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Rostock Tempo 30 soll Anwohner besser schlafen lassen
Mecklenburg Rostock Tempo 30 soll Anwohner besser schlafen lassen
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00:49 15.06.2018
Lärmmessung an einer stark befahrenen Straße. Für den Rostocker Aktionsplan wurden Daten ausgewertet. Quelle: Foto: Arno Burgi/dpa
Stadtmitte

20000 Autos fahren täglich am Holbeinplatz vorbei – und machen dabei eine Menge Lärm. Auch in der Nacht. Das stresst die Anwohner. „Nach acht Stunden Schlaf bin ich morgens oft noch müde“, sagt Axel Lorenzen-Zabel. Seine Schlafzimmerfenster sind an der Straßenseite. Im Sommer muss er sie nachts öffnen, sonst wird es zu heiß. „Am besten schlafe ich außerhalb“, berichtet der Rostocker. Doppelt betroffen ist Steffen Nielebock. Er wohnt in Evershagen direkt an der Straßenbahn, die ebenfalls reichlich Krach macht. Viele seiner Nachbarn haben sich daran gewöhnt, er nicht. „Es stört“, sagt Nielebock. Tagsüber sitzt er meist an seinem Schreibtisch im Amt für Verkehrsplanung – den lauten Holbeinplatz vor dem Fenster.

Stadt prüft neue Geschwindigkeits-Limits und will Lärmschutzwände aufstellen

Die Stadtverwaltung muss bis zum 18. Juli einen neuen Aktionsplan gegen die Lärm vorlegen. Gestern fand am Holbeinplatz in Haus des Bauens eine Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung statt. Gut zwei Dutzend Lärmgeplagte und Vertreter der Ortsbeiräte waren da. Verkehrsingenieur Alexander Reimann von der Firma Lk Argus stellte den Stand des Aktionsplans vor. Straßenlärm ist neben dem Schienenverkehr die Hauptlärmquelle. Als Gegenmaßnahme empfiehlt der Aktionsplan unter anderem die Einrichtung von Tempo-30-Zonen. Ganztägig könnten diese demnächst in der Blücherstraße, Herweghstraße und Rostocker Straße in Warnemünde gelten. Eine Begrenzung von 22 bis 6 Uhr schlägt der Aktionsplan für Neubrandenburger Straße, Parkstraße, Goerdelerstraße, Ulrich-von-Hutten- Straße und Kopernikusstraße vor.

„Das sind nur Empfehlungen, die Entscheidung trifft letztendlich die Verkehrsbehörde“, sagt Dagmar Koziolek, Leiterin des Amtes für Umweltschutz. An Hauptverkehrsstraßen wie der Hamburger Straße oder der Am Strande wird es keine Tempo-30-Zonen geben, weil der Verkehr sonst in Wohngebiete ausweichen würde. Karsten Cornelius, Ortsbeiratsvorsitzender im Hansaviertel, fordert, Geschwindigkeitskontrollen in den Aktionsplan aufzunehmen. „Die Anwohner wollen Tempo 30“, sagt er. In der Dethardingstraße, wo das nachts gilt, halte sich aber kaum jemand daran. Hier müsse viel mehr geblitzt werden, meint Cornelius. Oder sogenannte Dialogsysteme aufgestellt werden, die Autofahrern ihr Tempo anzeigen. Das schlägt Reutershagens Ortsamtsleiter Thomas Wiesner vor.

Für ein leiseres Leben soll in den kommenden Jahren an mehreren Straßen Flüsterasphalt verlegt werden, etwa am Mühlen- und am Petridamm. Für die Tessiner Straße, in der Lübecker Straße und in der Hamburger Straßen regt der Aktionsplan Lärmschutzwände an.

Alexander Prechtel, Ortsbeiratsvorsitzender in Warnemünde, warnt vor steigender Belastung durch mehr Kreuzfahrtschiffe und die Werften, die immer größere Schiffe bauen. Schon jetzt sei der Zuglärm ein Problem für viele Anwohner. Lärmschutzwände seien keine Lösung. „Warnemünde würde seinen Flair verlieren“, warnt Prechtel.

Für den Aktionsplan wurde kein Lärm gemessen, sondern Verkehrs- und Einwohnerzahlen sowie Straßenabstände verknüpft.

Gerald Kleine Wördemann

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