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Rostock Tandem-Partner für Studierende aus dem Ausland gesucht
Mecklenburg Rostock Tandem-Partner für Studierende aus dem Ausland gesucht
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00:17 08.05.2018
Michael Paulus, Leiter des Rostock International Houses, möchte den Austausch mit internationalen Studierenden fördern. Quelle: Foto: Pauline Rabe
Stadtmitte

Sich als Auslandsstudent zurecht zu finden, ist oftmals nicht leicht. „Das Land, die Sprache, die Leute – alles ist neu. Da hilft es enorm, einen Freund direkt am Anfang zu finden“, sagt Michael Paulus, Leiter des Rostock International Houses (RIH). Seit 2013 betreut dieses das Tandem-Programm der Universität Rostock, welches seit zwei Jahren durch die Initiative von Studierenden getragen wird. Um den Weitererhalt zu sichern, werden derzeit Freiwillige für die Reorganisation gesucht.

„Wir mussten in der Vergangenheit einige Rückschläge überwinden“, erzählt Paulus. Personaleinschränkungen durch die Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes führten im Herbst 2016 dazu, dass das Programm mehr von Studierenden selbst organisiert werden musste. „Das klappte gut, auch wenn wir schnell merkten, dass es ganz ohne Betreuung unsererseits nicht funktioniert.“ Diese übernahm eine Mitarbeiterin vom RIH, die die Unterstützung aufgrund von gesundheitlichen Gründen jedoch nach einiger Zeit aufgeben musste. Künftig wird stellvertretender Leiter Sören Koeppe diese Aufgabe übernehmen. „Dazu kommt aber, dass unser fester Stamm von zehn Studierenden auf vier geschrumpft ist“, erklärt Paulus das aktuelle Problem. Ursache sei, dass diese ihr Studium abgeschlossen hätten.

Aufgeben stellt für das RIH trotzdem keine Option dar. „Deshalb suchen wir nun Interessierte, die mit uns erneut durchstarten möchten.“ Zuerst soll ein Ablaufplan für die kommenden Monate erstellt werden.

Das Tandem-Programm bietet neben der Verbesserung von Sprachkenntnissen die Möglichkeit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Der richtige Partner werde über eine Website gefunden. Ähnlich wie das Tandem-Programm ist auch das Buddy-Programm aufgebaut. Dort ist ein Teil des Pärchens ein Geflüchteter. Der Organisationsaufwand sei hierbei etwas höher, das Prinzip jedoch gleich. „Das Bilden eines Tandems sieht nicht nur im Lebenslauf gut aus“, sagt Paulus weiter. Es entstünden unter den Paaren auch Freundschaften fürs Leben.

„Darüber hinaus motiviert es einen selbst vielleicht auch, den Schritt ins Ausland zu wagen.“ Das würde sich der Leiter zumindest wünschen. Derzeit absolvieren nur rund 250 Studierende der Rostocker Universität ein Semester oder ein Jahr im Ausland. „Die Mecklenburger mögen ihr Bundesland einfach viel zu gerne“, schmunzelt Paulus. Dazu hätten viele Angst, erst ein schwieriges Auswahlverfahren absolvieren zu müssen oder ihre Kurse nicht anrechnen lassen zu können. „Gerade mit Programmen wie Erasmus ist dies aber eigentlich kein Problem.“ Die Anerkennung von Leistungen laufe dort meist ohne jegliche Schwierigkeiten. „Wir können daher nur jeden ermuntern, ins Ausland zu gehen.“

Die internationalen Studierenden sind im Gegensatz zu den Rostockern mutiger. 1362 sind derzeit hier, davon alleine ungefähr 200 aus Indien. „Dieser Andrang freut uns sehr, schafft aber auch neue Herausforderungen“, betont Paulus. Nicht alle Bewerber können auch aufgenommen werden, da sonst die Qualität der Betreuung leiden würde. „Für dieses positive Problem müssen wir uns in Zukunft etwas einfallen lassen.“

Immer mehr Auslandsstudierende an Rostocker Universität

Um internationalen Studierenden das Einleben in ihre neue Heimat Rostock zu erleichtern, wurde 2013 ein Tandem-

Programm an der Universität Rostock gestartet. Das Angebot wird seit Beginn durch das Rostock International House (RIH) betreut und seit 2016 von Studierenden organisiert.

2Personen bilden dabei ein Tandem. Wie oft und wo die beiden Partner sich treffen, entscheiden sie selbst.

1362 Auslandsstudierende haben in diesem Semester ein Studium an der Universität Rostock aufgenommen. Damit ist ihr Anteil von 6,2 auf 10,4 Prozent gestiegen. Rund 200 Studierende stammen aus Indien.

Pauline Rabe

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