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Rostock Strom tanken und Informationen ziehen
Mecklenburg Rostock Strom tanken und Informationen ziehen
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00:00 09.06.2017
Bürgermeister Joachim Hünecke (l.) und E.dis-Kommunalbetreuer Thomas Bolze weihen die neue Stromtanksäule in Sanitz ein. Quelle: Fotos: Doris Kesselring
Sanitz

In Sanitz kann jetzt auch Strom „getankt“ werden. Bürgermeister Joachim Hünecke und E.dis-Kommunalbetreuer Thomas Bolze haben gestern eine neue Elektro-Ladesäule mit zwei Anschlüssen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Sanitz in Betrieb genommen. Ab sofort können hier elektrisch betriebene Fahrzeuge aufgeladen werden.

Mit so einem Chip (Flottenkarte) kann die Ladesäule genutzt werden.

„Die Station, die noch dazu in unserem Gemeindegrün gehalten ist, ist ein weiteres I-Tüpfelchen in unserer ausgezeichneten Infrastruktur“, freut sich der Bürgermeister. Auf der digitalen Werbefläche der Säule informiert die Gemeinde zugleich über ihre Vorzüge und Aktivitäten. „Wir hoffen, dass hier noch viele Unternehmen die Werbechance nutzen“, sagt Hünecke. Die Stromtanksäule sei vor allem für Pendler gedacht, die am Bahnhof Zwischenstation machen.

Bislang sind in Mecklenburg-Vorpommern laut Kraftfahrtbundesamt rund 280 reine Elektro- Pkw zugelassen, bundesweit sind bereits 34022 Stromer unterwegs. Bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Mit einer Kaufprämie von bis zu 4000 Euro wird dafür geworben. Doch der Verkauf läuft nur schleppend. In MV wurden bis Ende April 2017 nach Angaben des Verbands Kfz-Gewerbe erst 137 Anträge eingereicht, davon 58 für reine E-Fahrzeuge. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nun bereits Mitte Mai befürchtet, dass das Ziel wohl nicht erreicht werde. Die Kunden schrecken vor allem hohe Anschaffungskosten, mangelnde Reichweite der Elektro-Autos und fehlende Ladestationen ab, so beschreibt es der ADAC Hansa.

E.dis, größter regionaler Netzbetreiber in MV, will nun den Ausbau der Ladeinfrastruktur vor allem im ländlichen Raum weiter vorantreiben. Nach Sassnitz und Bergen auf Rügen und Fürstenwalde am E.dis-Hauptsitz (Brandenburg) ist in Sanitz die vierte öffentliche Ladesäule des Anbieters installiert worden. „Weitere Stationen sind in Planung“, kündigt Bolze an. Der Bund hat im März ein millionenschweres Förderpaket zum Ausbau öffentlicher „Steckdosen“ geschnürt. „Wir steigen da groß ein“, berichtet Bolze. Aus dem ersten Fördercall des Bundes würden 47 Ladepunkte in MV und Brandenburg realisiert. Die Kommunen seien sehr interessiert. „Wir haben vier Produkte zur Auswahl – von der einfachen Steckdose bis zur Powerladesäule“, sagt Bolze.

Die Sanitzer Ladepunkte haben eine Leistung von je 22 KW. Nach etwa einer Stunde wäre der Akku zu 80 Prozent geladen, wenn das Auto die Ladeleistung voll aufnehmen kann. Die Kosten liegen bei etwa zehn Cent je Minute. „Doch Besitzer sogenannter Flottenkarten, die über e.on-drive bezogen werden können, bestimmen selbst den für sie günstigsten Tarif“, erklärt Ralf Günther, zuständig für die Software der Ladesäulen. Außerdem können Kraftfahrer mit dem Smartphone einen QR-Code an der Säule abscannen und nach kurzer Registrierung Strom ziehen.

Im Landkreis Rostock gibt es zwei öffentliche Strom-Zapfsäulen in Güstrow. Die Rostocker Stadtwerke planen eine in Graal-Müritz. Des Weiteren bieten Hotels, Autohäuser und Unternehmen Lademöglichkeiten für Mitarbeiter und Kunden an.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Ein gigantisches Förderprogramm zum Ausbau einer Ladeinfrastruktur wurde vom Bund gestartet. 200 Millionen Euro sollen in den Ausbau von 5000 Schnellladestationen investiert werden. Weitere 100 Millionen sind für den Ausbau von 10000 Normalladestationen vorgesehen. Seit 1. März 2017 können Förderanträge gestellt werden. Die Stationen müssen öffentlich zugänglich sein und der Strom mittels erneuerbaren Energien gefördert werden. Verschiedene Netzbetreiber beteiligen sich auch in MV am Förderprogramm. Stromtankstellen sind unter www.goingelectric.de zu finden.

Doris Kesselring

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