Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Trainer Krause will an alte Erfolge anknüpfen
Mecklenburg Rostock Trainer Krause will an alte Erfolge anknüpfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 27.04.2016
Fußball-Trainer Harry Krause will mit dem SV Warnemünde mittelfristig in die Verbandsliga. Quelle: René Warning

Rostock. Von heute auf morgen kam Harry Krause im Winter zum SV Warnemünde. Der Fußballlehrer sprang nach dem Rücktritt seines Vorgängers Ralf Henninger in die Bresche und bringt frischen Wind ins Team von der Ostseeküste. Mittelfristig will er mit Warnemünde wieder in die Verbandsliga.

Herr Krause, warum haben Sie sich entschieden, wieder als Trainer tätig zu werden?

Harry Krause: Der SV Warnemünde hat eine lange Tradition. Ich war schon in den Neunzigern sechs Jahre lang bei diesem Verein und habe hier eine tolle Zeit erlebt. Daher war es keine schwere Entscheidung, wieder zurückzukommen.

Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Ausbeute?

Krause: Sechs Punkte aus acht Spielen sehen auf den ersten Blick nicht so prickelnd aus. Allerdings verfolge ich eine klare Philosophie und da kann es passieren, dass man in der Entwicklungsphase an Grenzen stößt. Aber das gehört zum Fußball dazu.

Welche Philosophie verfolgen Sie?

Krause: Ich möchte, dass meine Spieler Spaß haben an dem, was sie tun. Das muss immer im Vordergrund stehen. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass vor allem Erfolg Spaß bringt. Und mit Erfolg meine ich nicht unbedingt, jede Partie gewinnen zu müssen, sondern zu sehen, was man als Team gemeinsam geschaffen hat. Meine Mannschaft soll sich spielerisch entwickeln und ihr Potenzial auf den Platz bringen. Das braucht Zeit. Aber die Jungs haben in den letzten Wochen schon angedeutet, was sie können.

Trotzdem stehen erhebliche Niederlagen zu Buche.

Krause: Stimmt. Das 1:10 gegen Bützow war eine herbe Klatsche. Einige Zuschauer meinten, wir hätten uns nicht hinten eingeigelt und haben mitgespielt. Aber bei dem Ergebnis war das keine Aufmunterung. Danach folgten zwei bittere Niederlagen gegen Kühlungsborn (2:3/d. Red.) und das 2:4 gegen Trinwillershagen. Da haben wir uns selber um die Früchte unserer Arbeit gebracht.

Beide Partien beinhalteten viel Zündstoff. Die Pleite gegen Kühlungsborn haben Sie angefochten. Warum?

Krause: Zur sportlichen Fairness gehört es, dass man auch die Spielberichte sorgfältig ausfüllt. Und wenn ein Spieler auf dem Feld steht, der auf dem Bogen fehlt, dann ist das ein klarer Verstoß. Dass man uns dann sogar mitverantwortlich für den Fauxpas machen will, kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Schiedsrichter müssen dort genauer hinschauen.

Unabhängig davon gab es auch auf dem Feld Trubel — oder?

Krause: Ja. Unser Spieler Martin Ahrens sah Gelb-Rot. Zuerst hatte er sich nach einem Foul an ihm aus einer Umklammerung befreit und zwei Sekunden später stand auf einmal Kühlungsborns Trainer Jens Hillringhaus auf dem Feld und hat sich ein Wortgefecht mit Martin geliefert. Dafür musste Ahrens dann runter, genauso wie der Gästetrainer. Ob es bei Kühlungsborn eine Rolle gespielt hat, dass Ahrens deren Abwerbeversuchen eine Absage erteilt hat, weiß ich nicht.

Auch gegen Trinwillershagen gab es einen Platzverweis, der in sozialen Netzwerken heftig diskutiert wurde.

Krause: Ja. Unser Verteidiger Christian Kuhfeld hatte kurz vor Schluss Oliver Bollhagen gefoult, der sich eine schwere Verletzung (mehrfacher Wadenbeinbruch/d. Red.) zugezogen hat. Danach gab es heftige Anfeindungen, die Christian im falschen Licht haben dastehen lassen. Ich muss an dieser Stelle meinen Spieler in Schutz nehmen. Er hatte zuvor nie eine Rote Karte gesehen oder sich in irgendeiner Weise unsportlich auf dem Platz verhalten. Solche Reaktionen sind zum Kotzen und unverständlich. Jeder hat das Recht auf Achtung und Respekt. Dem Jungen tut das Foul total leid, rückgängig machen kann er es leider nicht.

Blick in die Zukunft: Welche Ambitionen haben Sie mit dem SVW?

Krause: Zunächst müssen wir aufgrund der Spielklassenreform in der kommenden Saison mindestens Achter werden, um in der Landesliga zu bleiben. Mittelfristig wollen wir wieder in die Verbandsliga.

Wie wollen Sie das realisieren?

Krause: Das braucht Zeit. Aber Warnemünde ist ein Top-Standort, mit zwei neuen Kunstrasenplätzen, einer Sporthalle, und auch das Stadion soll in naher Zukunft saniert werden. Außerdem haben wir damit begonnen, uns innerhalb des Vereins anders aufzustellen und den SVW als Ganzes in den Vordergrund zu rücken.

Was ist damit gemeint?

Krause: Beispielsweise haben die erste und zweite Mannschaft fast vollständig separat voneinander trainiert. Das wollen wir aufbrechen und die beiden Bereiche viel enger verzahnen. Dabei stoßen wir mittlerweile auf offene Ohren. Darüber hinaus muss unser Nachwuchs stärker gefördert werden, damit wir mehr Spieler in den Herrenbereich übernehmen können. Zudem soll jeder Spieler vom Knirps über den A-Jugendlichen bis hin zum Herrenspieler das Gefühl haben, dass wir als Verein zusammenstehen und uns als Einheit verstehen. Das soll, zusammen mit einer perfekten Sportanlage, ein absolutes Plus sein, um mit Warnemünde wieder an die Erfolge aus vergangenen Jahren anknüpfen zu können.

Zur Person

Harry Krause wurde am 14. April 1957 in Grevesmühlen geboren. Nach dem Abitur absolvierte Krause seinen Wehrdienst, ehe er an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig zum Fußballlehrer ausgebildet wurde.

Nach einem Praktikum bei DHfK Leipzig wechselte der Fußball-Experte 1982 zum FC Hansa Rostock und betreute dort zehn Jahre lang verschiedene Nachwuchsteams, ehe er 1992 zum SV Warnemünde wechselte. Sechs Jahre lang war Krause dort sportlicher Verantwortlicher, holte den Landespokal und spielte im Ostseestadion in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund.

Später kehrte er zum FC Hansa zurück. Nach einer Krebserkrankung 2013 folgte eine mehrjährige Pause.

Von René Warning

Die Stadt Rostock verteidigt den Fernwärme-Zwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln das Monopol der Stadtwerke und den höheren Preis.

07.03.2018

Die Stadt Rostock verteidigt den Fernwärme-Zwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln das Monopol der Stadtwerke und den höheren Preis.

07.03.2018

Die Stadt verteidigt den Anschlusszwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln Monopol und höheren Preis. Der sei mit Gas nicht vergleichbar, so die Stadtwerke.

07.03.2018
Anzeige