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Rostock Teepott: Verkauft Rostock sein wertvollstes Grundstück?
Mecklenburg Rostock Teepott: Verkauft Rostock sein wertvollstes Grundstück?
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00:01 17.01.2018
Die Friedemann Kunz Familienstiftung will die Fläche kaufen, auf der Teepott und Strandpavillon stehen. Quelle: Fotos: Frank Burchett, Ove Arscholl
Warnemünde

Dieses Vorhaben sorgt für Diskussionen in Rostocks Stadtpolitik: 20 Millionen Euro soll die Sanierung des maroden Teepotts in Warnemünde voraussichtlich kosten. Und die Inhaberin des Gebäudes, die Friedemann Kunz Familienstiftung, will das auch bezahlen. Der Haken: Angesichts der hohen Investitionssumme will die Eigentümerin auch das Grundstück kaufen, auf dem der Teepott steht. Diese Fläche jedoch gehört der Stadt. Und die hat Grundstücke in Wasserlagen bisher nur in Ausnahmefällen verkauft.

Bisher veräußerte die Stadt Flächen am Wasser nur in Ausnahmefällen

Die Friedemann Kunz Familienstiftung hat bereits bei Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) beantragt, das 3600- Quadratmeter-Grundstück erwerben zu dürfen. Auf der Fläche steht neben dem Teepott noch der Strandpavillon. Gestern Abend informierte Methling die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen über die Pläne.

Rostocks Linken-Chefin Eva-Maria Kröger hat gemischte Gefühle. „Wir begrüßen es, dass der Teepott saniert wird. Und wir haben auch Verständnis dafür, dass sich der Investor eine gewisse Sicherheit wünscht.“ Andererseits sei der Teepott aber auch das Herzstück Warnemündes. „Wenn hier etwas passiert, müssen Ortsbeirat und Bürger auf jeden Fall beteiligt werden“, betont Kröger. Grundsätzlich sei die Linke immer dafür, dass öffentliche Grundstücke in städtischer Hand bleiben. Denn so profitieren auch künftige Generationen von den laufenden Einnahmen aus der Erbbaupacht. „Aber in diesem besonderen Fall müssen wir erst einmal darüber diskutieren“, so die Stadtvertreterin.

Warnemündes Ortsbeiratschef lehnt einen Verkauf ebenfalls nicht kategorisch ab. „Es ist eine Option, aber dafür müssen wir die Details sehen“, sagt Alexander Prechtel (CDU). Es sei nachvollziehbar, dass jemand, der eine große Investition in ein Gebäude tätige, auch das Grundstück haben wolle. „Wir müssen hier die Aspekte und Argumente sehr sorgfältig abwägen“, so Prechtel weiter. Klar aber sei:

Der Ortsbeirat werde sich nachhaltig dafür einsetzen, dass der Teepott erhalten bleibt – auch in seiner jetztigen Nutzung. „Wir wollen, dass der Teepott Wahrzeichen von Warnemünde bleibt. Dafür werden wir alles tun.“ Auch für den Rostocker Bund hat der Erhalt des Denkmals oberste Priorität, sagt Sybille Bachmann.

Zuletzt lehnte die Stadt zweimal den Verkauf des „Strandläufer“- Grundstücks in Warnemünde ab. 2011 sollen die Interessenten hier sogar bereit gewesen sein, 6100 Euro pro Quadratmeter zu zahlen.

Trotzdem erteilte die Stadt dem Anliegen von Projektentwickler Harald Lochotzke – wie schon 2006 – eine Absage. Zum Vergleich: Laut der Bodenrichtwertkarte der Hansestadt ist das Grundstück, auf dem Teepott und Pavillon stehen, heute pro Quadratmeter 1500 Euro wert. Macht insgesamt 5,4 Millionen Euro.

1996 hat die Bürgerschaft einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass keine städtischen Flächen im ufernahen Bereich verkauft werden dürfen. Dies bezog sich wohl eher auf die Warnow. Dennoch ist der Beschluss bei ähnlichen Entscheidungen am Warnemünder Strand ebenfalls zu Rate gezogen worden.

10 Millionen Euro und mehr steckten die Rostocker Unternehmer Wolfgang Holz (1954-2007) und Hilger Patzner zuletzt in Umbau und Sanierung des Teepotts. Das war im Jahr 2002.

Der denkmalgeschützte Teepavillon wurde damals neu eröffnet. Friedemann Kunz übernahm ihn im Jahr 2015.

Im Jahr 1968 wurde der Teepott gebaut. Das auffällig geschwungene Dach (Hyparschalenbau) entwarf der Binzer Architekt Ulrich Müther (1934-2007).

André Wornowski

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