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Tortur in Rostock: Mann wird zwölf Stunden lang gequält

Rostock Tortur in Rostock: Mann wird zwölf Stunden lang gequält

Brutales Trio prügelt eine Nacht lang auf einen 31-Jährigen ein. Er rettet sich über ein Fallrohr.

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Er trug starke Verletzungen davon und ist sehr verängstigt, noch immer.“ Polizeisprecherin Yvonne Hanske über das Opfer

Rostock. Unfassbare Tat dreier Männer im Rostocker Stadtteil Evershagen: Mehr als zwölf Stunden lang prügelten sie in der Nacht zu Donnerstag auf einen 31-Jährigen ein. Erst am Morgen gelang dem schwer verletzten Opfer die Flucht — über ein Abflussrohr aus dem vierten Stock eines Wohnblocks. Nur durch seine waghalsige Kletteraktion aus 13 Metern Höhe gelang es dem Rostocker, seinen drei Peinigern zu entkommen. Mit schweren Verletzungen kam der Mann anschließend in ein Krankenhaus.

Zuvor hatte er ein grausames Martyrium durchlitten, wie die Polizei gestern mitteilte. Vom späten Mittwochnachmittag an war er in der Wohnung eines der Täter festgehalten und immer wieder misshandelt worden. Die vier Männer hatten sich zuvor dort getroffen, um gemeinsam zu trinken und Musik zu hören. „Wir gehen davon aus, dass sich die vier noch nicht so lange kannten“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske.

Aus bisher noch unbekannten Gründen begann der 34 Jahre alte Gastgeber irgendwann, auf den 31-Jährigen einzuschlagen. Die anderen schlossen sich offenbar bald darauf an, traten und schlugen den Mann ebenfalls immer wieder. Zusammengekauert in einer Ecke, harrte das Opfer mehrere Stunden aus, musste laut Polizei sogar die Blutspuren in der Wohnung mit einem Wischlappen und einem Eimer selbst beseitigen.

Unter Androhung weiterer Schläge und Tritte soll das brutale Trio versucht haben, Geld von dem Mann zu erpressen. Erst gegen 8 Uhr in der Früh gelang es dem völlig verzweifelten Opfer, über ein Fallrohr vom Balkon der Wohnung aus zu flüchten. Er suchte Hilfe bei einem Freund, gemeinsam alarmierten sie die Polizei.

Sofort wurde der Mann ärztlich betreut. „Er trug starke Verletzungen davon“, sagt Hanske. Neben einem geschwollenen Gesicht und zwei ausgeschlagenen Schneidezähnen erlitt der 31-Jährige Prellungen am ganzen Körper und schwere Kopfverletzungen. Bei seiner Flucht über das Fallrohr hat er sich zusätzlich seine Hände verbrannt. „Er ist sehr verängstigt, noch immer“, hieß es gestern von der Polizei.

Vielleicht auch weil zwei seiner drei Peiniger wieder auf freiem Fuß sind. Zwar konnten alle drei Täter bereits wenige Stunden nach Erstattung der Anzeige festgenommen werden, doch nur bei dem 34-jährigen Haupttäter konnte auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl erlassen werden. Der Rostocker war bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft und nur auf Bewährung frei.

Aber auch die anderen zwei seien laut Hanske der Polizei bereits bekannt. „Wir ermitteln nun wegen gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung.“ Ob das Trio den Mann vorsätzlich in die Wohnung gelockt habe, sei noch nicht bekannt. „Der festgenommene Täter will sich noch nicht zu den Motiven äußern“, so Hanske. Das Opfer muss weiterhin ärztlich betreut werden.

 



Sophie Pawelke

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