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„Theater-Fusionen bringen nichts Gutes“

Plathe „Theater-Fusionen bringen nichts Gutes“

Schauspieler Walter Plathe gastiert in Rostock. Im OZ-Interview erklärt er, wie wichtig und notwendig eigenständige Theater sind.

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Mit Reutter-Geschichten erfreut Walter Plathe schon seit mehr als zehn Jahren sein Publikum. Am Sonntag ist er im Volkstheater.

Quelle: Foto Thomas Grünholz

Rostock — Walter Plathe ist als „Landarzt“ bekannt und spielt auf der Bühne bald den Frosch in der „Fledermaus“. Am Sonntag ist er im Volkstheater zu Gast. Im OZ-Interview verrät er, was er von Theaterfusionen hält und wie er die Rückkehr zum Schweriner Theater nach 40 Jahren erlebte.

OZ: Am Sonntag sind Sie mit einem Otto-Reutter-Programm im Volkstheater Rostock zu Gast. Was verbinden Sie persönlich mit dem Volkstheater?

Walter Plathe: Es ist nicht das erste Mal, dass ich da zu Gast bin. Außerdem habe ich immer regelmäßig an der See Urlaub gemacht. Zu Ostern war ich in Warnemünde.

OZ: Über die Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit viel diskutiert — auch Fusionen waren im Gespräch. Wie wichtig sind eigenständige Theater für Städte wie Rostock oder Schwerin?

Plathe: Wenn man mal ins ganze Land guckt, dann haben Theaterfusionen eigentlich in den seltensten Fällen etwas Gutes gebracht. Ich glaube schon, dass eine Eigenständigkeit — gerade für eine große Stadt wie Rostock — richtig und notwendig ist. Ich glaube, dass eine Region auch irgendwo etwas haben möchte, was nur für sie zutrifft. Das wäre ja so, als wenn ich ein Berliner Kabarett mit einem Schweriner Kabarett fusionieren würde. Das ist ein ganz anderer Landstrich. Die Leute möchten etwas Eigenes haben, worauf sie stolz sein können, womit man sich identifizieren kann.

OZ: Sie hatten Ihr erstes Engagement am Schweriner Staatstheater, wohin Sie diesen Sommer zurückkommen — als Frosch in der „Fledermaus“. Was werden da für Erinnerungen wach?

Plathe: Es war schon komisch, als ich vor ein paar Wochen nach mehr als vierzig Jahren das erste Mal wieder in Schwerin war. Ich habe zum Beispiel Bühnenmeister getroffen, mit denen ich schon damals an Inszenierungen gearbeitet habe. Schauspieler wie Eckhard Hahn oder Udo Molkenthin, die ich schon von damals kannte, habe ich getroffen. Ich freue mich sehr auf diese Arbeit.

OZ: Sie haben 17 Jahre lang den „Landarzt“ gespielt, so dass man ihren Namen schnell mit der ZDF-Serie assoziiert. Wie wichtig ist dieses Kapitel Ihrer Karriere für Sie?

Plathe: Das war eine sehr schöne und angenehme Arbeit. Aber es hat auch alles seine Zeit. Ich glaube, es war schon an der Grenze — man kommt zu wenig dazu, noch andere Geschichten zu machen. Ich habe höchstens noch eine Theaterinszenierung im Jahr geschafft, und das war mir echt zu wenig.

OZ: Stehen Sie lieber auf der Bühne oder vor der Kamera?

Plathe: Beides hat seinen Reiz. Ein schauspielerischer Vorgang muss erstmal erarbeitet werden — auf der Bühne wie auch vor der Kamera. Nur die Mittel, derer man sich dafür bedient, sind unterschiedlich, und das ist beides reizvoll.

OZ: Haben Sie eine Lieblingsrolle?

Plathe: Man sagt immer, die, mit der man sich gerade befasst, ist die liebste. Gerade habe ich den „Eisernen Gustav“ gespielt — eine Fallada-Bearbeitung fürs Theater. Aber ich freue mich jetzt schon sehr auf den „Frosch“.

Walter Plathe
Bevor Walter Plathe sich für die Bühne entschied, absolvierte der Berliner erst einmal eine Lehre als Fachverkäufer für Zoologie. 1968 studierte er dann an der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“. Von 1971 bis 1975 war er am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin engagiert. Dort war er unter anderem in William Shakespeares Hamlet und Bertolt Brechts Dreigroschenoper zu sehen.

Neben Stationen an den Theatern in Berlin, Magdeburg, Hamburg und Dresden ist er seit 1987 mit seinem Otto-Reutter-Programm unterwegs. Bekannt wurde der Berliner vor allem durch seine Darstellung des Landarztes in der gleichnamigen ZDF-Serie.

Interview von Ove Arscholl

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