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Streit um blaue Kindersandalen

Warnemünde Streit um blaue Kindersandalen

Ihrem Enkel etwas Gutes tun wollte Waltraud Böttcher, als sie ihm teure Sandalen kaufte. Jetzt hat sie viele Laufereien, weil das Geschäft, in dem sie die Schuhe erwarb, ihre Reklamation nicht anerkennt.

Warnemünde. Ein Paar Kindersandalen sorgt in Warnemünde für Streit. Waltraud Böttcher hat sie in einem Kinderladen in der Seestraße für ihren vierjährigen Enkel gekauft. „Als ich sie ihm am Abend auszog, waren sie kaputt. Die Sohlen hatten sich zum Teil aufgelöst“, sagt sie. Am nächsten Tag wollte sie die Schuhe reklamieren.

Sie wurde vertröstet auf einen späteren Tag, an dem sie die Inhaberin antreffen sollte. Die sprach sie schließlich per Telefon. „Sie hat mir unterstellt, die Schuhe wären mutwillig zerstört worden.“ Schließlich habe sie aber eine Gutschrift über die knapp 70 Euro bekommen. Als ihr Sohn diese wenig später einlösen wollte, wurde ihm das verweigert er könne die Schuhe wieder mitnehmen.

„Meine Kollegin hat den Gutschein ohne Rücksprache ausgefüllt“, argumentiert Laden-Inhaberin Marion Le. Die Schuhe würden aussehen, als habe jemand mit Rasierklingen in die Seiten der Sohlen geschnitten. „Ich kann nicht nachvollziehen, was passiert ist. Aber es war eindeutig äußere Einwirkung.“ Sie habe mittlerweile mit der Herstellerfirma Rücksprache gehalten und erfahren, dass es bei diesen Schuhen keine Auffälligkeiten gebe. Die Firma würde ihr die Reklamation nicht gutschreiben. „Soll ich mir dann die Schuhe auf den Tisch stellen?“

„Kurioser Fall“, urteilt Matthias Wins, Jurist bei der Verbraucherzentrale. Solch einen Sinneswandel habe er noch nicht erlebt. „Prinzipiell kann ein Verbraucher darauf vertrauen, dass eine Gutschrift als eine Erklärung des Verkäufers verbindlich ist.“ Diese Verbindlichkeit gelte allerdings nicht uneingeschränkt, wenn sich der Verkäufer auf arglistige Täuschung berufen könne. Im Fall der Schuhe steht Aussage gegen Aussage. Nur ein Gutachter könnte klären, wie der Schaden an den Schuhen entstanden ist. „Wenn die Eltern 100-prozentig sicher sind, dass nicht an den Schuhen manipuliert wurde, sollten sie es darauf ankommen lassen“, rät Wins.

Eine andere Kundin im Laden urteilt über die Schuhe: „Das sieht nicht aus wie mit Rasierklinge geschnitten. Da sind Materialfasern abgesplittert, so, als ob das Kind vielleicht an einer Mauer hochgeklettert ist und die Schuhe dabei daran gekratzt sind.“ Waltraud Böttcher bestreitet auch das: „Mein Enkel ist vier Jahre alt. Und ich war die ganze Zeit, als er die Schuhe trug, dabei. Wir waren bei meiner Schwester in der Trojanstraße und sind dann mit der Fähre nach Hause nach Hohe Düne gefahren.“ Sie räumt hingegen ein, die Schuhe vorm Kauf nicht richtig angesehen zu haben. Während die Verkäuferin sie dem Kleinen anprobierte, habe sie sich andere Waren angesehen. Sie habe nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet.



RENATE SCHUMANN

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