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Rostock Trickbetrüger belästigen alte Menschen
Mecklenburg Rostock Trickbetrüger belästigen alte Menschen
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00:00 27.09.2018
Lichtenhagen-Dorf

Das Telefon klingelt bei Volker Groll in Lichtenhagen-Dorf. „Rate mal, wer hier ist?“, fragt eine jung klingende Frauenstimme am anderen Ende der Leitung. Der 71-Jährige ist verwundert und fragt zurück: „Melanie?“ „Ja, genau.“ Die vermeintliche Nichte erzählt von einem geplanten Wohnungskauf. Sie sitze schon beim Notar und bräuchte sofort 60000 Euro, nur für zwei Tage, dann bekäme sie das Geld von ihrer Bank. Das Angebot Grolls, gleich mal zurückzurufen, lehnt sie ab, sie melde sich noch einmal. Der Rentner schöpft Verdacht, informiert die Polizei und erklärt der Betrügerin beim nächsten Anruf, dass er das Spiel durchschaut habe.

Ein Mann hält einen Telefonhörer in der Hand. Die Polizei warnt vor Trickbetrügern, die sich bei potenziellen Opfern telefonisch melden. Quelle: Foto: Dpa

Das war am 19. September und Volker Groll war an diesem Tag nicht der Einzige, der von Betrügern angerufen wurde. Auch aus Bad Doberan und Lambrechtshagen wurden der Polizei jeweils zwei Fälle gemeldet, aus Rostock und Elmenhorst gingen ebenso Meldungen ein. „Die Masche ist immer die gleiche“, sagt Sophie Pawelke, Sprecherin im Polizeipräsidium Rostock. Die Anrufer würden sich auf Nachfrage als Angehörige ausgeben, die Wohnungen oder Häuser kaufen wollten, gerade beim Notar seien und spontan Geld benötigten.

Seit Anfang September seien in den Polizeiinspektionen Rostock und Güstrow 23 Fälle von Trickbetrug angezeigt worden. Vom klassischen Enkeltrick über falsche Polizisten, die Wertgegenstände sichern wollten, bis zu Lotteriegewinnspielen. Betroffene würden unter Druck gesetzt mit Notar- und Anwaltskosten. „Zum Glück scheiterten die Versuche in den meisten Fällen“, berichtet Pawelke. Doch es gab auch Opfer, die gezahlt haben. So habe ein 78-Jähriger in Bad Doberan zur Einlösung eines angeblichen Gewinnes 3000 Euro im Paket ins Ausland geschickt. „Am vergangenen Wochenende hat er sich seiner Familie anvertraut, die Anzeige erstattet hat“, sagt die Polizeisprecherin. Ein anderes Opfer habe 200 Euro verloren, weil er für den Erhalt eines Gewinnes Gutscheine gekauft und an eine Adresse im Ausland verschickt habe. „Die Gutscheine wurden durch die Täter eingelöst“, sagt Pawelke.

Die Polizei geht davon aus, dass es noch weit mehr Betrugsversuche gegeben hat, die nicht gemeldet wurden. „Oftmals schämen sich die Betroffenen, weil sie den Tätern möglicherweise auf den Leim gegangen sind und Geld verloren haben“, erklärt Pawelke. Die Betrüger kontaktierten gezielt ältere Menschen. „Die Betroffenen heißen Gisela, Gerda, Hilde, Traudi oder Heinz“, sagt die Polizeisprecherin. Die kriminellen Drahtzieher säßen häufig im Ausland. „Da stoßen wir als Polizei dann auch im wahrsten Sinne des Wortes an Grenzen“, erklärt Pawelke.

Dennoch sollte jeder Betrugsversuch angezeigt werden. „Wir appellieren an ältere Menschen, niemals Daten herauszugeben, keine Geldübergaben zu tätigen.“ Immer wieder mal würde die Polizei von Bankangestellten oder Taxifahrern informiert, dass da möglicherweise alte Menschen um ihr Gespartes gebracht werden sollen. „Wir bitten auch Angehörige, mit Eltern und Großeltern zu sprechen und klarzustellen, dass sie in finanziellen Notsituationen Probleme nicht telefonisch klären würden“, sagt Pawelke.

In den vergangenen zwei Tagen wurde sowohl in Güstrow, als auch in Wismar eine Welle von betrügerischen Anrufen bekannt. Mehr als zehn Betroffene hatten sich vorgestern im Polizeihauptrevier Güstrow gemeldet und berichtet, dass Unbekannte sich am Telefon als Beamte der Polizei ausgegeben und versucht hatten, an Informationen zu den Vermögensverhältnissen der Angerufenen zu kommen. Ähnlich gingen Betrüger gestern in Wismar vor, die sich als Berliner Polizeibeamte meldeten. Die Polizei schließt nicht aus, dass es zu weiteren Anrufen im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock kommt.

Doris Deutsch

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