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Rostock Studenten hörten am bulgarischen Sonnenstrand vom Mauerbau
Mecklenburg Rostock Studenten hörten am bulgarischen Sonnenstrand vom Mauerbau
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07:00 08.02.2018
Menschen aus Ost und West feiern die Öffnung der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Quelle: imago/imagebroker
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Rostock

Am 6. November 1989 schrieb Walter Momper (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin-West, einen Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Darin hieß es unter anderem: „Der Senat geht davon aus, daß voraussichtlich im Dezember 1989 für die Einwohner Ost-Berlins und der DDR eine weitgehende Reisefreiheit hergestellt wird. (...) Es ist daher davon auszugehen, daß nahezu alle Einwohner der DDD bald reisen können.“ Dies wurde jedoch nur drei Tage später Wirklichkeit.

Unser Leser Winfried Schwarzer (82) aus Rostock erinnert sich an seinen Besuch 1957 in West-Berlin. Als die Mauer errichtet wurde, war er mit Kommilitonen im Urlaub am Schwarzen Meer.

Unser Leser Winfried Schwarzer (82) aus Rostock besuchte West- Berlin bereits einige Jahre vor dem Mauerbau. Er erinnert sich: Im August 1961 trampte ich mit zwei Studienfreunden durch Bulgarien. Es waren unsere letzten Semesterferien vor der Diplomarbeit an der TH Dresden. Der 13. August fand uns am Sonnenstrand bei Nessebar. Während an der Sektorengrenze in Berlin eine Mauer errichtet wurde, aalten wir uns unter der bulgarischen Sonne. Ein paar Tage später, sahen wir zufällig eine deutsche Zeitung. Lothar wurde aufmerksam. „Hört zu, die Grenze nach Westberlin ist zugemacht worden.“ „Juckt dich das“, fragte Jochen. „Unsere Diplomarbeit müssen wir trotzdem schreiben“, meinte ich.

„Westberlin“, überlegte Lothar laut, „die haben uns damals ganz schön ausgenommen!“ Der Sommer 1957 kam uns in den Sinn. Wir sahen uns das im Bau befindliche Hansaviertel in Westberlin an. Nach langem Herumlaufen hatten wir Bierdurst. In einer Gaststätte sagte der Ober: „Wenn Sie in Ostmark bezahlen, dann bekomme ich fünf Mark für ein Bier.“Ein junger langhaariger Mann gesellte sich zu uns: „Na, ihr aus der Ostzone.“ „Eine Ostzone gibt es schon fast acht Jahre nicht mehr“, lautete unsere Antwort. Der junge Mann, er hieß Harald, studierte an der FU Berlin, aber sein Bier trank er lieber im Ostteil von Berlin, weil es ihm dann nur 0,20 D-Mark kostete. Einkäufe, Bekleidung, Haushaltsgegenstände usw. tätigte er gegen Ostmark jenseits der Grenze. Dabei sparte er enorm.

„Bleibt doch hier“, sagte er noch, „hier könnt ihr doch viel bequemer studieren.“ Wir waren ledig, Anfang zwanzig, keine familiären Verpflichtungen, möglich wäre es. „Das wäre unfair“, sagten wir zum Westberliner Studenten. „Warum?“ Unser Staat bezahlt unser Studium. Wir zahlen keine Studiengebühren und bekommen ein ausreichendes Stipendium. Unsere einzige Gegenleistung ist, fleißig zu studieren. Wenn wir hierbleiben, dann müssten wir zumindestens die bisherigen Studienkosten zurückzahlen. Alles andere wäre Betrug. Solche Gedanken gingen uns damals durch den Kopf und unsere Entscheidung war eindeutig: Wir fahren zurück.Lothar, unser Lautdenker, meinte: „Was macht denn nun bloß der langhaarige Harald? Ein Bier für zwanzig Pfennig und ein Brot für zehn Pfennig, das ist jetzt nicht mehr drin. Ob die Leute, die den Mauerbau beschlossen, auch an den jungen Mann und die vielen anderen, die genau so handelten, gedacht haben?“

Liebe Leser, die Mauer, die Grenzanlagen zwischen Ost und West überhaupt sind Geschichte. Aber: Sie spielen aus verschiedener Sicht auch heute noch eine Rolle, sei es politisch oder persönlich. Spuren der deutsch- deutschen Teilung sind nur noch wenige zu sehen. Trennendes zwischen Ost und West gibt’s aber immer noch. Senden Sie uns Ihre Mauer-Geschichten. Über ihre Fotos und Videos freuen wir uns besonders. Bitte an:OSTSEE-ZEITUNG,Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock, Kennwort „Mauer“E-Mail: leserreporter@ ostsee-zeitung.de

Schmidtbauer Bernhard

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