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Rostock Tumor im Auge: 500. Bestrahlung an der Uni
Mecklenburg Rostock Tumor im Auge: 500. Bestrahlung an der Uni
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00:00 20.10.2017
Mit der sogenannten Brachytherapie kann Dr. Vinodh Kakkassery (r.) das Auge des Patienten schonend behandeln. Quelle: Foto: Jenny Strozyk
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Die Unimedizin Rostock hat jetzt die 500. Bestrahlung eines Aderhautmelanom vorgenommen. Der bösartige Tumor im Auge kann das Sehvermögen einschränken und streut oft Krebszellen in den Körper. Die Entfernung des Auges war lange Zeit für viele Patienten die einzige Option.

Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland bietet die Unimedizin Rostock seit mehr als 20 Jahren eine augenerhaltende Behandlung von Aderhautmelanomen mit dem sogeannten Rutheniumapplikator an. Die Bestrahlung der bösartigen Krebsgeschwüre nehmen die Augenärzte in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus der Strahlentherapie in der Südstadt vor. Seit 1993 wird diese Therapieform angeboten.

Die Aderhaut, eine Schicht unter der Netzhaut des Auges, ist für die Blutversorgung des Augeninneren verantwortlich. Eine Entartung dieses Gewebes führt zum gefürchteten Aderhautmelanom, dem häufigsten Tumor im Auge. Betroffene sorgen sich nicht nur um ihr Sehvermögen – schlimmer noch sind der drohende Verlust des Auges und die lebensgefährliche Streuung des Tumors. „Gerade die Ansiedlung von Tumorzellen in der Leber, aber auch in anderen Organen ist leider kaum mit onkologischen Therapien beherrschbar“, sagt Dr. Vinodh Kakkassery, Oberarzt an der Augenklinik und Spezialist für Tumore am Auge. Daher sei die wirksame Therapie am Auge höchst bedeutsam für die Patienten.

Die Therapie an der Rostocker Augenklinik vereint die Chirurgie und die Strahlenmedizin. Ein kleines mit dem Element Ruthenium 106 beladenes Metallscheibchen wird über chirurgische Nähte auf die äußere Hülle des Auges aufgenäht, sodass ausgehende Strahlen die meist nur wenige Millimeter großen Tumore zerstören können. So verringert sich die Gefahr, dass bösartige Zellen in die Leber streuen.

Die Chance, das Auge zu erhalten, ohne den Körper sonst mit Strahlen zu belasten, erhöht sich. Die Therapie dauert etwa zwei bis sieben Tage, danach kann der kleine Applikator wieder vom Auge entfernt werden.

OZ

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