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Rostock Streuner kastrieren: Wer zahlt wofür?
Mecklenburg Rostock Streuner kastrieren: Wer zahlt wofür?
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00:01 30.04.2016
Landwirtschaftsminister Till Backhaus informierte sich bei Angelika Streubel (l.) und Kerstin Lenz über das Katzenproblem. Fotos (2): Claudia Tupeit

35 Katzen auf einem Bauernhof in Ivendorf bei Bad Doberan. Etliche von ihnen hatten Junge in ihrem Bauch. Und keiner fühlte sich so richtig für die hungrigen Tiere verantwortlich. Bis jetzt: Angelika Streubel, Vize-Vorsitzende im Rostocker Tierschutzverein, dem Träger des Tierheims in Schlage, hat vergangene Woche 31 Wildkatzen mit Fallen eingefangen. Ohne zu wissen, wer oder wann ihr Arbeitsaufwand, Fahrtkosten und die Kastrationen beim Tierarzt finanzieren werde. „Ich fühlte mich verpflichtet, weil sonst wären da bald 100 Streuner gewesen“, sagt sie.

Renaldo Kruth, Landwirt und Pächter der Ländereien und Stallungen auf dem besagten Hof, ist froh über Streubels Einsatz. Ihm gehören die Katzen nämlich nicht, sondern einer alten Dame, die zuvor auf dem Hof gelebt und sich um die Freigänger gekümmert hatte. „Gefüttert habe ich die Katzen bewusst nie, sonst wären es jetzt meine“, sagt der 43-Jährige, der durch die Jungen nicht nur eine Katzenflut in seinem Kuhstall gefürchtet hat. „Die machen ja auch ins Stroh, und das ist für meine Rinder nicht gut.“ Streubel gibt ihm recht und betont: „Wir haben ein Katzenproblem, nicht nur in Ivendorf.“

Gestern Mittag hat sie im Schlager Tierheim an Besucher und Landwirtschaftsminister Till Backhaus appelliert: „Es muss dringend etwas getan werden in Bezug auf Katzenkastrationen.“ Der Minister — selbst Besitzer dreier Katzen — sieht die Kommunen in der Pflicht, sich der Freiläufer anzunehmen. „Das können die nicht einfach den Tierheimen aufbürden.“ Sein Vorschlag: Pro Einwohner einen Euro investieren, um jeden Freigänger kastrieren und chippen zu können. Auch Tierbesitzer dürften sich der Verantwortung nicht entziehen, sagt er und ruft in Erinnerung, dass das Land für dieses und nächstes Jahr 20 000 Euro bereitgestellt hat, um Kastrationen bezahlen zu können. „Die sind aber schon jetzt alle“, moniert Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzverbands. Alles, was jetzt passiere, auch die „Causa Ivendorf“, bliebe am Tierschutzbund und an Vereinen finanziell hängen. „Und unsere Mittel sind auch begrenzt“, ergänzt die Vize-Vorsitzende Margret Kuhlmann. „Außerdem können Wildkatzen auch für Kinder gefährlich sein, zum Beispiel, wenn Katzen in Sandkästen machen.“

Für die Kastration der Ivendorfer Katzen (knapp 100 Euro pro Katze) hat Streubel Landesmittel bekommen — anteilig. „Die Hälfte ist vom Land, die Differenz zahlt der Tierschutzbund.“ Ein Teil der im Tierheim aufgepäppelten Katzen soll vermittelt werden. Die Belege für die anderen Kosten der Helferin wolle Backhaus zur Prüfung ins zuständige Innenministerium geben.

Von Claudia Tupeit

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