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Rostock Rostocker Studierende führen Oper „Rinaldo“ auf
Mecklenburg Rostock Rostocker Studierende führen Oper „Rinaldo“ auf
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17:56 09.10.2018
Studierende der HMT führen die Oper "Rinaldo" von Georg Friedrich Händel auf. Quelle: Susanne Gidzinski
Östliche Altstadt

 Eine Geschichte zwischen Liebe und Hass, Kampf und Frieden, märchenhaften Fantasien und historischen Fakten. Zum Auftakt des Wintersemesters probieren sich Studierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) an einem ganz besonderen Stück aus – die Oper „Rinaldo“. „Es ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, ein ganzes Stück, wie dieses, zu spielen“, sagt Regisseurin Jasmin Solfaghari. Ziel der Aufführung ist, einerseits das Publikum zu unterhalten und andererseits den Studenten das nötige Handwerkszeug für die Darstellung verschiedenster Charaktere in unterschiedlichen Sprachen mitzugeben. Weil nicht ausreichend männliche Studierende zur Verfügung standen, müssen einige Rollen von weiblichen Darstellern übernommen werden.

Im Stück schlüpft Studentin Yumi Tatsumiya in die Rolle des Kämpfers Rinaldo. Quelle: Susanne Gidzinski

„Kein Problem“, sagt Yumi Tatsumiya. Sie spielt die männliche Hauptrolle „Rinaldo“ und sieht keine Schwierigkeit darin, sich in das andere Geschlecht hineinzuversetzen. „Im Endeffekt stellen wir nur Menschen dar“, sagt sie. „Es ist keine Seltenheit, dass wir auch mal in Männerrollen hineinschlüpfen“, ergänzt Alina Behning. Sie spielt den 50-jährigen Feldherren Goffredo. Damit sie diese Rolle möglichst authentisch rüber bringen kann, hat sie auch in ihrer Freizeit fleißig geübt. Da musste beispielsweise auch ein ganz gewöhnlicher Einkaufs- laden zur Bühne umfunktioniert werden. „Wie ein Feldmarschall bin ich durch Edeka marschiert“, berichtet die Masterstudentin.

Auch Juhyeon Jo hat sich zu Hause vorbereitet. Im Internet hat sich die sonst fröhliche Studentin Videos angeschaut, um einen möglichst grimmigen Blick zu erlernen. Geübt wurde fleißig vor dem Spiegel. „Sie spielt die coolste Frau im Stück“, wirft Solfaghari ein. Wieso? – Weil sie über Zauberkräfte verfügt und das Stück somit mit bescheidenen aber wirkungsvollen Effekten aufpeppt.

Seit September proben die Studierenden der Gesangs- und Instrumentalklassen für ihren Auftritt. Sieben Stunden am Tag müssen sie Vollgas geben und nebenbei noch den normalen Kursalltag bewältigen, denn das Semester hat bereits angefangen. „Bis zur Premiere sehen es die Dozenten aber lockerer mit der Anwesenheitspflicht. Die Proben gehen vor“, sagt Christian Hammer, der für die musikalische Leitung zuständig ist.

Die italienische Oper ist so inszeniert, dass sie ohne Sprachkenntnisse zu verstehe ist. Quelle: Susanne Gidzinski

Georg Friedrich Händel’s Barockoper handelt vom gleichnamigen überforderten Helden, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine geliebte Almirena endlich heiraten zu können. Vorher aber muss der Kämpfer in die Schlacht gegen die belagerte Stadt Jerusalem ziehen. Während der Feldherr Goffredo versucht die Stadt zum Christentum zu bekehren, plant die Königin von Damaskus Intrigen, um dies zu verhindern. Bevor Rinaldo sich versieht, findet er sich in einem Chaos aus Kampf und Zauberei wieder.

„Eine Geschichte voller Drama und Leid. Ich denke, das ist etwas, was das Publikum ansprechen wird“, meint Regisseurin Solfaghari zuversichtlich. Sie kann es kaum noch abwarten, bis am Sonnabend dann endlich die Erstaufführung stattfindet. „Das wird ein Wechselspiel von Energien.“

Um die Oper etwas zeitgenössischer zu gestalten, haben sich die Künstler ein alternatives Ende einfallen lassen. „Zum Schluss werden die ursprünglichen Feinde in die Gesellschaft integriert, wodurch sie eine großartige Energie in die Kultur einfließen lassen“, sagt Solfaghari, ohne Wesentliches vorwegzunehmen. „So wollten wir passend zum aktuellen Weltgeschehen ein kleines politisches Statement abgeben“, fügt Hammer hinzu.

Die Aufführungen finden vom 13. bis zum 20. Oktober jeweils um 20 Uhr im Foyer der Hochschule für Musik und Theater Rostock statt. Der Eintritt kostet 17 Euro (ermäßigt 9,30 Euro) zuzüglich Abendkassenzuschlag.

Susanne Gidzinski

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