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Rostock Tränenreicher Abschied von Gemeindepädagogin
Mecklenburg Rostock Tränenreicher Abschied von Gemeindepädagogin
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00:00 31.08.2018
Warnemünde

Sie hat sich vorher noch im Internet dazu belesen, wie es ihr gelingt, nicht zu weinen. Doch als Gemeindepädagogin Janne-Marije Bork am vergangenen Sonntag mit einem Familiengottesdienst aus Warnemünde verabschiedet worden ist, konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Als bei den Kindern die Augen feucht wurden, hat es auch mich ergriffen“, sagt die 29-Jährige.

Janne-Marije Bork (29) hat sieben Jahre lang in Warnemünde gearbeitet. Quelle: Fotos: André Wornowski, Thomas Sternberg
Für uns ist das ein großer Verlust. Janne ist sehr engagiert.Harry Moritz Pastor

Seit 2011 war Bork für die Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Gemeinde im Ostseebad zuständig. Sie hat den Pfadfinderstamm Warnemünder Wölfe und die Junge Gemeinde gegründet und gemeinsam mit Pastor Harry Moritz 62 Jugendliche auf die Konfirmation vorbereitet. Zu ihrem Abschied führte der Kinderchor vor 220 Gästen ein Musical auf. Bork ist sehr beliebt in der Gemeinde. „Für uns ist ihr Weggang ein großer Verlust. Janne ist sehr engagiert gewesen“, sagt Pastor Moritz.

Nur noch 50-Prozent-Stelle

Zum ersten September wechselt Bork nun zum Zentrum Kirchlicher Dienste nach Rostock. Hintergrund: In der Gemeinde Warnemünde steht ab Januar 2019 nur noch eine 50-prozentige Stelle für die Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung. Und weil das Zentrum Kirchlicher Dienste gerade eine Fachreferentin für die Arbeit mit Jugendlichen suchte, nutzte Bork die Chance. Sie spricht von einer glücklichen Fügung.

Ohnehin greift bei der Warnemünderin eins ins andere, seitdem sie beschlossen hat, in die Fußstapfen ihrer Großmutter zu treten. „Nach dem Abitur wollte ich erst in die Traditionsschifffahrt und mein Kapitänspatent machen. Aber nach einem Gespräch mit meiner Großmutter, die Katechetin (Religionslehrerin) war, entschied ich mich anders“, blickt Bork zurück. Sie studierte vier Jahre lang evangelische Religionspädagogik und Gemeindediakonie in Moritzburg (Sachsen). „Als ich damals mein Diplom bekam, erreichte mich prompt der Anruf, dass in Warnemünde die Stelle frei wird.“ Bork sagte sofort zu.

Pfadfinderarbeit voller Erfolg

Im Ostseebad habe Bork dann viel Aufbauarbeit geleistet – und sich über ziemlich große Freiheiten im Job gefreut. Christenlehre, Basteln, Musicals einstudieren, Seelsorge betreiben – „das ist das Tolle an diesem Beruf, er ist so vielseitig“, sagt Bork.

Doch es war auch nicht immer einfach. „Gerade wenn die Kinder eine schwere Zeit durchmachten, hat es Kraft gekostet.“ Auf der anderen Seite sei es dann toll, die Früchte der eigenen Arbeit zu sehen. „Wie die kleinen Stöpsel sich entwickelt haben und heute Verantwortung übernehmen. Ein Großteil ist mir inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf gewachsen“, sagt Bork und lacht.

Vor allem ihre Pfadfinderarbeit schlug ein – 25 Kinder und Jugendliche machen hier mit. „Einige davon haben noch nie etwas mit der Kirche zu tun gehabt.“ Gemeinsam sammeln sie zum Beispiel ein bis zwei Mal pro Jahr Müll am Strand und treffen sich zu Lagern am Wochenende. „Ich habe selbst erlebt, wie wertvoll es ist, die Natur zu erleben und ein gutes soziales Miteinander zu entwickeln.“

Es gehe Bork vor allem darum, den Kindern ein Geländer an die Hand zu geben, an dem sie ihren Weg gehen können. „Sie sollen Vertrauen gewinnen in diese schrecklich-schöne Welt und das Gefühl haben, dass schon alles gut werden wird.“

Wehmut und Freude

Nach sieben Jahren geht Bork nun mit Wehmut – aber auch mit Vorfreude. „Im Zentrum Kirchlicher Dienste gibt es mit Hanna Wichmann eine neue Jugendpastorin. Da weht also ein ganz schön neuer Wind.

Das wird spannend“, sagt Bork. Bei ihrer neuen Aufgabe wird sie sich nun viel mit Strukturen beschäftigen. „Ich gucke jetzt eher von oben auf die Dinge drauf. Aber da ich von der Basis komme, weiß

ich, was dort gebraucht wird, um gute Arbeit zu leisten.“ Schön sei auch, dass sie weiter mit ihren Jugendlichen in Kontakt bleiben könne. „Ich kann sie als ehrenamtliche Helfer einsetzen, wenn sie Lust haben.“

Ihre Wohnung in Warnemünde will Bork behalten. „Ich werde hier auch weiter im Chor singen“, betont sie. Und wenn es die Zeit zulasse, werde sie sich in Zukunft noch ihren Traum vom Kapitänspatent erfüllen.

Bewerber gesucht

Durch das Ausscheiden von

Janne-Marije Bork ist in der Kirchengemeinde Warnemünde zum 1. September die halbe Stelle als Gemeindepädagoge oder Diakon neu zu

besetzen. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer. Ein eigenes

Arbeitszimmer steht im Pfarrhaus zur Verfügung. Weil sich bisher keine geeigneten Kandidaten gefunden

haben, wird die Bewerbungsfrist

voraussichtlich bis zum 31. Oktober verlängert. Bewerber sollten über

einen gemeindepädagogischen

Fachhochschulabschluss verfügen.

Kontakt: Pastor Harry Moritz,

Kirchenstraße 1, 18119 Warnemünde,

☎ 03 81 / 3 755967,

E-Mail: warnemuende@elkm.de

André Wornowski

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