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Umgehung: Gemischte Gefühle nach Entscheidung

LAMBRECHTSHAGEN Umgehung: Gemischte Gefühle nach Entscheidung

Das Votum war eindeutig: Zehn der elf anwesenden Gemeindevertreter sprachen sich am Mittwochabend gegen die geplante Umgehung der Bundesstraße 105 aus (die OZ berichtete).

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Ich bin enttäuscht, dass diese Chance nicht genutzt wird.“Eckhard Hammann, Anwohner B105

Lambrechtshagen. Das Votum war eindeutig: Zehn der elf anwesenden Gemeindevertreter sprachen sich am Mittwochabend gegen die geplante Umgehung der Bundesstraße 105 aus (die OZ berichtete). Nur Joachim Jürß enthielt sich der Stimme. „Ich bin sehr gespalten in dieser Frage“, sagte Jürß.

Die Absicht des Verkehrsministeriums, die B105 in Sievershagen umzuleiten, mobilisierte Gegner wie Befürworter. Letztere hatten gehofft, vom anhaltenden Lärm auf der Durchgangsstraße befreit zu werden. „Ich bin enttäuscht, dass diese Chance nicht genutzt wird“, sagte Anwohner Eckhard Hammann. Er ist aber sicher, dass die Umgehung irgendwann kommen wird: „Wenn wir sie nicht bauen, dann unsere Kinder oder Enkelkinder. Und die werden auf uns zurückschauen und sich fragen, warum wir nicht schon etwas unternommen haben.“

Ole Franke hingegen war zunächst erleichtert, dass sich die Vertreter so klar positioniert haben. „Ich denke, dass jeder Einzelne tief in sich gegangen ist, bevor er seine Entscheidung getroffen hat“, so Franke, der selbst direkt an der B105 wohnt. Der Lärm sei kein Problem: „Ich wohne da seit 30 Jahren, mich stört das nicht.“

Bürgermeister Gerhard Matthies war auf der Gemeindevertretersitzung nicht anwesend. Aus privaten Gründen musste er kurzfristig seine Teilnahme absagen. Stellvertreter Holger Kutschke (CDU) leitete die Sitzung. Er sah die Gemeinde vor einer großen Entscheidung: „Es ist von außen etwas auf uns zugekommen, dem wir uns stellen mussten.“ Die Abstimmung, ob die Gemeinde Lambrechtshagen für oder gegen eine Umgehung ist, erfolgte einzeln.

Als zweite Beschlussvorlage stellte die Linksfraktion einen Antrag, in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde durch die Behörden senken zu lassen. Kutschke wiegelte ab: „Es wird im Moment ein Lärmaktionsplan erarbeitet, dort wird so etwas auch berücksichtigt.“ Daraufhin zog die Linke den Antrag zurück. Eckhard Hammann zeigte sich darüber enttäuscht: „Auch wenn die Behörden dafür zuständig sind, aber warum sendet man dann nicht zumindest ein klares Signal?“

 

Jens Barkhorn

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