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Rostock Touristiker in MV: Deutsche Bahn ist das große Problem
Mecklenburg Rostock Touristiker in MV: Deutsche Bahn ist das große Problem
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08:40 12.03.2018
MV präsentiert sich auf der ITB in Berlin als ein attraktives Urlaubsland. (Archivbild) Quelle: Jens Büttner
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Rostock/Berlin

Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen im Tourismus eine zunehmend wichtige Rolle. Doch werden umweltbewusste Urlauber oft ausgebremst, wenn sie ohne ihr Auto zum Ferienort fahren wollen. „Die Deutsche Bahn ist das große Problem“, sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbands, Reinhard Meyer, am Rande der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin.

Nicht genug Bahnverbindungen

Seit Jahrzehnten funktioniere es nicht, die von den Metropolen abgelegenen Regionen per Bahn gut zu erreichen. Es seien aber gerade diese Regionen als Urlaubsziele wichtig. Das Problem, dass es in den ländlichen Regionen Deutschlands nicht genug Bahnverbindungen gibt, sei hinlänglich bekannt, sagte Meyer. „Da soll niemand in der Bundesregierung sagen, man könne das nicht beeinflussen.“

Die Hoteliers und Gastgeber seien sich bewusst, dass sie mit einem nachhaltigen Angebot neue Kundenkreise erschließen könnten, sagte Meyer. Dazu gehöre beispielsweise die Verwendung von regionalen Produkten bei der Essenszubereitung. Wenn Hotels dem nachgingen, könnten sie den wirtschaftlichen Nutzen mit ökologischen Bewusstsein und Nachhaltigkeit verbinden.

„Nachhaltigkeit gleich unbequem“ - das wäre die falsche Botschaft

Meyer ist sich bewusst, dass noch viel Überzeugungsarbeit notwendig ist, um die in vielen Papieren festgelegten Ziele zu realisieren. „Bei der Umsetzung wird es eher schmallippig.“ So habe sich 2014 die Branche beim Deutschen Tourismustag das Thema Nachhaltigkeit zum Thema gesetzt. „Wir waren erschrocken, wir hatten dort die bisher niedrigste Teilnehmerzahl.“ Die Touristiker wüssten um die Bedeutung des Themas, es sei aber vielen einfach noch zu abstrakt.

Das Thema Nachhaltigkeit im Urlaub sei ein Gesamtpaket, zu dem beispielsweise auch die Einsparung von Wasser, Stromerzeugung durch Solarenergie oder Reduzierung von Einweg-Verpackungen gehörten. Das bedeute jedoch nicht, dass deswegen Abstriche an der Qualität oder Bequemlichkeit gemacht werden müssten. „Nachhaltigkeit gleich unbequem“ - das wäre die falsche Botschaft“, betonte Meyer, der auch Chef der Staatskanzlei in Schwerin ist.

„Wir müssen alles daran setzen, unsere Gäste immer wieder mit neuen Angeboten neugierig auf unser Land zu machen“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Touristisches Potenzial bestehe vor allem in der Vor- und Nachsaison. Kernziel sei es, weiter in saisonunabhängige Angebote zu investieren. „Wir müssen attraktiv sein - egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint.“ Die Gäste wollten neben der klassischen Erholung und Entspannung auch touristische Unterhaltung und Erlebniswelten.

Ziel: Mehr ausländische Gäste

Mit Mecklenburg-Vorpommern war erstmals in der Geschichte der ITB ein deutsches Bundesland als Partnerland ausgewählt worden. Den finanziellen Umfang dieses Engagements bezifferte Glawe auf rund 1,5 Millionen Euro. Ziel war es, den mit gut drei Prozent noch sehr geringen Anteil von ausländischen Gästen zu erhöhen - bundesweit sind es rund 18 Prozent. In etwa einem Jahr könnten die ersten Ergebnisse der ITB zu sehen zu sein, sagte Glawe.

Weitere positive Effekte seien zu erwarten, wenn Rostock 2019 Gastgeber des Deutschen Tourismustags und 2020 der Messe German Travel Mart (GTM) sein wird. Dort treffen deutsche Anbieter mit den entscheidenden Einkäufern der internationalen Reisebranche zusammen.

Joachim Mangler

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