verabredet. Dort habe man weiter gesoffen und gekifft. Dann sei es zum Streit gekommen. Michael H. bezichtigte Nando H., seinen Laptop gestohlen zu haben. Die Situation schaukelte sich hoch, wurde aber zunächst von der Mutter des Angeklagten Christian H., die ebenfalls anwesend war, geschlichtet. Als diese dann in ihre eigene Wohnung im selben Haus zurückging, eskalierte die Situation. Wie oft Nando H. und Christian H. auf ihr Opfer einschlugen und eintraten, wissen sie nicht mehr genau. Nach der Attacke flüchteten sie. Erst die zurückkehrende Mutter rief schließlich den Notarzt.

Was sie mit ihren Schlägen und Tritten angerichtet haben, wollen die beiden Angeklagten nicht wahrhaben. Bei Nando H. wurde von der Gerichtsmedizin jedoch eine geschwollene Hand vom vielen Zuschlagen diagnostiziert. „Ich war schockiert, als ich die Bilder gesehen habe. Das haben wir so nicht gemacht“, sagt Christian H. Komplize Nando H. war da schon einsichtiger. „Der Typ war nachher ziemlich kaputt“, erklärt er.

Dass das Opfer um sein Leben kämpfte, wollen die beiden jedoch nicht bemerkt haben. „Er hat aus der Nase geblutet und die Lippe war aufgeplatzt“, erzählt Nando H. Michael H. sei zwar noch bei Bewusstsein gewesen, jedoch nicht ansprechbar. „Er hat irgendwas genuschelt“, erklärt Nando H. Auch über die zahlreichen Blutspritzer konnten die Männer nichts sagen. Dies werde aber die Biologische Sachverständige tun, versprach der Vorsitzende Richter. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Totschlag
„Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.“ (StGB) Die Tat wird mit Freiheitsstrafen von fünf bis 15 Jahren geahndet. Bei einem versuchten Totschlag reicht das Strafmaß von zwei bis 15 Jahren. Es muss der Tod des Opfers billigend in Kauf genommen worden sein.

Karsten Wilke

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